Harburg
Handball

Hahn-Schwestern sind nach Babypause zurück

Für Rechtsaußen Christin Menne (l.) und Torhüterin Vanessa Hahn war es nie eine Frage, nach der Geburt ihrer Kinder wieder mit dem Handballspielen anzufangen.

Für Rechtsaußen Christin Menne (l.) und Torhüterin Vanessa Hahn war es nie eine Frage, nach der Geburt ihrer Kinder wieder mit dem Handballspielen anzufangen.

Foto: Günther Bröde

Vanessa Hahn und Christin Menne vom TuS Jahn Hollenstedt arbeiten sich langsam wieder ans Niveau der Handball-Oberliga heran.

Hollenstedt.  Die Handballfrauen des TuS Jahn Hollenstedt haben in der Oberliga Nordsee das, was man einen Lauf nennt. „Wir blicken nach oben“, sagte Trainer Manuel Cohrs nach dem dritten Sieg in Folge, dem 33:23 (17:15) gegen die zweite Damenmannschaft des SV Werder Bremen. Es war mit zehn Treffern Vorsprung ein unerwartet deutlicher Heimsieg, nachdem Hollenstedt das Hinspiel mit 24:27 verloren hatte. „Wir haben jetzt dreimal hintereinander mindestens 30 Tore geworfen“, freute sich Cohrs, der seit geraumer Zeit wieder mit Vanessa Hahn und Christin Menne (geborene Hahn) planen kann.

Nach der langen Pause haben die Schwestern noch Trainingsrückstand

Die Schwestern waren 2018 schwanger geworden und mussten deshalb eine Pause vom Handballsport einlegen. Jetzt sind sie zurück. „Ich bin froh, dass die beiden wieder da sind“, sagte der junge Trainer, der zeitweise mit einem ziemlich geschrumpften Kader auskommen musste. Noch bekommen die Schwestern relativ kurze Einsatzzeiten. Manuel Cohrs: „Sie müssen noch Trainingsrückstände aufholen. Sie haben ja die Saisonvorbereitung nicht mitmachen können.“

Mit Vanessa Hahn hat er eine richtig gute zweite Torhüterin auf der Bank sitzen und muss deshalb nicht weiter auf eine noch jugendliche Spielerin auf dieser Schlüsselposition zurückgreifen. Cohrs: „Vanessa hat bei ihren kurzen Einsätzen auch schon ihre Leistung abgerufen.“ Gegen Werder Bremen durfte die 28 Jahre alte Vanessa Hahn, die Mutter eines Mädchens geworden ist, nur einmal für wenige Sekunden ins Spiel eingreifen – bei einem Siebenmeter für die Gäste, den sie nicht parieren konnte.

33:23 gegen Werder Bremen II war der dritte Sieg in Folge

Dass ihr Trainer weiter Janine Schwarz das Vertrauen schenkt, kann Vanessa Hahn nachvollziehen. „Er geht natürlich auf Nummer sicher und sie hat die nötige Spielpraxis“, sagte sie und findet es grundsätzlich gut, wenn sich zwei Torhüterinnen gegenseitig Konkurrenz machen. „Wir verstehen uns trotzdem gut und unterstützen uns gegenseitig“, beschreibt sie ihr Verhältnis zu Janine Schwarz.

Ihre zweieinhalb Jahre jüngere Schwester Christin hat Zwillinge – beide männlich – bekommen. Ihr attestiert der Trainer, dass sie besonders flexibel sei und auf mehreren Positionen spielen könne. Zur Zeit hilft sie hauptsächlich auf der rechten Angriffsseite aus. „Ich spiele da, wo ich gebraucht werde. Im Rückraum sind wir ganz gut besetzt, auf Außen kann ich der Mannschaft mehr helfen“, sagt sie selbst.

Unterstützung der Ehemänner macht den Aufwand möglich

Seit vier Monaten trainiert sie wieder, hatte zunächst Einsätze in der zweiten Damenmannschaft, die nur eine Klasse tiefer in der Landesliga spielt. Menne räumt ein, dass sie noch nicht topfit sei. Wie ihre Schwester hofft auch sie, in Zukunft mehr Einsatzzeiten zu erhalten. Gegen Werder Bremen war sie mit einem Treffer am Erfolg beteiligt.

Dass sie nach der Geburt ihrer Kinder wieder Handball spielen würden, war für Vanessa Hahn und ihre Schwester Christin Menne nie eine Frage. Den Spagat zwischen Familie und Handball schaffen beide nur, weil ihre Ehemänner sie tatkräftig unterstützen und für die Babys da sind, wenn die Handballerinnen bis zu dreimal in der Woche zum Training und an den Wochenenden zu Spielen fahren. Beide Partner sind selbst dem Sport verbunden. Vanessas Ehemann René ist Fußballer beim VfL Jesteburg, Christins Marius hat früher Handball gespielt. Das Training haben die Schwestern seit ihrer Rückkehr aus der Babypause nur selten versäumt.

Mit Laura und Sandra Nickel gibt es ein weitere Geschwister im Team

Zuständig für die Tore sind bei den Hollenstedter Oberligafrauen neben der besten Werferin Sandra Nickel (106 Tore) vor allem Leonie Ulinski (78), Laura Nickel (71) und Meike Wietzer (69). „Sie sind allesamt hungrig auf Tore“, beschreibt Manuel Cohrs deren Angriffspower. Was ihre Trefferquoten gegen Werder bestätigen. Neun Tore erzielte Sandra Nickel, je sechs Mal trafen Laura Nickel und Leonie Ulinski, auf fünf und vier Treffer brachten es Jana Fröhlich und Meike Wietzer.

Das andere Schwesternpaar im Hollenstedter Damenteam, Sandra und Laura Nickel, bildete gegen Werder Bremen den Mittelblock und hatte großen Anteil daran, dass die Mannschaft zu vielen Treffern aus der ersten und zweiten Welle kam. „Insgesamt müssen unsere Leistungen aber noch konstanter werden“, fordert Manuel Cohrs. „Dann ist noch einiges mehr drin.“ Auf jeden Fall soll am Ende der Saison ein Platz zwischen eins und fünf in der Tabelle herausspringen.