Harburg
Handball

Heimsiege für die Handball-Luchse und Buxtehude

Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit bricht Spielmacherin Kim Land über Halbrechts durch und trifft zur 15:12-Führung.

Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit bricht Spielmacherin Kim Land über Halbrechts durch und trifft zur 15:12-Führung.

Foto: Markus Steinbrück / HA

Starke Abwehrleistungen bilden die Grundlage für 25:18 gegen Lintfort in der Nordheidehalle und 29:23 gegen Bensheim in der Halle Nord.

Buchholz.  Die Tabellenspitze in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen ist noch näher zusammengerückt. Der Dreikampf um zwei Aufstiegsplätze hat an diesem Spieltag mit dem SV Union Halle-Neustadt einen klaren Verlierer. Der bis dato ungeschlagene Primus verlor auswärts beim BSV Sachsen Zwickau mit 26:34. Weil sich die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten mit dem hart erkämpften 25:18 (14:11) gegen TuS Lintfort schadlos hielten, stellt sich die Situation nun wie folgt dar: Halle bleibt mit 27:3 Punkten Tabellenführer, die Luchse (26:4) und Zwickau (24:6) folgen mit einem bzw. drei Punkten Rückstand.

Die Luchse liegen nach knapp 20 Minuten vier Tore zurück

Der Auftritt der Luchse gegen Lintfort entsprach über weite Strecken nicht den Erwartungen der 443 Zuschauer an ein Spitzenteam. In der Anfangsphase tat sich die Mannschaft von Trainer Dubravko Prelcec extrem schwer. Im Angriff agierten die Luchse zu statisch und behäbig, in der Defensive waren sie über die Außenpositionen anfällig. Auch Torhüterin Mareike Vogel bekam kaum eine Hand an den Ball. Fast folgerichtig führten die Gäste vom TuS Lintfort mit 7:4 (13. Minute) und 10:6 (19.).

Dann sorgten Tore von Kreisläuferin Evelyn Schulz und Kim Berndt per Siebenmeter sowie zwei erfolgreiche Tempogenstöße von Alexia Hauf, begünstigt durch eine Zeitstrafe für die Gäste, innerhalb von zweieinhalb Minuten für das 10:10. Sarah Lamp brachte ihre Farben beim 11:10 erstmals in Führung. Und auch Keeperin Vogel begann nun, die Bälle nicht nur aus dem Netz zu holen.

Kim Land wirft das 13:11 aus 30 Metern Entfernung

Das kurioseste Tor des Tages gelang Kim Land zum 13:11 (28.). Einen langen Pass vom eigenen Neunmeter auf die am gegnerischen Kreis lauernde Evelyn Schulz setzte die Spielmacherin zu hoch an, Schulz sprang unter dem Ball durch. Doch die Gästetorhüterin ließ sich irritieren und den Ball unter dem Fuß hindurch ins Tor rutschen – Treffer aus 30 Metern Entfernung. Als Johanna Heldmann die Kugel kurz vor der Pausensirene zum 14:11 in die Maschen drosch, schienen sich die Gastgeberinnen freigeschwommen zu haben.

Doch auch nach dem Seitenwechsel blieb es zäh. Zumindest in der Abwehr brachte die Umstellung auf eine 5:1-Formation mehr Stabilität. „So haben wir die Mitte zugemacht und mehr Aggressivität reinbekommen“, sagte Trainer Dubravko Prelcec. Da konnten sich die Luchse im Spiel nach vorn manchen Ballverlust und eine Reihe von Fehlwürfen erlauben.

Spaß geht verloren – Luchse-Spielerinnen machen sich selbst Druck

„Wir haben heute sehr viele Fehler gemacht. Auch unser Überzahlspiel war nicht glänzend“, analysierte Prelcec, bei dessen Mannschaft viel zu selten wahre Spielfreude aufblitzte. „Die Spielerinnen machen sich selbst Druck und vergessen dabei den Spaß.“

Immerhin stimmte bald der Spielstand. Nach dem 16:15 durch Loes Vandewal (39.) setzten sich die Luchse innerhalb von zehn Minuten auf 21:16 ab und fuhren letztlich mit dem Sieben-Tore-Erfolg den 13. Sieg im 15. Saisonspiel ein. „Ich hätte gern, dass wir mehr Tore werfen. Zumindest haben wir gut gekämpft. Klar ist allerdings auch, dass wir uns steigern müssen“, sagte Coach Prelcec, als seine Spielerinnen wie üblich mit den Fans auf der Tribüne abklatschten. Johanna Heldmann und Evelyn Schulz warfen jeweils fünf Tore, Kim Land kam auf vier.

Nach drei Monaten gelingt dem BSV wieder ein Heimsieg

Nach einer langen Durststrecke gesteigert haben sich die Erstliga-Handballerinnen des Buxtehuder SV. Zwei Wochen nach dem Auswärtserfolg bei den Kurpfalz Bären ließ das Team in der Halle Nord den ersten Heimsieg seit mehr als drei Monaten folgen. Durch das 29:23 (16:14) gegen die HSG Bensheim/Auerbach zog Buxtehude nach Punkten mit den Gästen gleich und aufgrund des besseren Torverhältnisses in der Tabelle an ihnen vorbei auf Platz sieben.

Auch beim BSV war nicht alles Gold, was glänzte. Die Mannschaft von Trainer Dirk Leun vergab viele Torgelegenheiten, fand häufig in Gästetorhüterin Helen van Beurden (15 Paraden) ihre Meisterin. Doch auch die Defensive der Gastgeberinnen vor der ebenfalls starken Keeperin Lea Rühter (10 Paraden) stand. Die Entscheidung fiel Mitte der zweiten Hälfte, als Buxtehude mit einem 4:0-Lauf auf 21:16 erhöhte und später mit 27:20 führte.

„Wir haben wieder zur alten Heimstärke gefunden“, sagte BSV-Trainer Dirk Leun. „Ich hoffe wir gehen diesen Weg weiter, denn es hat mir in diesem Spiel richtig Spaß gemacht, das Team zu coachen.“ Maike Schirmer warf sieben Tore und wurde Spielerin des Tages.