Harburg
Fussball

Mika Kraßmann macht Borstel zum Hallenkönig

Die Bezirksliga-Fußballer des MTV Borstel-Sangenstedt gewinnen nach dem Stadtpokal auch den Nik-Bödder-Cup. Mit ihnen jubeln Mitorganisator und Sponsor Philipp Meyn (P-M-Events, l.) sowie Nicola Matthies (Wir-Leben-Apotheken) und Trainer René Schrader (stehend, von rechts).

Die Bezirksliga-Fußballer des MTV Borstel-Sangenstedt gewinnen nach dem Stadtpokal auch den Nik-Bödder-Cup. Mit ihnen jubeln Mitorganisator und Sponsor Philipp Meyn (P-M-Events, l.) sowie Nicola Matthies (Wir-Leben-Apotheken) und Trainer René Schrader (stehend, von rechts).

Foto: Markus Steinbrück / HA

Beim Nik-Bödder-Cup in Tespe schießt der beste Spieler und Torschützenkönig auch im Finale gegen Altengamme beide Tore zum 2:1-Sieg.

Tespe.  Was ein Erfolg mit Sportlern machen, welche sprichwörtlichen Flügel er ihnen verleihen kann, konnte man am Sonnabend beim Hallenfußballturnier von Eintracht Elbmarsch beobachten. Eine Woche nach dem umjubelten Gewinn des Winsener Stadtpokals ließ der MTV Borstel-Sangenstedt den nächsten Turniersieg folgen. Dank eines 2:1-Sieges im Finale gegen den Landesligisten SV Altengamme gewann die Mannschaft von Trainer René Schrader zum ersten Mal den Nik-Bödder-Cup.

Gastgeber Eintracht Elbmarsch wird Turnierdritter

Dritter wurden wie in der Vorwoche in Winsen die Bezirksligafußballer von Eintracht Elbmarsch. Sie setzen sich im Penaltyschießen um Rang drei mit 1:0 gegen den TSV Bardowick durch. Neuzugang Jannik Eichhorn, der im Winter aus der A-Jugend von Treubund Lüneburg in die Elbmarsch gewechselt war, verwandelte als einziger seinen Penalty.

Die Bardowicker hatten im Viertelfinale den bis dahin überzeugenden Landesliga-Tabellenführer MTV Treubund Lüneburg aus dem Wettbewerb genommen. Enttäuschend war der Auftritt des TSV Winsen. Die Kreisstädter schossen in den drei Gruppenspielen gegen Altengamme (0:2), SG Scharmbeck-Pattensen (0:4) und SC Schwarzenbek (0:2) kein einziges Tor. Zu allem Überfluss zog sich Torhüter Florian Neuhofer bei einem Pressschlag im letzten Spiel eine Knieverletzung zu.

Rückstand war für Borstel ein völlig neues Gefühl

„Nach dem Sieg beim Stadtpokal hatten wir richtig Bock“, gab Trainer Schrader einen Einblick in das Gefühlsleben des MTV Borstel-Sangenstedt. Nach der mit drei klaren Siegen absolvierten Vorrunde beim Nik-Bödder-Cup musste sich der Bezirksliga-Zweite in der K.o.-Phase jedoch mehr strecken als beim Winsener Stadtpokal.

Im Viertelfinale gab es durch zwei Kraßmann-Tore einen 2:1-Sieg gegen den SC Schwarzenbek, im Halbfinale durch zwei Kraßmann-Tore und ein Tor von Lukas Cibis bei einem Gegentreffer von Paul Danker einen 3:1-Sieg gegen Eintracht Elbmarsch und im Finale gerieten die Borsteler zum ersten Mal überhaupt in Rückstand. Denn Sandro Schraub traf für Altengamme zum 1:0.

„Der Rückstand war für uns eine neue Situation. Das haben wir vergangene und diese Woche noch nicht gehabt. Wir hatten die Möglichkeit aber im Vorfeld thematisiert“, sagte René Schrader. So bewahrten die Spieler des MTV Borstel-Sangenstedt kühlen Kopf und blieben bei ihrem bis dahin so erfolgreichen Spielstil. „Ich hatte ein rotes Leibchen dabei und hätte einen fünften Feldspieler bringen können“, sagte Schrader.

Harter Kampf um Siegprämie von 325 Euro

Dazu musste es im Endspiel gar nicht kommen, denn Borstel konnte sich in der entscheidenden Phase auf den überragenden Hallenspieler der vergangenen Wochen verlassen. Mika Kraßmann nagelte die Kugel mit dem linken Fuß unter die Latte zum 1:1-Ausgleich. Die Auseinandersetzung um die Trophäe des Nik-Bödder-Cups und 325-Euro-Siegprämie wurde intensiver, ohne unfair zu werden. Erst traf Kraßmann die Latte, dann traf er – diesmal mit rechts – zur 2:1-Führung für Borstel. Dann war Altengamme mit einem Lattentreffer an der Reihe, bevor der MTV Borstel-Sangenstedt eine letzte brenzlige Situation überstehen musste.

Einen Rückpass, den Torhüter Kenneth Pagels mit der Hand aufnahm, wertete der Schiedsrichter als unerlaubten Rückpass. Der indirekte Freistoß für Altengamme aus wenigen Metern Entfernung wurde von einem Borsteler Abwehrbein geblockt. Kurz danach war Schluss und der Jubel beim MTV Borstel-Sangenstedt über den zweiten prestigeträchtigen Turniersieg binnen einer Woche groß. Nur beim Budenzauber des TSV Auetal kurz vor dem Jahreswechsel hatte Borstel das Finale gegen MTV Egestorf verloren.

Mika Kraßmann schoss bei drei Turnieren insgesamt 33 Tore

Jeweils der beste Spieler und Torschützenkönig war sowohl in Garstedt als auch in Winsen und Tespe Mika Kraßmann. Allein in Tespe schoss er zwölf Tore, kam bei den drei genannten Turnieren in Summe auf 33 Treffer. „Ich bin Techniker, kann mit beiden Füßen schießen. Da kommt mir die Halle noch mehr entgegen“, sagte der 23-Jährige, der in der Bezirksliga-Hinrunde 16 Tore erzielt hat. „Ohne die Mannschaft bin ich nichts. Die Jungs legen mir die Dinger immer gut auf“, sagte der Mann, der aus der Jugend des JFV Borstel-Luhdorf hervorgegangen ist und nach einigen Spielzeiten bei Treubund jetzt seit fünf Jahren wieder in Borstel spielt.

„Wir haben durchweg gute und faire Spiele gesehen. Das wäre ganz im Sinne von Nik gewesen“, sagte Moderator Tobias Wenck. Das Turnier trägt den Namen des im Frühjahr 2017 tödlich verunglückten Eintracht-Ligaspielers Nik Bödder. Seine Zwillingsschwester Nathalie und sein Zwillingsbruder Chuck Bödder gehören zum Organisationsteam.

Bester Torwart kommt aus Hanstedt, fairstes Team aus Schwarzenbek

Die Ehrung für den besten Torwart ging an Tom Baak vom MTV Hanstedt. Der Vorjahresfinalist und Kreisliga-Aufsteiger schied diesmal im Viertelfinale gegen Altengamme aus. Den mit 250 Euro dotierten Preis für die fairste Mannschaft gewann der SC Schwarzenbek.

„Es war ein kurzweiliges Turnier mit vielen spannenden und schnellen Spielen. Am Ende standen die besten Mannschaften verdient im Finale“, sagte Mitorganisator Philipp Meyn. Die Tribüne war mit mehr als 300 Zuschauern so gut gefüllt gewesen wie noch nie, so der Eindruck Meyns. Die vierte Auflage des Nik-Bödder-Cup ist für Sonnabend, 16. Januar 2021, geplant.