Fussball

Matti Cebulla, der Jungprofi vom TuS Nenndorf

Der aus dem TuS Nenndorf hervor gegangene Matti Cebulla im U17-Bundesligaspiel gegen seinen ehemaligen Club, den FC St. Pauli.

Der aus dem TuS Nenndorf hervor gegangene Matti Cebulla im U17-Bundesligaspiel gegen seinen ehemaligen Club, den FC St. Pauli.

Foto: motivio/Florian Eisele / RB Leipzig

Derzeit spielt Matti in der U19-Bundesligamannschaft von RB Leipzig und hat schon vier Juniorenländerspiele für Deutschland bestritten

Nenndorf.  Matti Cebulla lebt einen Traum. Den Traum von einer Karriere als Fußballprofi, den wohl alle Kinder einmal geträumt haben, die in einem zumeist kleinen Fußballverein angefangen haben, gegen den Ball zu treten. Häufig platzen solche Träume früh, manchmal später. Dann folgt bei den meisten Talenten die Einsicht, dass es für die ganz hohen Ziele nicht reicht und Fußball wird wieder zu einer schönen Nebensache. Doch je länger der Traum anhält, desto größer wird auch die Chance, eines Tages vielleicht doch in der deutschen Bundesliga oder sogar im Ausland in einer Profiliga zu spielen.

Dann fängt ein neuer Traum an – der von der Nationalmannschaft und der Champions League. Bis dahin ist es für Matti Cebulla zwar noch ein weiter Weg, aber einer Profikarriere steht dem 17 Jahre alten Teenager aus Langenrehm, der einst als Kind beim TuS Nenndorf angefangen hat, nicht mehr viel im Wege. Derzeit spielt Matti in der U19-Bundesligamannschaft von RB Leipzig und hat schon vier Juniorenländerspiele für Deutschland bestritten.

Im Alter von 14 Jahren – im Sommer 2016 – war Matti Cebulla zu RB Leipzig. Der Verein war gerade in die Bundesliga aufgestiegen. Damals spielte Matti noch für den FC St. Pauli in der C-Junioren-Regionalliga, als ihn ein Talentscout entdeckte und zum Probetraining in Sachsen einlud. Mit seinem Wechsel nach Leipzig ließ er sich dann allerdings noch ein Jahr Zeit.

Ehrgeizig war Matti Cebulla schon immer

Ehrgeizig war Matti Cebulla aber schon immer, ob als Schüler an der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg in Neugraben, wo er eine herausragende Förderung in mehreren Sportarten genoss, aber auch gute schulische Leistungen abliefern musste, oder beim FC St. Pauli. Zu den Trainingseinheiten musste er lange Fahrzeiten auf sich nehmen. Der Verein hatte ihm allerdings auch einen Fahrdienst organisiert.

Doch das ist heute Geschichte, der FC St. Pauli war für Matti Cebulla letztlich das Sprungbrett zu einem Erstligisten. In Leipzig wohnt er im Leistungszentrum des Bundesligavereins, der Weg zum Trainingszentrum ist kurz und Matti, der 2021 Abitur machen will, kann sich noch besser auf Schule und Fußball konzentrieren. Was ihm offensichtlich ganz gut gelingt. Mit 15 Jahren trug er erstmals das Trikot der deutschen U16-Nationalmannschaft, absolvierte in Genk in Belgien sein erstes Länderspiel in der deutschen U16-Auswahl.

In die deutsche Nationalmannschaft berufen

Weil er in eine deutsche Nationalmannschaft berufen wurde, hat sein Ursprungsverein TuS Nenndorf jetzt aus einem Fördertopf des Deutschen Fußball-Bundes 3950 Euro erhalten. Zur Scheckübergabe durch Wolfgang Schönfeld vom Niedersächsischen Fußball-Verband war Matti Cebulla extra aus Leipzig in die Heimat angereist. Natürlich wolle er Fußballprofi werden, erzählte er. „Aber ich weiß natürlich auch, wie schwer es ist, einen solchen Vertrag zu erhalten.“ Er selbst könne nur jeden Tag dafür arbeiten und sich fußballerisch weiterentwickeln. Und das versuche er auch jeden Tag in die Praxis umzusetzen.

Wenn er es sich aussuchen könnte, so erzählt Cebulla, dann wäre RB Leipzig sein Favorit. Bei den Sachsen gefalle es ihm einfach sehr gut. Bundesligaluft habe er auch schon schnuppern dürfen, erzählt er. Einmal durfte er bereits mit den Profis von RB Leipzig trainieren. Aber alles auf eine Karte setzen, das will Matti Cebulla trotzdem nicht. Nach dem Abitur in 2021 will er weiter seine Profikarriere forcieren, nebenbei aber auch Sportmanagement studieren. Das lasse sich sehr gut mit einer Karriere als Berufsfußballer vereinbaren, sagt er. „Sport ist mein Leben“, so Matti Cebulla.

Das Geld fließt in unsere Jugendarbeit.

TuS Nenndorfs Fußballabteilungsleiter Uwe Werth freute sich riesig über die fast 4000 Euro aus der DFB-Zentrale: „Das ist für uns ein großer Batzen. Das Geld fließt in unsere Jugendarbeit. Wir brauchen noch die Ausrüstung, um unseren jüngsten Kickern „Fumino“ anbieten zu können.“ Fumino ist eine neue Grundform des Fußballs mit jeweils zwei kleinen Toren auf beiden Seiten für Kinder von sechs bis elf Jahren.

Es ist das erste Mal, dass der TuS Nenndorf in den Genuss einer Ausbildungsentschädigung kommt. Die gab es nicht einmal für den späteren Bundesligatorschützenkönig Alexander Meier, der als Kind ein Jahr bei der JSG Rosengarten und dann ein weiteres Jahr beim TuS Nenndorf erste Schritte auf dem Fußballfeld machte. Meier erhielt von 2002 bis 2006 insgesamt elf Berufungen in Junioren-Auswahlmannschaften des Deutschen Fußballbundes. Uwe Werth: „Damals gab es aber leider noch keinen Fördertopf beim DFB.“