Harburg
Turnen

Ein Traum wird wahr: Dritter in der 2. Bundesliga

Saisonabschluss in der 2. Bundesliga: (hinten, v.l.) Trainerin Katharina Kort, Mareen Jacobs, Sponsor Lars Ellmer-Kiehn, Trainer Artem Nykytenko, Mannschaftsführerin Lisa Unger, Trainerin Katharina Pommerening; (vorne, v.l.) Oleksandra Korzh, Karina Schönmaier und Jasna Ruge.

Saisonabschluss in der 2. Bundesliga: (hinten, v.l.) Trainerin Katharina Kort, Mareen Jacobs, Sponsor Lars Ellmer-Kiehn, Trainer Artem Nykytenko, Mannschaftsführerin Lisa Unger, Trainerin Katharina Pommerening; (vorne, v.l.) Oleksandra Korzh, Karina Schönmaier und Jasna Ruge.

Foto: Turn-Team Kiehn Group

Als Aufsteiger lassen die Sportlerinnen vom Turn-Team Kiehn Group Lüneburg etablierte Vereine hinter sich.

Buchholz.  Das hatte es noch nicht gegeben. Die besten deutschen Gerätturnerinnen waren in der Nordheidehalle in Buchholz zu Gast. Das Turn-Team Kiehn Group Lüneburg, zu dem auch Blau-Weiss Buchholz gehört, hatte vom Deutschen Turnerbund die Ausrichtung des dritten Wettkampftages 2019 in der Deutschen Turn-Liga (DTL) übertragen bekommen. Und das gleich in vier verschiedenen Ligen. So waren in der Nordheide die Turnerinnen der 1. und 2. Bundesliga ebenso wie die der 3. Bundesliga und der Regionalliga Nord zu bestaunen.

Auch die 1. Bundesliga turnte 2019 in der Nordheidehalle

„Der absolute Höhepunkt für den Kunstturnsport in Buchholz“, schwärmte Pressesprecherin Silke Guddat. Aus lokaler Sicht stand die Riege des Turn-Teams im Fokus, die in der 2. Bundesliga turnt. Das Team bilden Karina Schönmaier, Lisa Unger, Jalin Möhlenbrock (alle Blau-Weiss Buchholz), Mareen Jacobs (Blau-Weiss Buchholz/TC Hamburg), Jasna Ruge (TC Hamburg), Oleksandra Korz (Turnzentrum Kiew) und Lucie Jiríková (Turnzentrum Brünn). Die Letztgenannte hatte für Tschechien an den Turn-Weltmeisterschaften in Stuttgart teilgenommen.

Der Wettkampfmodus verzeiht keine Fehler. An jedem der vier olympischen Geräte im weiblichen Gerätturnen treten vier Sportlerinnen pro Verein an – und alle Vier gehen in die Wertung ein. Erlaubt sich eine Turnerin also einen Sturz oder einen unfreiwilligen Abgang vom Gerät, so schlagen die Punktabzüge voll auf das Endergebnis durch.

Ein Streichergebnis darf man sich auf diesem Niveau nicht leisten

Am dritten Wettkampftag in der Nordheidehalle in Buchholz lebten die Mädchen des Turn-Teams Kiehn Group Buchholz einen Traum. Getragen vom heimischen Publikum, erreichten sie den sehr guten dritten Platz und konnten sich in der Gesamtwertung um einen auf den vierten Platz verbessern. Was dieses unter den besonderen Bedingungen eines Heimwettkampfes erzielte Resultat tatsächlich wert ist, sollte sich am vierten und letzten Wettkampftag der 2. Bundesliga in Potsdam herausstellen.

„Eindeutig wirkte die Euphorie aus Buchholz noch nach“, sagte Silke Guddat, „nach meinen Berechnungen war eine weitere Leistungssteigerung für unsere Mädchen im Bereich des Möglichen.“ Selbstbewusst formulierte die Mannschaft das Ziel, den dritten Platz von Buchholz zu wiederholen und möglichst auch in der Gesamtwertung auf den Bronzerang zu springen.

Heimspiel in Buchholz gab Schwung für den Saisonabschluss

Gesagt, getan. Mit einem Mannschaftsergebnis von 175,85 Punkten belegte das Turn-Team Kiehn Group Lüneburg-Buchholz am vierten und letzten Wettkampftag der 2. Bundesliga wieder den dritten Platz und beendete die Saison mit dem dritten Platz in der Gesamtwertung. „Eine mega Ergebnis. Wir sind sehr stolz“, so Trainerin Susanne Tidecks von Blau-Weiss Buchholz. Meister der 2. Frauen-Bundesliga wurde der TSV 1861 Tittmoning II vor dem Dresdner SC.

Zwei Klassen tiefer in der Regionalliga Nord hatte die zweite Mannschaft des Turn-Teams Lüneburg-Buchholz einen ganz schweren Stand. „Diese Mädchen sammeln erste Erfahrungen auf dieser Wettkampfebene“, so Pressesprecherin Guddat. An allen vier Wettkampftagen musste sich diese Riege jeweils mit dem siebten und letzten Platz zufrieden geben, der demzufolge auch in der Gesamtwertung zu Buche steht. Dennoch hat die zweite Buchholzer Mannschaft ihr Saisonziel erreicht und darf auch in der kommenden Saison in der Regionalliga Nord antreten.

Zweite Mannschaft des Turn-Teams bleibt in der Regionalliga

Das Ergebnis klingt auf den ersten Blick nicht besonders gut. „Wir sind aber ganz besonders stolz auf diese große Gruppe von Nachwuchsturnerinnen. Sie eint die Freude am Kunstturnen. Dafür nehmen sie weite Wege auf sich und trainieren diszipliniert und ambitioniert im Leistungsstützpunkt in Buchholz. Der Lohn für diese Mühen ist der Start in Regionalliga“, sagte Susanne Tidecks.

Zur zweiten Mannschaft des Turn-Teams Kiehn Group Lüneburg-Buchholz gehören Nike von Elsner, Emma Schruhl, Joelle Peters, Paula Heide, Melissa Welk, Christina Miller (alle Blau-Weiss Buchholz), Katharina Richter (Blau-Weiss Buchholz/TC Hamburg), Anna-Marie Jandke, Fiona Butters, Hanna Beyer (alle TC Hamburg), Angelina Behn (Niendorfer TSV), Sophiia Mykytsei und Sabrina Rubtsova (beide Turnzentrum Kiew).

KTG Lüneburger Heide auf Rang fünf in der Regionalliga

Ebenfalls als Aufsteiger stellte sich die Riege der Kunstturngemeinschaft (KTG) Lüneburger Heide der Konkurrenz in der Regionalliga Nord. Die in Winsen ansässigen Turnerinnen bildeten eine Startgemeinschaft mit der HT 16 aus Hamburg. An den ersten beiden Wettkampftagen belegten dei KTG-Turnerinnen den sechsten Platz direkt vor der Kiehn-Group. Im Jahresverlauf konnten sie sich steigern und belegten zweimal den fünften Platz von sieben Vereinen. In der Gesamtwertung blieb es allerdings knapp hinter dem TSV Kronshagen bei Rang sechs.