Harburg
Faustball

Schon vor Saisonbeginn für die DM qualifiziert

Theresa Schröder, Kimberly Groß, Nathalie Domurath, Helle Großmann, Alina Karahmetovic (hinten, v.l.) sowie Laura Kauk, Hinrike Seitz, Zoe Kleiböhmer und Annika Bösch (vorne, v.l.) bilden den Kader des TV Jahn Schneverdingen für die Bundesliga-Hallensaison. 

Theresa Schröder, Kimberly Groß, Nathalie Domurath, Helle Großmann, Alina Karahmetovic (hinten, v.l.) sowie Laura Kauk, Hinrike Seitz, Zoe Kleiböhmer und Annika Bösch (vorne, v.l.) bilden den Kader des TV Jahn Schneverdingen für die Bundesliga-Hallensaison. 

Foto: Olaf Neuenfeld / TV Jahn Schneverdingen

Faustballfrauen des TV Jahn Schneverdingen sind am letzten Februar-Wochenende 2020 der Ausrichter der nationalen Titelkämpfe.

Schneverdingen.  An diesem Sonntag, 10. November, fällt in der Faustball-Bundesliga der Startschuss zur neuen Hallensaison. In der Nord-Staffel der Frauen sind mit dem TV Jahn Schneverdingen aus dem Landkreis Heidekreis und dem MTV Wangersen aus dem Landkreis Stade zwei Vereine aus dem südlichen Bereich der Metropolregion Hamburg vertreten. Während Schneverdingen seit Jahrzehnten eine feste Größe in der Eliteklasse ist und schon deutsche Meistertitel in die Lüneburger Heide holte, kehrt der MTV Wangersen nach einem viertel Jahrhundert Abstinenz auf die ganz große Bühne zurück.

Am ersten Spieltag geht es für den TV Jahn Schneverdingen auf Auswärtsfahrt nach Berlin. In der Bundeshauptstadt treffen die Rot-Weißen im ersten Saisonspiel auf den VfL Kellinghusen und anschließend auf die Ausrichter von der SG Stern Kaulsdorf.

Im Winter für Kaulsdorf, im Sommer für Schneverdingen

Das Auftaktspiel gegen Kellinghusen ist völlig offen. In der Vergangenheit waren die Duelle gegen die Mannschaft aus Schleswig-Holstein meistens sehr enge Auseinandersetzungen. Kellinghusen gelang in der vergangenen Hallensaison die ganz große Überraschung, als das Team bis in das Endspiel um die deutsche Meisterschaft vorstieß und letztlich die Silbermedaille gewann. „Es bleibt abzuwarten, ob dieser Erfolg eine Eintagsfliege war oder in dieser Spielzeit bestätigt wird“, sagte Olaf Neuenfeld, Pressesprecher in Schneverdingen.

Im zweiten Spiel gegen die SG Stern Kaulsdorf kommt es für die Spielerinnen aus der Heideblütenstadt zu einer seltsamen Situation. Aniko Müller, die im Sommer stets das Trikot des TV Jahn Schneverdingen trägt, spielt in der Halle für die Berlinerinnen. So werden aus Mitspielerinnen innerhalb weniger Wochen Gegenspielerinnen. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass Kaulsdorf in der Feldrunde 2019 keine Mannschaft für den Spielbetrieb melden konnte.

Nach 26 Jahre ist Wangersen zurück in der 1. Bundesliga

Dank Müller und dem Wechsel von zwei weiteren Spielerinnen innerhalb Berlins konnte die Personalsituation verbessert werden. Unter anderem hat sich Kaulsdorf mit der Angreiferin Ulrike Andres vom VfK 01 Berlin verstärkt. In den vergangenen Jahren kämpften die Gastgeberinnen fast immer gegen den Abstieg in die 2. Bundesliga. Diesmal wollen sie in der Tabelle weiter oben landen.

Der MTV Wangersen ist nach 26 Jahren Pause zurück im Faustball-Oberhaus. Dank einer engagierten Nachwuchsarbeit hat es der Verein aus dem Kreis Stade wieder in die 1. Bundesliga geschafft. Das erfolgreiche Team des Aufsteigers trainiert nahezu geschlossen seit der U10-Jugend zusammen und spielte bei mehreren deutschen Jugend-Meisterschaften groß auf. Allerdings verpasste das Team den angestrebten Doppel-Triumph.

Nach dem im Frühjahr realisierten Erstliga-Aufstieg in der Halle verpasste das Team auf dem Feld ersatzgeschwächt den zweiten Aufstieg innerhalb weniger Monate. Da war die zuvor dominante Vorstellung in der Hauptrunde der 2. Bundesliga Ost nichts mehr wert. Umso größer ist die Vorfreude auf die nun anstehende Spielzeit unter dem Hallendach. Wangersen startet am Sonntag mit einem Heimspieltag gegen TK Hannover und Bayer 04 Leverkusen (11 Uhr, Sporthalle Wangersen).

Alina Karahmetovic fällt mit Kreuzbandriss lange aus

Ganz entspannt kann Schneverdingens Trainerin Christine Seitz die Spielzeit angehen. Da die deutsche Meisterschaft am letzten Februar-Wochenende in Schneverdingen ausgetragen wird, genießt man den Luxus, als Ausrichter direkt qualifiziert zu sein. Somit entfällt der Qualifikationsdruck. Trotzdem ist es das Ziel der Mannschaft, unter die ersten drei Vereine der Nord-Staffel zu kommen, um auch mit der sportlichen Qualifikation ein Zeichen zu setzen.

Einen herben Rückschlag galt es in der Vorbereitung zu verkraften. Angreiferin Alina Karahmetovic hat sich im Training das Kreuzband gerissen und wird längere Zeit nicht zur Verfügung stehen. Im Angriff verbleibt das bewährte Duo Helle Großmann und Theresa Schröder. Im Zuspiel ist Kapitänin Hinrike Seitz gesetzt. In der Abwehr werden Weltmeisterin Annika Bösch und die wieder genesene Laura Kauk auflaufen.

Komplettiert wird der Kader von Zoe Kleiböhmer, Kimberly Groß und Nathalie Domurath. Das Trio gab kürzlich sein Debüt in der U18-Nationalmannschaft und macht sich Hoffnungen auf die Teilnahme an der Jugend-Weltmeisterschaft im Sommer 2020 in Österreich. Faustballfans sollten sich Sonntag, 17. November, im Kalender anstreichen. Dann sind der Ahlhorner SV und Bayer 04 Leverkusen zu Gast in der KGS-Sporthalle in Schneverdingen.