Harburg
Sportpolitik

Uwe Bahnweg führt jetzt den Kreissportbund

Friedhelm Meyer (l.) und Jürgen Riedel (r.), die den KSB in den vergangenen drei Jahren führten, gratulieren dem neuen Vorsitzenden Uwe Bahnweg zur Wahl.

Friedhelm Meyer (l.) und Jürgen Riedel (r.), die den KSB in den vergangenen drei Jahren führten, gratulieren dem neuen Vorsitzenden Uwe Bahnweg zur Wahl.

Foto: Markus Steinbrück / HA

Der 67-Jährige aus Wistedt wurde in Nenndorf zum neuen Vorsitzenden von fast 90.000 Sporttreibenden im Landkreis Harburg gewählt.

Nenndorf.  Es ist vollbracht. Endlich hat der Kreissportbund (KSB) Harburg-Land einen neuen Ersten Vorsitzenden. Auf dem außerordentlichen Kreissporttag in Nenndorf ist Uwe Bahnweg aus Wistedt zum neuen starken Mann der Spitzenorganisation des Sports im Landkreis Harburg gewählt worden. Er wird zunächst für die kommenden drei Jahre die Interessen von fast 90.000 Sportlerinnen und Sportlern in 184 Vereinen vertreten.

Nach mehr als drei Jahren endet eine Übergangslösung an der KSB-Spitze. Nach dem Tod der langjährigen Vorsitzenden Almut Eutin (Fliegenberg) im August 2016 hatten Sportwart Friedhelm Meyer (Luhdorf) und Schatzmeister Jürgen Riedel (Ashausen) die Geschäfte geführt. Ursprünglich hatten sich die beiden das Ziel gesetzt, bis zum ordentlichen Kreissporttag im Juni 2018 in Jesteburg einen neuen Vorsitzenden präsentieren zu können. Doch die Suche gestaltete sich schwierig.

Friedhelm Meyer und Jürgen Riedel führten die Geschäfte seit drei Jahren

Erst mit der Berufung von Uwe Bahnweg in den KSB-Vorstand, er wurde als Vertreter der Mitgliedsvereine gewählt, kam Bewegung in die Sache. Der Wistedter schnupperte in die Vorstandsarbeit hinein und warf nach wenigen Monaten seinen Hut in den Ring. Die übrigen Vorstandsmitglieder suchten weiter und konnten mindestens zwei Personen bewegen, über eine Kandidatur nachzudenken. Letztlich dazu durchringen konnte sich niemand.

So war Uwe Bahnweg jetzt in Nenndorf der einzige Kandidat. Dass einige der insgesamt 55 Vereinsvertreter, die 177 Stimmen repräsentierten, geheime Wahl beantragten, macht deutlich, dass Bahnweg mit seiner zuweilen forschen Art nicht überall auf Gegenliebe stößt. Das Wahlergebnis lässt aber keine Zweifel aufkommen, dass der Mann vom Todtglüsinger SV eine breite Basis hinter sich weiß. Auf Bahnweg entfielen 142 Ja-Stimmen und 30 Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen. „Ja, ich nehme die Wahl an“, sagte der neue Harburger KSB-Vorsitzende auf die Frage von Joachim Homann. Der KSB-Vorsitzende des Heidekreises fungierte als Wahlleiter.

142 Ja-Stimmen und 30 Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen

Gleich im nächsten Satz würdigte Uwe Bahnweg die Arbeit von Friedhelm Meyer und Jürgen Riedel, die den KSB in den vergangenen drei Jahren durch ruhige Gewässer geführt hätten. „Wir werden Dich unterstützen, damit Du Dich in das Amt einarbeiten kannst“, sagte Freidhelm Meyer.

„So viele Stimmen als Neuling zu bekommen, ist ein tolles Ergebnis“, sagte Uwe Bahnweg, „gerade weil ich mich mit Lärm in den Vordergrund gedrückt habe. Dabei bin ich sicher dem einen oder anderen auf die Füße getreten.“ Ohne Abstimmung mit den Vorstandsmitgliedern hatte er im Frühjahr 2019 beispielsweise vier sogenannte Stammtische organisiert, um sich den Vereinen vorzustellen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Bahnweg: „Ich sehe mich in der Tradition von Almut Eutin“

Diese Einrichtung will Bahnweg beibehalten, um abseits der von Regularien geprägten Sporttage und Kreistreffen mit den Vereinen in den Dialog zu kommen. „Ich sehe mich in der Tradition von Almut Eutin“, so Bahnweg. Auch seine Vorgängerin hatte den KSB immer als Dienstleister für die Vereine angesehen und ihr Handeln danach ausgerichtet.

Und was wird die erste Amtshandlung sein? „Ich werde mit den Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle zwei Tage in Klausur gehen. Ich möchte wissen, was sie machen, was der Vorstand für sie tun kann und wo Probleme sind.“ Ein großer Schwerpunkt des kommenden Jahres ist das 75-jährige Bestehen des Kreissportbundes Harburg-Land.

2020 wird der KSB 75 Jahre alt, Ehrenamtliche stehen im Fokus

„Das soll kein Fest für Funktionäre werden. Wir wollen unsere Ehrenamtlichen in den Mittelpunkt stellen und ihnen danken“, verrät Uwe Bahnweg einen Ansatz seiner zukünftigen Arbeit. Eine exaktes Gründungsdatum findet sich in den Unterlagen nicht. Verbrieft sei lediglich, dass der KSB in den ersten November-Tagen des Jahres 1945 in den Baracken der ehemaligen Bezirksverwaltung gegründet worden sei. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten ist für den 7. November 2020 angedacht.

Ein zweites großes Projekt ist die Neuverteilung der Übungsleiterzuschüsse an die Vereine. Der Landessportbund Niedersachsen hat eine erhebliche Vereinfachung des bisherigen bürokratischen Verfahrens beschlossen. Vom 1. Januar 2020 können Vereine die erforderlichen Angaben online vornehmen. Dafür sind allerdings umfangreiche Schulungen notwendig, die zeitnah, zum Beispiel im Rahmen von Qualifix-Seminaren, beginnen müssen. Immerhin ist das bisherige, papiergebunden Verfahren seit Jahrzehnten praktiziert worden.

Mehr Selbstbewusstsein gegenüber dem Landessportbund

Insgesamt will Uwe Bahnweg dem in Hannover ansässigen Landessportbund selbstbewusster gegenüber treten. Immerhin ist der KSB Harburg-Land der sechstgrößte Kreissportbund in ganz Niedersachsen und hat als einziger KSB zwei Vereine in den Top-Ten der größten Sportvereine. Sein Heimatclub, der Todtglüsinger SV, steht mit etwa 8100 Mitgliedern an dritter Stelle, Blau-Weiss Buchholz (6200 Mitglieder) an Position sechs. „Ich habe keine Angst vor irgendwas. Wenn man etwas erreichen will, muss man es auch versuchen und nach vorne gehen.“ Diese Aussage klingt wie ein Motto des neuen Vorsitzenden. Es weht ein frischer Wind.