Harburg
Handball

Schulter-Operation: Annika Lott fällt monatelang aus

Auf solche Bilder von Annika Lott müssen die BSV-Fans in der Halle Nord und allen anderen Sporthallen bis ins neue Jahr verzichten.

Auf solche Bilder von Annika Lott müssen die BSV-Fans in der Halle Nord und allen anderen Sporthallen bis ins neue Jahr verzichten.

Foto: DIETER LANGE / Buxtehuder SV

19-Jährige hat starke Schmerzen bei Würfen und Überkopfaktionen. Buxtehudes beste Werferin konnte nur noch Abwehr trainieren.

Buxtehude.  In der vergangenen Saison war Annika Lott die erfolgreichste Werferin des Handball-Bundesligisten Buxtehuder SV. Vor zwei Wochen warf die 19-Jährige sechs Tore beim Auftaktsieg gegen die HSG Bad Wildungen. Lott spielte bereits unter starken Schulter-Schmerzen. Jetzt wird sie eine Operation für mehrere Monate ausbremsen.

„Ich habe schon seit etwa anderthalb Jahren Schulterschmerzen, manchmal stärker, manchmal schwächer“, sagt die abschlussstarke Rückraumspielerin. Es folgte eine Odyssee an Behandlungen und vermeintlichen Heilmethoden – nichts half der 19-Jährigen. „Ich bin mittlerweile beim fünften Arzt. Niemand konnte mir sagen, was ich genau habe. In den letzten Monaten haben die meisten Ärzte eine konservative Behandlung bevorzugt. Auch eine Eigenbluttherapie habe ich hinter mir“, berichtet Lott.

Odyssee an Behandlungen – nichts half der 19-Jährigen

Schließlich empfahl ihr der Hausarzt einen Schulter-Spezialisten in Hannover. Dieser diagnostizierte das sogenannte Impingement-Syndrom. Ein Zusammenstoßen des Schulterdachknochens und des Oberarmkopfes verursacht teils starke Schmerzen, insbesondere bei Würfen und anderen Überkopfaktionen. „In der letzten Zeit war es extrem. Ich habe nur noch in der Abwehr trainiert, Werfen war nicht mehr möglich. Je mehr Würfe man macht, desto schlimmer wird der Schmerz“, sagt Lott.

Am Sonnabend spielen Buxtehudes Frauen auswärts beim Aufsteiger Mainz 05. Voraussichtlich wird Annika Lott ihr vorerst letztes Bundesligaspiel absolvieren. Am Montag steht die Operation an.

Schulter-Spezialist in Hannover diagnostizierte Impingement-Syndrom

„Wie lange ich genau fehlen werde, konnte mir keiner sagen. Wahrscheinlich werden es drei oder vier Monate. Genaueres kann man erst nach der Operation sagen“, sagt die 19-Jährige. Grundsätzlich sei sie nicht geschockt vom anstehenden operativen Eingriff. „Dass es jetzt aber so schnell ging, überrascht mich ein bisschen. Allerdings habe ich in den letzten Wochen schon mit einer Operation gerechnet, da es einfach nicht besser wurde.“ In den nächsten Monaten wird sich die Rückraumspielerin auf ihr Jura-Studium konzentrieren können. Im Oktober beginnt für Lott das dritte Semester an der Universität Hamburg.

Mit Jessica Oldenburg fehlt bereits eine weitere Rückraumschützin

Trainer Dirk Leun sorgt sich derweil angesichts des Ausfalls der besten Werferin um die Position im linken Rückraum. „Das reißt natürlich vorn wie hinten eine ziemliche Lücke. Das muss man erstmal wegstecken“, sagt er. Auch die zweite nominelle Besetzung, Jessica Oldenburg, fällt aufgrund einer Schwangerschaft aus. Gut möglich, dass der BSV nochmal auf dem Transfermarkt nachlegen wird. BSV-Manager Peter Prior schließt die Verpflichtung einer neuen Spielerin nicht aus. Allerdings wolle man nichts überstürzen.