Harburg
Handball-Bundesliga

Zu viele Fehler: Niederlage für die BSV-Frauen

Mareike Thomaier (Leverkusen, rot) und Lisa Prior (Buxtehude) hechten nach dem Ball

Mareike Thomaier (Leverkusen, rot) und Lisa Prior (Buxtehude) hechten nach dem Ball

Foto: Dieter Lange/Buxtehuder SV / BSV/Dieter Lange

Das große Manko des BSV war die Chancenauswertung, die Buxtehuder Handballfrauen haben zu viele klare Torchancen liegen gelassen

Buxtehude.  Wie schon in den zwei Testspielen vor der Saison war Bayer 04 Leverkusen auch am Wochenende im ersten Bundesliga-Heimspiel der Handballfrauen des Buxtehuder SV die bessere Mannschaft. Oder auch nur das glücklichere Team.

Wer vermag das bei einem knappen Ergebnis von 22:24 (12:11) mit Bestimmtheit zu sagen? BSV-Trainer Dirk Leun fasste es nach dem Spiel so zusammen: „Wir haben zwei, drei Fehler mehr gemacht als Leverkusen und damit die überraschende Chance verspielt, zwei Punkte zu holen.“

Zur Einordnung der angesprochenen Fehlerquote: Gästetrainer Robert Nijdam hatte acht technische Fehler und zwölf Fehlwürfe seiner „Werkselfen“ gezählt. Am Ende jedenfalls hat die Mannschaft gewonnen, die weniger Fehler gemacht hat.

Drei Siebenmeter nicht verwandelt

Das große Manko des BSV war die Chancenauswertung, die Buxtehuder Handballfrauen haben zu viele klare Torchancen liegen gelassen – einschließlich dreier Siebenmeter, die nicht verwandelt wurden. Zweimal patzte Lisa Prior, einmal Lone Fischer.

Beide Teams gingen trotz ihrer deutlichen Auftaktsiege am ersten Bundesligaspieltag in der Buxtehuder Halle Nord äußerst nervös in die Partie. Auf beiden Seiten war das Spiel von vermeidbaren Anspielfehlern geprägt.

Kamen die Teams doch einmal zu einem Torwurf, waren beim BSV Torhüterin Katharina Filter, die es am Ende auf acht Paraden brachte, und bei Leverkusen Vanessa Fehr (15 Paraden) häufig zur Stelle.

BSV-Trainer Dirk Leun, der neben den Langzeitverletzten Lea Rühter und Paulina Golla zudem wegen einer Mittelohrentzündung auf Annika Lott verzichten musste, nahm bereits beim Spielstand von 2:1 nach nicht einmal sechs Minuten die erste Auszeit.

Jeder Treffer hart erarbeitet

Aber auch in der Folge hatten beide Teams Probleme mit dem Angriffsspiel. Die Deckungsreihen machten es den Offensivspielerinnen schwer, zum Torerfolg zu kommen.

Jeder Treffer musste tatsächlich hart erarbeitet werden. Bis zur Pause konnte sich kein Team absetzen. Rechtsaußen Maike Schirmer brachte den BSV kurz vor der Pause mit 12:11 in Führung. Nach dem Seitenwechsel bot sich den gut 1000 Zuschauer in der Halle Nord ein ähnliches Bild. Die Abwehrreihen dominierten und die Angriffe wurden auf beiden Seiten immer wieder durch Fehlpässe gestoppt.

Maike Schirmer bescherte Buxtehude wie bereits vor der Pause mit 17:15 einen Zwei-Tore-Vorsprung. Danach versäumten es die BSV-Frauen aber, die Führung auszubauen, kassierten nach dem 19:17 drei Gegentreffer in Folge. In der Halle bejubelten die Fans jeden Treffer des BSV frenetisch.

Spannung bis in die Schlussminuten

Auch das 20:20 von Mieke Düvel. Es blieb spannend bis in die Schlussminuten. Leverkusen legte vor, Buxtehude zog nach. Vom Spielverlauf her wäre zu diesem Zeitpunkt eine Punkteteilung das gerechte Ergebnis gewesen.

Doch in der entscheidenden Phase versagten den ansonsten sicheren BSV-Siebenmeterschützinnen Lone Fischer und Lisa Prior die Nerven. Fischer, mit sieben Toren beste Werferin des BSV, scheiterte an Vanessa Fehr und Lisa Prior warf den Ball an die Unterkante der Latte.

Diese Nachlässigkeiten wussten die „Werkselfen“ zu bestrafen. Jennifer Rode und Mareike Thomaier bescherten Leverkusen mit 24:22 die erste Zwei-Tore-Führung im Spiel.

Dirk Leun stellte sein Team auf eine offene Deckung um. Leverkusen konnte so zwar an einem weiteren Torerfolg gehindert werden, doch auch die BSV-Frauen kamen zu keinem weiteren Treffer. Nach zuletzt sechs Siegen in der Bundesliga gegen Leverkusen in Folge musste sich der BSV dem Vorjahresfünften geschlagen geben.

Es waren viele Emotionen im Spiel

Robert Nijdam sagte nach dem Spiel: „Ich muss Buxtehude Respekt aussprechen, wie sie das mit den vielen Ausfällen und dem kleinen Kader gelöst haben. Wir haben uns sehr schwer getan. Es waren viele Emotionen im Spiel. Am Ende haben wir glücklich gewonnen.“

Das hatte auch Dirk Leun so gesehen, sprach von einem knappen aber glücklichen Erfolg für Leverkusen. „Aber es zählen die Tore und da hat Leverkusen zwei mehr geworfen. Meine Mannschaft hat die taktischen Vorgaben in der Abwehr hervorragend umgesetzt. Am Ende ist es entscheidend, dass wir zwei Siebenmeter verwerfen. Mit einer besseren Tagesform wäre ein Sieg möglich gewesen.“

Besonders ärgerte sich Lone Fischer über die unnötige Niederlage: „Wir verballern in der wichtigen Phase zwei Siebenmeter, aber wir haben das ganze Spiel über zu viele klare Chancen nicht rein gemacht.“ Die gegen Leverkusen liegen gelassenen Punkte wollen die BSV-Handballfrauen am kommenden Sonnabend auswärts bei Aufsteiger FSV Mainz 05 einfahren.