Harburg
Erfolgsgeschichte

8000 Fans sehen Schalke 04 im DFB-Pokal in Drochtersen

Rigo Gooßen, Präsident der SV Drochtersen/Assel. Zum dritten Mal nimmt die SV Drochtersen/Assel am DFB-Pokal teil – und zum dritten Mal kommt mit Schalke 04 ein großer Name aus der Bundesliga in den Landkreis Stade.

Rigo Gooßen, Präsident der SV Drochtersen/Assel. Zum dritten Mal nimmt die SV Drochtersen/Assel am DFB-Pokal teil – und zum dritten Mal kommt mit Schalke 04 ein großer Name aus der Bundesliga in den Landkreis Stade.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Knappen kommen am Sonnabend. Die Überschüsse aus drei Pokal-Auftritten investiert Fußball-Regionalligist auch in Infrastruktur.

Drochtersen..  Zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren haben die Fußballer der SV Drochtersen/Assel die erste Runde im DFB-Pokal erreicht, zum dritten Mal empfangen sie einen Bundesligisten. Am morgigen Sonnabend, 15.30 Uhr, stellt sich der FC Schalke 04 im Kehdinger Stadion vor. Das Spiel ist seit langem ausverkauft. Der Vereinsvorsitzende Rigo Gooßen managt den Dorfverein seit seinem 22. Lebensjahr. Im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt hat der 59-Jährige auch verraten, was mit den Überschüssen passiert.

Wie bewerten Sie den Saisonstart Ihrer Mannschaft?

Rigo Gooßen Nach der unglücklichen Niederlage in Hannover hatte ich Angst, dass wir den Saisonstart verpatzen. Aber nach zwei Heimsiegen haben wir sechs Punkte – das hatte ich erhofft.

Was ist in dieser Saison möglich?

Schwer zu sagen. In der Breite sind wir stärker besetzt als im Vorjahr, aber uns fehlen noch Stammkräfte. Unser großes Ziel ist es, den fünften Platz zu bestätigen. Das wird schwer, denn mit den Meisterschaftsfavoriten Flensburg, Lübeck, Wolfsburg und Bremen sollten schon vier Vereine vor uns landen.

Im Niedersachsenpokal geht es wieder gegen Eintracht Braunschweig. Das Weiterkommen wird noch schwerer als zuletzt...

Auf Landesebene hat uns die Losfee den schwersten Gegner beschert. Braunschweig ist nach dem Topstart in der 3. Liga ein anderes Kaliber als im Vorjahr.

Im DFB-Pokal läuft es mit Spielen gegen Gladbach, Bayern und Schalke optimal. Hat der Fußballgott Drochtersen besonders lieb?

Es gibt Phasen, in denen läuft alles richtig gut, und welche, in denen es schlecht läuft. Seit einigen Jahren scheint die Sonne über dem Kehdinger Stadion. Wir haben das Glück auf unserer Seite. Das kann sich aber sehr schnell ändern.

Wie läuft die Vorbereitung auf das Schalke-Spiel?

Wir sind angenehm überrascht von der Lockerheit, mit der uns die Schalker begegnen. Alle Wünsche sind total erfüllbar. Zum Beispiel Marmorkuchen und 20 Bananen vor dem Anpfiff oder 70 Kilo Eis in der Halbzeit in der Kabine.

Hatten die Bayern mehr Sonderwünsche?

Ja, aber das ist auch der FC Bayern. Insgesamt war es eine extrem angenehme Zusammenarbeit mit den Bayern. Arroganz oder Hochnäsigkeit habe ich nicht erlebt. Das Verhältnis zwischen Profis und Amateuren ist eher angenehm.

Gab es ein außergewöhnliches Erlebnis?

Das war, als die Fans im Stadion einen kleinen Schaden angerichtet hatten und Karl-Heinz Rummenigge anrief und sagte, den hätten wir aber bescheiden abgerechnet. Er hat den Betrag verdoppelt.

Mit 8000 Zuschauern wird gegen Schalke eine neue Höchstmarke im Kehdinger Stadion erreicht – ein Rekord für die Ewigkeit?

So voll war unser Stadion noch nie. Aber was in der Zukunft ist, weiß man nie.

Wie hoch sind die Einnahmen?

Wir werden durch die zusätzlichen 500 Plätze etwa 10.000 Euro mehr einnehmen. An das Bayernspiel kommen wir aber nicht heran, weil wir höheren Eintritt verlangt hatten. Der Überschuss hat uns einen Saisonetat beschert.

Was passiert mit dem Geld aus den drei DFB-Pokalspielen?

Ein großer Teil fließt in den laufenden Etat der Ligamannschaft. Auch die unteren Teams und die anderen Abteilungen profitieren. Außerdem werden unser Kunstrasen in Drochtersen und der Rasenplatz in Assel bald erneuert, um die Trainingsbedingungen zu verbessern.

Ist der Ausbau der Gegengerade geplant?

Wir wollen den dörflichen Charakter bewahren, müssen aber unser Vereinshaus neu gestalten, weil wir teilweise antiquarische Bedingungen haben. Unsere Geschäftsstelle ist quasi ein Kinderzimmer. Zudem müssen wir den heutigen IT-Ansprüchen gerecht werden. Das alles wollen wir in den nächsten drei Jahren verändern. Wenn dann noch ein paar Businessplätze herausspringen, wäre das gut.

Zurück zum Schalke-Spiel. Träumen Sie dieses Mal von einer Sensation?

Ich finde das vermessen. Wir spielen gegen einen Bundesligisten, da müsste schon alles hundertprozentig passen. Ich bin eher Realist und freue mich auf ein richtig tolles Fußballereignis.

Sie sind mit 22 Jahren Manager geworden. Was war der Höhepunkt Ihrer bisherigen Funktionärskarriere?

Die dreimalige Qualifikation für den DFB-Pokal, die uns deutschlandweit bekannt gemacht hat, ist etwas Besonderes. Aber auch der Aufstieg in die Regionalliga und dass wir uns dort halten können. Wenn ich das 1982 erzählt hätte, hätten alle gesagt: Der ist reif für die Klapse!