Harburg
Fussball

Drochtersen gewinnt erneut den Arriba-Cup

Das tut weh. Abwehrspieler Daniel Strohmeyer vom FTSV Altenwerder (am Boden) bringt im ersten Turnierspiel Süderelbes Marius Wilms zu Fall.

Das tut weh. Abwehrspieler Daniel Strohmeyer vom FTSV Altenwerder (am Boden) bringt im ersten Turnierspiel Süderelbes Marius Wilms zu Fall.

Foto: Volker Koch

Regionalligist behauptet sich in Neugraben vor dem punktgleichen HSV III. Gastgeber FC Süderelbe denkt über hochkarätiges Hallenturnier nach.

Neugraben.  Wie es scheint, etabliert sich mit dem Arriba-Cup des FC Süderelbe unmittelbar vor dem Pflichtspielstart in die neue Fußballsaison ein Vorbereitungsturnier im Hamburger Süden, das im Gegensatz zum traditionsreichen Harburg-Pokal großen Wert auf hochklassigen Fußball legt.

Und auch in der Halle will der FC Süderelbe mit einem eigenen, hochkarätig besetzten Indoor-Event in Zukunft mitmischen. „Wir arbeiten daran, zum Ende des Jahres ein Hallenturnier auf die Beine zu stellen, das an bis zu vier Tagen Spitzenfußball verspricht“, sagte Joachim Stoltzenberg, der Erste Vorsitzende des FC Süderelbe, am Rande der zweiten Auflage des Arriba-Cups auf der vereinseigenen Sportanlage am Kiesbarg.

Wie bei der Premiere 2018 geht der Sieg nach Kehdingen

Der Regionalligist SV Drochtersen/Assel konnte ein zweites Mal als Teilnehmer des Arriba-Cups gewonnen werden. Die Oberliga Hamburg war durch die dritte Mannschaft des Hamburger SV und Gastgeber FC Süderelbe vertreten und natürlich durfte der Nachbarverein und Landesliga-Aufsteiger FTSV Altenwerder nicht fehlen.

Am Ende gab es zwar das erwartete Ergebnis mit dem Turniersieg der Kehdinger aus dem Nachbarkreis Stade, aber die Hamburger mit der Raute auf der Brust machten es dem klassenhöheren Gegner nicht leicht, den silbernen Wanderpokal erneut mitzunehmen.

Oberliga-Aufsteiger HSV III spielt 2:2 remis gegen Drochtersen

Im direkten Vergleich trotzten sie D/A ein 2:2-Unentschieden ab. Die Kehdinger und die Hamburger waren mit nur jeweils einem halben Dutzend vereinseigener Leute, dafür aber vielen sogenannten Gastspielern am Kiesbarg angetreten.

Am Ende gab die Höhe der Siege gegen die Lokalmatadoren aus Neugraben, den FC Süderelbe und FTSV Altenwerder, den Ausschlag für den erneuten Turniersieg der SV Drochtersen/Assel. Sie kam jeweils zu drei Treffern, setzte sich gegen Altenwerder mit 3:1 und gegen Süderelbe mit 3:0 durch. Die HSVer dagegen hatten beim 1:0 gegen Süderelbe und 2:1 gegen Altenwerder mehr Mühe, ihre Spiele zu gewinnen.

Landesligist FTSV Altenwerder verliert alle drei Turnierspiele

Die Phase, in der mögliche neue Spieler unter Wettkampfbedingungen getestet werden, hat der FC Süderelbe längst hinter sich. Süderelbes Trainer Timucin Gürsan geht mit einem stark verjüngten Team in die neue Fußball-Oberligasaison. „Außerdem müssen wir mit Edison Sa Borges Dju einen Spieler ersetzen, der für uns zuletzt 20 Tore erzielt hat“, beschreibt Gürsan seine Aufgabe.

Zusammen mit dem Torjäger haben mit Justin Heinbockel, der mit seinem neuen Verein Drochtersen/Assel noch einmal an den Kiesbarg zurückgekehrt war, und Vedat Düzgüner drei namhafte Spieler dem FC Süderelbe den Rücken gekehrt. Einer, der die Lücke in vorderster Linie schließen könnte, ist Neuzugang Marius Wilms vom niedersächsischen Landesliga-Absteiger TV Meckelfeld, der beide Tore beim 2:0-Auftaktsieg gegen Altenwerder erzielte.

Süderelbe setzte A-Jugend-Keeper von Concordia ein

Verletzungen von Torhüter Yalcin Ceylani, Simon Keisef und Christopher Mahrt, die die gesamte Vorbereitung nicht mitmachen konnten, machen den Start des FC Süderelbe in die neue Saison nicht gerade leichter. Apropos Torhüter: Timucin Gürsan stand für den Arriba-Cup nicht ein einziger mannschaftseigener Keeper zur Verfügung, weshalb mit Vurkan Dogan ein A-Jugendlicher von Concordia einspringen musste. Ceylani will aber in dieser Woche und damit rechtzeitig vor dem Pokalspiel am Sonntag beim Bostelbeker SV wieder ins Training einsteigen.

Frank Paul ist neuer Co-Trainer von Timucin Gürsan

Trotz der personellen Neuausrichtung ist dem Trainer des FC Süderelbe vor der neuen Saison nicht bange. „Wenn wir unseren neuen Spielern die Oberliga nicht zutrauen würden, hätten wir sie nicht verpflichtet“, sagte Gürsan, der mit Frank Paul ein Süderelbe-Urgestein als Co-Trainer an seiner Seite weiß. „Ich bin seit 49 Jahren im Verein und habe in dieser Zeit viele Jugend- und Herrenmannschaften trainiert“, sagte Paul. Nach einem Jahr Pause habe er jetzt wieder richtig Lust auf den Trainerjob.

Richtig Lust auf Turniere scheint Joachim Stoltzenberg zu haben, der neben den Plänen für ein eigenes Hallenturnier auch dem Arriba-Cup gern noch größeres Gewicht verleihen möchte. „Wir gehen da Schritt für Schritt voran. Aber ein Turnier über ein ganzes Wochenende mit mehr als nur vier Mannschaften kann ich mir gut vorstellen“, sagte der Vereinschef. Als Location für das große Hallenturnier hat Stoltzenberg die CU-Arena am S-Bahnhof Neugraben im Blick. Dort hatten zuletzt 2300 Zuschauer den erfolgreichen Weltmeisterschaftskampf von Boxer Sebastian Formella verfolgt. „Wir haben schon geklärt, dass uns die Halle zur Verfügung stehen würde“, sagte er.

Weihnachtsturnier könnte von Buxtehude in die CU-Arena wandern

Die Idee des Vereins, das eigene Turnier an Weihnachten und den folgenden Tagen bis Silvester auszurichten, hat der Rückzug des Buxtehuder SV vom Fußball ausgelöst. Nach Streitigkeiten mit dem Vorstand des Gesamtvereins – es ging in erster Linie um das liebe Geld – hatte die Fußballabteilung des Buxtehuder SV seine Mannschaften kurz vor dem Saisonende 2018/2019 vom Spielbetrieb zurückgezogen.

„Die haben ja nicht alles falsch gemacht“, sagte Joachim Stoltzenberg Richtung BSV. Besonders die große Tombola mit vielen wertvollen Preisen habe das Buxtehuder Weihnachtsturnier, das seit Jahrzehnten seinen festen Platz am 26. Dezember hatte, so besonders attraktiv gemacht. Stoltzenberg: „Das wäre etwas, das wir als Idee übernehmen könnten.“