Leichtathletik

Xenia Rahn hat auch ohne Training nichts verlernt

Letzter großer Auftritt: Xenia Rahn und Trainer Wolfgang Striezel (MTV Hanstedt) bei den deutschen Mehrkampf-Meisterschaften 2018 in Wesel.

Letzter großer Auftritt: Xenia Rahn und Trainer Wolfgang Striezel (MTV Hanstedt) bei den deutschen Mehrkampf-Meisterschaften 2018 in Wesel.

Foto: MTV Hanstedt

Ehemalige Mehrkämpferin vom MTV Hanstedt wird mit dem Speer Zweite bei den Landesmeisterschaften in Göttingen.

Hanstedt/Winsen.  Zehn Monate lang hatte Xenia Rahn keinen Speer in die Hand genommen. Zuletzt war das im August 2018 bei den deutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Wesel der Fall gewesen. Danach hatte die Mehrkämpferin vom MTV Hanstedt ihre leistungssportliche Karriere beendet, sich aber die Option offen gehalten, in der einen oder anderen Einzeldisziplin anzutreten. Diese Option zog die 28-Jährige nun bei den niedersächsischen Leichtathletik-Landesmeisterschaften in Göttingen.

Unverständlich – Rahns Wettkampfspeer wurde nicht zugelassen

Sie kann es immer noch. Mit 43,36 Meter belegte Xenia Rahn den zweiten Platz. Das war nur 18 Zentimeter weniger als in Wesel. „Und das ohne Training. Die Leistung ist sehr beachtlich“, sagte Hanstedts Trainer Wolfgang Striezel. Rahn ärgerte sich sogar etwas darüber, nicht Landesmeisterin geworden zu sein. Den ersten Platz im Speerwurf der Frauen holte sich Florentine Gilde (Hannover 96) mit 44,85 Meter.

Nicht förderlich war der Umstand, dass Rahns Speer von den Kampfrichtern nicht zugelassen worden war. An einer Stelle soll er zu dünn gewesen sein. „Verstanden habe ich das nicht. Mit diesem Speer hat Xenia mehrfach bei deutschen Meisterschaften geworfen. Da hat es nie Probleme gegeben“, so Striezel.

Mira Waterhölter und Jennifer Soetebier siegen für die LG Nordheide

Die Teilnehmerinnen der LG Nordheide gewannen in Göttingen zwei Titel für die Leichtathleten aus dem Landkreis Harburg. Eine von ihnen ist Mira Waterhölter aus Borstel. Eine Woche zuvor war die Diskuswerferin mit persönlicher Bestweite Siebte bei den deutschen U23-Meisterschaften in Wetzlar geworden. In Göttingen steigerte sie ihre Marke um weitere 80 Zentimeter und wurde mit 48,45 Meter souverän Niedersachsenmeisterin.

Zum Bezirksrekord fehlen der 19-Jährigen nur noch 43 Zentimeter. Die Überlegenheit des Schützlings von Trainer Wilfried Oppermann war so groß, dass fünf ihrer sechs Würfe zum Titelgewinn gereicht hätten. Julia Jobmann vom TSV Stelle belegte mit 37,07 m den vierten Platz in dieser Konkurrenz.

Hochspringerin aus Winsen startet bei EM-Qualifikation in Mannheim

Den zweiten Landestitel für die LG Nordheide gewann Jennifer Soetebier im Hochsprung der weiblichen U18-Jugend. Nachdem die Winsenerin 1,67 Meter übersprungen hatte, waren alle Konkurrentinnen ausgeschieden. Soetebier ließ die Latte auf 1,73 m legen – eine Höhe, die an diesem Tag zu groß war. „Sicherlich fehlte dann auch die Spannung“, vermutet Oppermann. Teamkameradin Ann Katrin Liepelt belegte mit 1,53 m den geteilten vierten Platz.

Am kommenden Wochenende startet Soetebier bei der Junioren-Gala des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Mannheim. Dieser Wettkampf ist die entscheidende Qualifikation für die Europameisterschaften der Altersklassen U20 und U18 in Schweden. Mit ihrer Bestleistung von 1,76 Meter ist die Winsenerin nicht chancenlos.