Harburg
Baseball

Wild Farmers bringen ihren Ex-Coach zur Verzweiflung

Heimsieg der Wild Farmers gegen die Hamburg Stealers.

Heimsieg der Wild Farmers gegen die Hamburg Stealers.

Foto: Georg Hoff / Wild Farmers

Nach zwei Heimsiegen gegen die Hamburg Stealers steht Dohren kurz vor dem Play-off-Einzug. David Wohlgemuth wird des Feldes verwiesen.

Dohren.  Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn die Dohren Wild Farmers nach Abschluss der Hauptrunde in der 1. Baseball-Bundesliga nicht in die Play-offs um die deutsche Meisterschaft einziehen würden. Nach den zwei Heimsiegen (12:8 und 8:4) gegen den Erzrivalen Hamburg Stealers benötigen die Dohrener aus den drei noch ausstehenden Begegnungen gegen die Cologne Cardinals nur einen Sieg, um ihren aktuell vierten Tabellenplatz abzusichern und ins Play-off-Viertelfinale gegen die Mainz Athletics einzuziehen.

Am Sonnabend wird in Köln gespielt, am Sonntag kurz in Dohren

Am Sonnabend stehen für Dohren zwei Auswärtsspiele beim Tabellensechsten in Köln auf dem Plan. Spätestens mit dem Nachholspiel gegen Köln am Sonntag, 23. Juni, um 13 Uhr auf eigener Anlage sollten die Wild Farmers den Einzug ins Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft perfekt machen; diese seinerzeit wegen Dunkelheit abgebrochene Begegnung wird nicht in Gänze neu ausgetragen, sondern im sechsten Inning beim Spielstand von 5:1 für die Heimmannschaft nur zu Ende geführt.

„Die Chancen stehen also nicht schlecht. Eines von drei Spielen sollten wir gewinnen können“, glaubt auch Dohrens Pressesprecherin Kirsten Dallmann an einen Einzug der Wild Farmers in die Play-offs, die bereits eine Woche später beginnen. Gegner ist der souveräne Erste der Bundesliga Süd, Mainz Athletics. Aufgrund der besseren Platzierung hat Mainz zunächst Heimrecht, die dritte Begegnung wird in Dohren ausgetragen. Gespielt werden die Play-offs nach dem Modus Best-of-five.

Gegner im Play-off-Viertelfinale wäre der Süd-Erste Mainz Athletics

Um bis zum Schluss im Geschäft zu bleiben, mussten die Wild Farmers zuletzt auf eigener Anlage gegen die Hamburg Stealers im Show-down um Tabellenplatz vier mindestens ein Sieg holen. Doch danach sah es anfangs vor 250 Zuschauern aber nicht aus; die Hamburger starteten im ersten Spiel mit einem Solo-Homerun und gingen 1:0 in Führung. Als die Stealers im dritten Inning nach fünf Runs davonzuziehen schienen, war es vor allem Jan Hassenpflug, der sein Team mit drei Hits auf 6:6 heranführte. Dohrens Pitcher war nach überstandenen Schulterproblemen gerade erst wieder in das Starting-Line-up gerückt.

Auch Oliver Thieben muss das Spielfeld vorzeitig verlassen

Bei den Hamburgern lagen nach dem Ausgleich die Nerven blank. Trainer David Wohlgemuth, der vergangene Saison noch in Diensten der Wild Farmers stand und in dessen Gefolge auch einige Spieler von Dohren nach Hamburg gewechselt waren, wurde wie schon im Hinspiel in Hamburg des Spielfelds verwiesen. Ebenfalls das Spiel von außen betrachten musste fortan Oliver Thieben, auch er ein ehemaliger Wild Farmer. Drei weitere Runs im achten Inning brachten die Entscheidung zugunsten der Gastgeber, die mit dem 12:8-Sieg ihr Minimalziel bereits erreicht hatten.

Im zweiten Spiel machen die Wild Farmers acht Punkte im achten Inning

Im zweiten Spiel mit den amerikanischen Pitchern – für Dohren der 22 Jahre alte kanadische Linkshänder JP Stevenson; für Hamburg dessen Vorgänger Darren Lauer – legten die Stealers schnell mit zwei Solo-Homeruns vor. Dohren brachte zunächst keinen Runner nach Hause. Mit weiteren Runs im siebten und achten Inning bauten die Hamburger ihren Vorsprung auf 4:0 aus. Das Spiel schien für Dohren verloren.

Doch dann wachte Dohrens Offensive urplötzlich auf. Die Farmers kamen durch drei Runs von Sebastian Jaap, Lars Erhorn und Jan Hassenpflug auf 3:4 heran. Simon Emanuelsson sorgte mit einem 3-Run-Homerun für die 6:4-Führung. Zwei Batter später beförderte Wester Bocio die Kugel über den Zaun zum 8:4-Endstand. Mit sage und schreibe acht Runs im achten Inning drehten die Wild Farmers fast sensationell das Spiel und verbesserten damit ihre Ausgangslage im Kampf um die Play-offs erheblich.