Harburg
Pferdesport

Der deutsche Olympiakader startet in Luhmühlen

Lokalmatador Andreas Dibowski aus Döhle, hier mit It's me am Meßmer-Teich, steht auch 2019 wieder im Fokus.

Lokalmatador Andreas Dibowski aus Döhle, hier mit It's me am Meßmer-Teich, steht auch 2019 wieder im Fokus.

Foto: Volker Koch / HA

Weltelite-Reiter und alle deutschen Stars kommen zum internationalen Vielseitigkeitsturnier vom 13. bis 16. Juni.

Luhmühlen.  Der Name ist noch etwas sperrig. Aber was unter der offiziellen Bezeichnung „Longines Luhmühlen Horse Trials“ gemeint ist, dürfte jeder Freund des Pferdesports und auch der Großteil aller anderen Sportfans wissen. Zum internationalen Vielseitigkeitsturnier ist die Weltelite dieser Disziplin regelmäßig Mitte Juni auf dem Turniergelände in der Westergellerser Heide zu Gast. Das ist in diesem Jahr nicht anders. Konkret findet das Turnier von Donnerstag, 13. Juni, bis Sonntag, 16. Juni, statt.

Neue Bezeichnungen für die kurze und die lange Prüfung

Gewöhnungsbedürftig sind allein noch die neuen Bezeichnungen für die ehemalige Vier-Sterne-Prüfung, die jetzt Longines CCI5*-L heißt, und die etwas kürzere Meßmer-Trophy, die seit 2019 unter CCI4*-S firmiert. An den Buchstaben „L für Long“ und S für Short“ lässt sich die Streckenlänge ablesen. Nicht neu ist, dass im Rahmen der kürzeren Prüfung erneut der deutsche Meistertitel in der Vielseitigkeit vergeben wird.

Insgesamt 17 Nationen – Deutschland nicht mitgezählt – werden in die Lüneburger Heide reisen. Klangvolle Namen haben sich bis zum Meldeschluss in die Starterliste eintragen lassen. Wie von Bundestrainer Hans Melzer angekündigt, ist der gesamte Olympiakader in Luhmühlen dabei. Dazu gehören Sandra Auffarth, die beim deutschen Springderby in Klein Flottbek abermals mit dem dritten Platz unter den Spezialisten abermals zu gefallen wusste, Lokalmatador Andreas Dibowski aus Döhle, der mehrfache Weltmeister und Olympiasieger Michael Jung, Ingrid Klimke, Julia Krajewski, Jörg Kurbel, Andreas Ostholt, Kai Rüder und Josefa Sommer. Die Perspektivkader und der U25-Nachwuchskader haben ebenfalls vollständig genannt.

Großer Pferdesport und attraktives Rahmenprogramm

Der in Großbritannien lebende Australier Sam Griffith wird Paulank Brockagh reiten, mit dem er das Turnier in Badminton gewann. Andrey Hoy startet mit Vassily de Lassos, mit dem er bei den Weltmeisterschaften in Tryon auf dem vierten Platz rangierte. Auch aus Großbritannien reist ein starkes Kontingent an. Sarah Bullimore reitet den erfahrenen Reve du Rouet, mit dem sie bereits in Vier-Sterne-Prüfungen in Pau und Burghley hochplatziert war. Kristina Cook gewann Teamsilber bei den Olympischen Spielen in London und Einzelbronze 2008 in Hongkong. Aus Italien kommt mit Pietro Roman mit Barraduff ebenfalls ein hocherfahrenes Paar.

In Luhmühlen sind auch drei japanische Reiter am Start – für sie sind alle Vorbereitungen auf die Olympischen Reiterspiele im kommenden Jahr in ihrer Hauptstadt Tokio ausgerichtet. Ebenfalls genannt haben der Luhmühlen-Sieger Tim Price und die Vielseitigkeitslegende Mark Todd, beide aus Neuseeland.

Fohlenpräsentation, Dog Agility und Jump Drive

Den Besuchern wird neben dem eigentlichen Turniergeschehen eine ganze Menge mehr geboten. Die Geschäftsführerin der Turniergeselleschaft Luhmühlen (TGL) gibt einen Überblick. „Das Schauprogramm widmet sich an den Dressurtagen dem Nachwuchs. Am Donnerstag findet eine Fohlenpräsentation statt. Das Cross-Country-Fun hat sich aufgrund der großen Beliebtheit bei den jüngsten Besuchern einen festen Platz im Schauprogramm gesichert und findet erneut am Freitag statt. Am Sonnabend präsentiert das Showteam Power Speed einen Querschnitt der Sportart Dog Agility. Und am Sonntag ist erneut Teamwork gefragt, wenn Top-Reiter mit Nachwuchsreitern im rasanten Jump Drive einen Parcours absolvieren“, berichtet Julia Otto. Shopping-Meile, Gastronomiebereich und Kinderaktivitäten runden das Programm ab.

Erfolgreicher Saisonauftakt für viele Luhmühlen-Starter

Für viele Teilnehmer ist die Saison bislang sehr erfolgreich gelaufen. Tim Price führt zurzeit die Weltrangliste der Vielseitigkeitsreiter an. Zurück in Luhmühlen ist auch Zara Tindall. Die Tochter von Prinzessin Anne und Captain Mark Phillips war bereits mehrmals erfolgreich in der ehemaligen Vier-Sterne-Prüfung. Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben sich in den letzten Prüfungen in Topform präsentiert.

Lange Jahre war Mark Philips der Parcoursdesigner in Luhmühlen. Vor einigen Jahren wurde er von seinem Landsmann Mike Etherington-Smith abgelöst. Dieser beschreibt die von ihm konzipierte Geländestrecke der langen CCI5*-L-Strecke wie folgt: „Die Prüfung ist Sport auf höchstem Niveau. Dementsprechend ist der gesamte Aufbau intensiver. Der Kurs ist ein Mix aus großen, klobigen Einzelsprüngen, schräg zu springenden Hindernissen, Ecken, Tiefsprüngen und schmalen Elementen – also ein vielseitiger Test, der Pferde und Reiter physisch und mental auf die Probe stellt“, so Mike Etherington-Smith.