Harburg
Cheerleading

Towers-Danceteam erlebt emotionale WM

Im Finale der Weltmeisterschaft belegte das Hamburg Towers Danceteam den siebten Platz. Zwischendurch blieb etwas Zeit, die Sonne in Florida zu genießen. 

Im Finale der Weltmeisterschaft belegte das Hamburg Towers Danceteam den siebten Platz. Zwischendurch blieb etwas Zeit, die Sonne in Florida zu genießen. 

Foto: Danceteam

Die Cheerleading-Formation des Basketball-Erstliga-Aufsteigers belegt bei den Weltmeisterschaften in den USA den siebten Platz.

Wilhelmsburg/Orlando.  „Das war eine WM mit vielen Höhen und Tiefen“, sagte Katja Baumgärtner. Gemeinsam mit Janice Fabian trainiert sie das Hamburg Towers Danceteam, das normalerweise bei den Heimspielen der Hamburg Towers in der Arena im Wilhelmsburger Inselpark für Stimmung sorgt. Die erfolgreichsten Wochen der von ihnen unterstützten Basketballer, die als Meister der 2. Bundesliga ProA gerade den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft haben, haben die jungen Damen allerdings nicht hautnah miterlebt.

Die Cheerleaderinnen tanzten auf einer deutlich größeren Bühne – bei den Weltmeisterschaften (IASF Dance Worlds) in Orlando/Florida. Im Finale reichte es für die Hamburger Gruppe zum siebten Platz. Für viele Tänzerinnen war es der letzte gemeinsame Auftritt.

Für viele Tänzerinnen war es der letzte gemeinsame Auftritt

Monatelanges Training, Extraschichten an den Wochenenden – das Hamburg Towers Danceteam bereitete sich akribisch auf die Weltmeisterschaften vor. Als Vize-Europameisterinnen in der Kategorie „Senior Hip-Hop“ hatten sie sich vor etwa einem Jahr für die WM in den USA qualifiziert. Für viele Tänzerinnen ging ein jahrelanger Traum in Erfüllung – gleichzeitig der Startschuss für einen finanziellen Kraftakt. „Die ganze Reise hat uns ungefähr 45.000 Euro gekostet“, erzählt Trainerin Baumgärtner. Über Crowdfunding, eine Mode-Kampagne und Spenden-Aktionen bei Heimspielen der Hamburg Towers sammelten die Tänzerinnen 11.000 Euro – und erfüllten sich ihren Traum von der WM.

Kosten der WM-Reise belaufen sich auf 45.000 Euro

Teams aus 17 Ländern, Live-Übertragungen im Internet, die ganz große Bühne. „Die WM war nochmal ein emotionaler Abschluss für uns als Team. Einige Mädchen müssen nach der WM aufhören, aus beruflichen Gründen oder weil sie ins Ausland gehen. Vor dem ersten Auftritt haben wir alle gezittert. Man weiß, man hat nur diese eine Chance“, sagte Katja Baumgärtner.

Beim ersten WM-Auftritt dann der Schock. Tänzerin Saskia Kamp kugelte sich während der Choreografie die Schulter aus, die Wilhelmsburgerinnen mussten ihren Auftritt abbrechen. War der Traum vom Finale damit bereits geplatzt? „Alle waren geschockt. Die Kampfrichter haben uns fünf Minuten Pause gegeben und uns nochmal tanzen lassen“, berichtet die Trainerin. Und selbst die verletzte Saskia Kamp wollte ein zweites Mal tanzen. „Dadurch, dass sie sich vor Schmerzen auf dem Boden gewälzt hat, ist die Schulter von selbst wieder reingesprungen. Saskia wollte unbedingt, dass wir uns nochmal vernünftig präsentieren. Die anderen Teams in der Halle haben das natürlich mitbekommen und uns beim zweiten Auftritt umso mehr angefeuert“, erzählt Katja Baumgärtner.

Saskia Kamp kugelt sich in der Vorrunde die Schulter aus

Der zweite Auftritt glückte zum Glück und das Danceteam qualifizierte sich für das Finale. „Am nächsten Tag war das Adrenalin dann weg und Saskia hatte ziemliche Schmerzen. Sie wurde von der Physiotherapeutin nochmal behandelt und getaped“, erinnert sich Baumgärtner. Wenige Stunden später stand das Finale an, in dem die Wilhelmsburgerinnen schließlich einen respektablen siebten Platz belegten. Weltmeister wurde eine Gruppe von den Philippinen.

„Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Es war schon eine Ehre, überhaupt dabei zu sein“, sagt Baumgärtner. Am Ende müsse man anerkennen, dass die anderen Gruppen besser waren. „Im Gegensatz zu den anderen sind wir keine klassische Tanzschule und kommen nicht direkt aus dem Hip-Hop-Bereich. Unsere Priorität liegt bei 40-sekündigen Auftritten bei den Towers, wo wir viele akrobatische Elemente zeigen. Bei der WM mussten wir plötzlich über zwei Minuten lang tanzen. Das ist eine ganz andere Herausforderung“, erklärt Baumgärtner.

Bei den Towers tanzt das Danceteam nur 40 Sekunden

In den nächsten Wochen hat sie ihrem Danceteam erstmal eine Pause verordnet. „Danach machen wir wieder ein Casting, um neue Tänzerinnen zu finden. Und dann beginnt die Vorbereitung auf die nächste Saison.“

Während die Tänzerinnen in Orlando am Flughafen warteten, verfolgten sie das entscheidende Play-off-Spiel ihrer Hamburg Towers im Internet-Livestream. Im Halbfinal-Krimi gegen Hauptrundenmeister Niners Chemnitz siegten die Hamburger Basketballer in einem dramatischen fünften Spiel der Halbfinal-Serie mit 78:72. Somit durften die Cheerleaderinnen nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft im Abflugbereich des Orlando International Airport ein zweites Mal jubeln. Durch den Sieg schafften die Hamburg Towers den Aufstieg in die 1. Basketball-Bundesliga (BBL). Somit tanzt auch das Danceteam in der kommenden Saison auf erstklassigem Hallen-Parkett.