Harburg
Windsurfing

Luca Müller trainiert für die Slalom-WM

Luca Müller (18) während der Saisonvorbereitung in Ägypten.

Luca Müller (18) während der Saisonvorbereitung in Ägypten.

Foto: HA

Der Windsurfer fühlt sich nach seiner Verletzung am Zeh wieder fit. In dieser Saison hat er Sylt im Blick.

Buxtehude.  Der Buxtehuder Nachwuchssurfer Luca Müller hat ein Problem. Rund einen Meter hohe Wellen schlagen gegen sein Surfbrett. Müller ist anderthalb Kilometer weit vom Strand entfernt, bei der letzten Testfahrt vor dem zweiten Lauf zur Deutschen Windsurfing-Meisterschaft in Zinnowitz (Usedom) herrschen harte Bedingungen. Eine dieser hohen Wellen trifft sein Surfbrett, der Buxtehuder rutscht aus der Fußschlaufe.

An der messerscharfen Finne unter dem Brett schneidet er sich den Zeh bis zum Knochen auf. Die anderthalb Kilometer zurück zum rettenden Strand erscheinen ihm endlos, sein Fuß blutet stark. „Kurz nachdem der Unfall passiert ist und ich auf dem Weg zurück zum Strand war, habe ich gedacht, dass ich in Zukunft nicht mehr surfen kann“, erinnert sich der Estestädter. Am Strand angekommen, wird Luca Müller sofort ins Krankenhaus gebracht. Mit drei Stichen wird die Wunde am Zeh genäht, die Saison 2018 ist für das Nachwuchstalent allerdings gelaufen.

Eine Verletzung bremste Luca Müller beim Surfen aus

Dieser Tag ist mittlerweile zehn Monate her, seinen lädierten Zeh spürt der heute 19-Jährige immer noch nicht. „Das ist ein taubes Gefühl. Ungefähr so, als wenn der Fuß einschläft“, erklärt er. Trotz seiner Verletzung will Luca Müller in der kommenden Saison erneut angreifen – dieses Jahr sogar bei der Weltmeisterschaft. „Es war schon immer ein Ziel von mir, bei der Slalom-WM mitzufahren“, sagt Müller.

Die Slalom-Weltmeisterschaft des Weltverbandes International Funboard Class Association (IFCA) findet in diesem Jahr im Rahmen des jährlichen Summer Openings auf Sylt statt. Ursprünglich stellte das Sylter Summer Opening den Beginn der Serie um die deutsche Meisterschaft dar. Dass nun vom 3. bis 10. Juni auch viele internationale Surfer vor Westerland an den Start gehen werden, ist eine Besonderheit. Der Austragungsort der Slalom-Weltmeisterschaft ändert sich von Jahr zu Jahr, in der vergangenen Saison wurde zum Beispiel noch im dänischen Hvide Sande gesurft.

„Auch wenn ich meinen einen Zeh nicht mehr wirklich spüre, ist es kein großes Problem“, sagt Müller. Dank der Fußschlaufen habe er in der Regel genügend Halt auf dem Surfbrett. „Außerdem habe ich ja zum Glück noch vier andere Zehen, so dass mich das nicht so sehr behindert“, sagt der 19-Jährige lachend.

Neben dem beinahe täglichen Gang ins Fitnessstudio nutzte der Buxtehuder zwei Wochen im März, um in Ägypten mit dem Slalom-Europameister Vincent Langer zu trainieren. Während in Deutschland aufgrund winterlicher Temperaturen nicht an Surfen zu denken war, bereitete sich Luca Müller in Soma Bay am Roten Meer intensiv auf die anstehende Saison vor. „In Ägypten herrschen durchgängig Laborbedingungen. Sommerliche Temperaturen, guter Wind und keine allzu hohen Wellen“, weiß das Talent aus der Estestadt.

Für die Nordsee muss er noch extra trainieren

Allerdings müsse er auch bedenken, dass die Bedingungen auf der Nordsee deutlich härter sind. Das Surfrevier vor Westerland gilt als schwierig, bei starkem Wind warten unregelmäßige, große Wellen und starke Strömungen auf die Surfer. „Um mich an die Sylter Bedingungen zu gewöhnen, werde ich nochmals intensiv in Heiligenhafen trainieren“, sagt Müller. Außerdem plane er, mehrere Tage vor dem Beginn der Weltmeisterschaft anzureisen.

In den kommenden Wochen wolle er nun auch in Deutschland mit dem Training auf dem Wasser beginnen. „Momentan muss ich noch warten, bis sich die Temperaturen einigermaßen eingependelt haben. Sobald das Wetter passt, schnappe ich mir meine Ausrüstung und fahre hoch“, erklärt der Buxtehuder. Bei Temperaturen von knapp über null Grad mache das Training jedoch nur sehr bedingt Sinn.

Über seine persönlichen Saisonziele wollte das Buxtehuder Talent am Ende dann nicht mehr sprechen. „In meinem Kopf habe ich mir natürlich ein Ziel gesetzt, das behalte ich aber lieber für mich“, sagt er. So könne er die bevorstehende Saison ohne Druck angehen.

Nach der Slalom-WM Anfang Juni ist die Saison für Müller natürlich noch nicht vorbei. Wie in der vergangenen Saison plant er, auch bei der deutschen Meisterschaft an den Start zu gehen. Diese findet vom 23. bis 28. Juli ebenfalls vor Sylt statt. In der Saison 2018 hatte ihn seine Verletzung dazu gezwungen, nahezu ohne Trainingsminuten anzureisen. Umso mehr hofft der junge Sportler, in diesem Jahr von schwereren Verletzungen verschont zu bleiben.

Es war schon immermein Ziel, bei derSlalom-WM mitzufahren
Luca Müller,Windsurfer