Harburg
Hockey

TGH-Frauen können noch vom Aufstieg träumen

Lea Dietrichs (r.) umkurvt ihre Gegenspielerin Greta Struck. Sachsenwalds Torhüterin Wiebke Heinsohn und Heimfelds Sophie Godding ( hinten. l.) können nicht eingreifen.

Lea Dietrichs (r.) umkurvt ihre Gegenspielerin Greta Struck. Sachsenwalds Torhüterin Wiebke Heinsohn und Heimfelds Sophie Godding ( hinten. l.) können nicht eingreifen.

Foto: Volker Koch

Hockeyfrauen der TG Heimfeld feiern in der Hallenrunde 2018/2019 der Regionalliga Nord zuletzt drei Siege in Folge.

Heimfeld.  Drei Spiele, drei Siege – die Hockeyfrauen der TG Heimfeld haben in der Hallenserie in der Regionalliga Nord richtig Fahrt aufgenommen. Wahrscheinlich etwas zu spät, um den geheimen Traum vom Aufstieg in die Bundesliga wahr werden zu lassen. Zu ihren Gegnerinnen in der Nordstaffel der zweithöchsten deutschen Spielklasse gehört nämlich auch Bundesliga-Absteiger Eintracht Braunschweig. Und der hatte sich den sofortigen Wiederaufstieg in die Bundesliga auf seine Fahnen geschrieben und ließ in beiden Spielen gegen die TGH-Damen bei deren 2:4 in eigener Halle und 0:7 in Braunschweig keinen Zweifel aufkommen, das selbst gesteckte Ziel zu erreichen.

Zuletzt kehrten die TGH-Damen mit einem 5:4-Auswärtssieg vom Hamburger Polo Club heim und haben sich damit zwei Spieltage vor Schluss den zweiten Tabellenplatz erobert. Und rein rechnerisch ist auch immer noch alles möglich. Eintracht Braunschweig hat nur drei Punkte Vorsprung, aber am 16. und 17. Februar das wesentlich leichtere so genannte Restprogramm.

5:4 haben die Hockeyfrauen der TG Heimfeld nicht nur zuletzt bei Polo in Hamburg gewonnen, auch das Heimspiel in der Halle Kerschensteinerstraße gegen den DHC Hannover konnten sie mit diesem Ergebnis für sich entscheiden und damit den Grundstein für ein erfolgreiches Doppelwochenende legen. Trainer Dennis Sievert hatte für die Spiele gegen den DHC Hannover und einen Tag später gegen den Tabellenletzten TTK Sachsenwald zwei Siege als Zielvorgabe ausgegeben. Gegen Hannover hatte es im Hinspiel nur zu einem 2:2-Unentschieden gereicht.

Umso größer war die Erleichterung, als sein Team nach einem 0:2-Rückstand doch noch aufwachte. Dennis Sievert: „Wir wussten ja, dass DHC ein unangenehmer Gegner ist. Unser Sieg war deshalb auch kein Selbstgänger. Nach dem 0:2 haben wir dann endlich auch unseren Rhythmus gefunden und konnten durch zwei schön herausgespielte Treffer den Anschluss noch vor der Halbzeit herstellen.“

Nach Lea Dietrichs und Pippa Bahr im ersten Durchgang trafen nach der Pause erneut Lea Dietrichs nach kurzer Ecke, Lucie Witt und Luisa Steffen. „Wir haben in der Halbzeitpause noch ein paar taktische Dinge umgestellt und konnten dann endlich das Spiel komplett an uns reißen,“ sagte Dennis Sievert.

Der trotz einer alles in allem erfolgreichen Hallenrunde dennoch nicht zufrieden ist. „Das war wieder ein typisches Spiel für uns“, sagte er nach dem Sieg gegen Hannover. „Wir waren deutlich überlegen, hatten einen super Spielaufbau und Chancen ohne Ende, die wir aber nicht konsequent nutzen und somit den Gegner im Spiel halten.“ Die mangelhafte Chancenverwertung zieht sich wie ein roter Faden durch die Hallensaison.

„Wir hatten allein bei den Standards zwei Siebenmeter und sieben kurze Ecken, machen daraus aber nur zwei Tore. Wenn wir hier endlich mal den nächsten Schritt machen, können wir solche Spiele noch souveräner und deutlicher zu Ende bringen, dann gibt es gegen uns kaum noch etwas zu holen.“ Zum Glück war in diesem Spiel auf Torhüterin Franziska Brokelmann Verlass, die mit dem Abpfiff einen Siebenmeter parierte und damit in letzter Sekunde den Sieg rettete.

Das 6:1 einen Tag später beim TTK Sachsenwald bezeichnete Dennis Sievert als einen „Pflichtsieg“, bei dem Lea Dietrichs und Paula Seibt gleich in den ersten zwei Minuten auf 2:0 vorlegen konnten. Dennis Sievert: „Da konnten wir endlich mal früh in Führung gehen und entsprechend fokussiert ins Spiel starten.“ Dietrichs und Seibt kamen in diesem Spiel auf jeweils drei Treffer. Insgesamt waren die sechs Tore Dennis Sievert aber zuwenig.

„Es ist zwar großartig, wie sich die Mannschaft in allen Bereichen weiterentwickelt hat und wie geschlossen meine Spielerinnen als Team zusammengewachsen sind und sich auf dem Platz als Einheit präsentieren. An der Chancenverwertung müssen wir aber noch hart arbeiten. Man sieht im Vergleich zu den letzten Jahren bereits deutliche Fortschritte“.

Viel Licht, aber auch Schatten sah Dennis Sievert zuletzt beim 5:4 gegen den Hamburger Polo Club. Gewonnen haben die TGH-Frauen letztlich im Stile einer Spitzenmannschaft. Mit einem so genannten Lucky-Punch. Zehn Sekunden vor Schluss versenkte Lea Dietrichs, die vorher auch zum 4:4 getroffen hatte, den Ball im gegnerischen Tor. Vor der Pause hatten Luisa Steffen mit zwei Treffern und Paula Seibt ihr Team 3:1 in Führung geschossen. Dennis Sievert hob das Positive hervor: „Die Mannschaft hat sich nie hängen lassen und alles investiert, obwohl die Beine gegen Ende des Spiels im dritten Spiel binnen vier Tagen immer schwerer wurden. Den zweiten Tabellenplatz haben wir uns mit den Leistungen und vier Siegen aus fünf Rückrundenspielen redlich verdient.“

Jetzt dürfen die TGH-Damen den Schläger kurz zur Seite legen, bevor sie sich gezielt auf das letzte Doppelwochenende der laufenden Hallensaison vorbereiten, an dem sie es – zumindest theoretisch – noch bis an die Spitze der Tabelle und damit zur Meisterschaft und Bundesliga-Aufstieg schaffen können. Und das in eigener Halle. Am Sonnabend, 16. Februar, ist der Bremer Club zur Vahr zu Gast an der Kerschensteinerstraße, einen Tag später der Marienthaler THC.

Beide Teams können die Hockeyfrauen aus dem Hamburger Süden rechnerisch sogar noch von Tabellenplatz zwei stoßen. Gegen den Club zur Vahr haben die TGH-Frauen das Hinspiel verloren. Da hat es Tabellenführer Eintracht Braunschweig am letzten Wochenende der Saison mit seinen Spielen gegen den 1. Kieler HTC und Schlusslicht TTK Sachsenwald wahrscheinlich wesentlich leichter, die eigene Spitzenposition zu behaupten.