Harburg
Handball

BSV-Frauen wollen den dritten Sieg in Folge

Eine Szene aus dem Spiel des BSV gegen Leverkusen

Eine Szene aus dem Spiel des BSV gegen Leverkusen

Foto: DIETER LANGE / Dieter Lange

Vor dem Heimspiel gegen Bad Wildungen kündigt Julia Gronemann das Ende ihrer Karriere an. Luchse wollen Hinserie mit Erfolg beenden

Buxtehude/Buchholz.  Gegenläufige Trends verzeichnen gegenwärtig die beiden Handball-Frauenteams der Partnervereine Buxtehuder SV in der Ersten und Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten in der Zweiten Bundesliga. Beim Erstligisten aus Buxtehude läuft es seit der Europameisterschaftspause rund während die Luchse zuletzt ihre ersten beiden Saisonniederlagen einstecken mussten. Am heutigen Sonnabend haben die beiden norddeutschen Damenteams jeweils Heimrecht. Der Buxtehuder SV empfängt in der Halle Nord um 16 Uhr die HSG Bad Wildungen; die Luchse um 19 Uhr in der Nordheidehalle den BSV Sachsen Zwickau.

Nach Siegen in der Bundesliga gegen Frisch Auf Göppingen und Bayer Leverkusen und dem starken Auftritt im Viertelfinale um den DHB-Pokal, in dem die Buxtehuderinnen den Titelaspiranten SG BBM Bietigheim an den Rand einer Niederlagen brachten, ist in der Estestadt von einem Aufwärtstrend die Rede. Und den will das Damenteam von Trainer Dirk Leun mit dem dritten Bundesligasieg in Folge heute fortsetzen. „Wir müssen da weitermachen, wo wir aufgehört haben, und sehr diszipliniert spielen“, sagt BSV-Trainer Dirk Leun. Ein Grund für die positiven Ergebnisse sei die Kontinuität innerhalb eines Spiels. „Wir spielen deutlich stabiler und haben nicht mehr die Durchhänger wie zu Saisonbeginn.“

Einen Selbstläufer erwartet der BSV-Trainer gegen den Tabellennachbarn aber trotzdem nicht: „Bad Wildungen hat eine sehr bewegliche und aggressive Deckung und mit der Schweizer Nationaltorhüterin Manuela Brütsch eine gute Torfrau.“ Seit dem Pokalspiel in Bietigheim hatte der BSV zehn Tage Zeit, sich zu regenerieren und auf die „Vipers“ vorzubereiten. Die HSG hatte sogar zwei Wochen kein Spiel.

Am Wochenende muss Dirk Leun wie im Pokalspiel wieder auf Torfrau Julia Gronemann verzichten. Die ehemalige Spielerin der HSG (2010 bis 2013) leidet an Schulterproblemen. Die 33-Jährige hat zum Ende der laufenden Saison das Ende ihrer Handball-Karriere angekündigt. „Ich möchte zukünftig meinen Beruf in den Vordergrund stellen“, begründet die Lehrerin für Sport und Deutsch am Gymnasium Süd ihre Ent-scheidung. Beim Buxtehuder SV bildet sie seit 2013 das Torhütergespann mit Antje Peveling und zuletzt auch Lea Rühter. Ihre größten sportlichen Erfolge waren der Gewinn des DHB-Pokals mit dem Buxtehuder SV in 2015 und 2017. Für den BSV absolvierte sie bisher 141 Bundesligaspiele und etliche Spiele im DHB- und Europapokal.

Mit Sina Ritter kehrt mit den „Vipers“ eine ehemalige Spielerin des BSV in die Estestadt zurück. Zu den Leistungsträgerinnen der Gäste zählt mit Sabine Heusdens auch eine ehemalige Spielerin der Handball-Luchse.

Bei denen herrscht auch nach den beiden knappen Niederlagen mit jeweils einem Tor in den Spitzenspielen gegen Waiblingen und Beyeröhde noch lange keine Krisenstimmung. Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau hatte schon, als die Luchse in zwölf Spielen von Sieg zu Sieg eilten und schier nicht zu bremsen waren, immer wieder vor genau diesen Gegnern gewarnt. Das ganze Bestreben der Handball-Luchse ist jetzt darauf ausgerichtet, die Hinrunde in der 2. Frauen-Bundesliga gegen Zwickau mit einem Erfolgserlebnis abzuschließen und dem eigenen Publikum zu zeigen, dass sie das Siegen noch nicht verlernt haben. Trainer Dudo Prelcec: „Die Niederlagen in Waiblingen und Wuppertal sind Vergangenheit und wir werden uns auf unsere Stärken besinnen.“

Wenn von einer Krise die Rede sein kann, dann beim Drittletzten der Ta-belle aus Sachsen. Der Verein trennte sich nach sieben sieglosen Spielen von Trainer Rüdiger Bones und kassierte bei der Premiere des neuen Trainers Norman Rentsch zuletzt eine 23:30 Heimniederlage gegen Mainz 05. Davor allerdings überzeugte die Mannschaft mit einem 28:20-Auswärtssieg bei Werder Bremen. Da stand allerdings Corinna Cupcea als Interimstrainerin an der Seitenlinie, die in den vergangenen Jahre immer wieder die Mannschaft vor dem Abstieg retten konnte, obwohl sie das Traineramt schon vor vielen Jahren abgegeben hat.

Die Sächsinnen sind auf allen Positionen gut aufgestellt, im Rückraum ragt die Kroatin Katarina Pavlovic heraus, die eine beachtliche Torquote von 80 Treffern aufzuweisen hat. Kapitänin Jenny Choinowski hat von der rechten Außenbahn sogar 90 Tore erzielt und in der Kreismitte sorgt Nadja Bolze (60 Tore) ständig für Gefahr, da sie sich geschickt von ihren Bewacherinnen absetzen kann. Die Ungarin Petra Nagy (43 Tore) und Juliane Redder (41 Tore) setzten die gegnerische Abwehr durch ihr Können zusätzlich unter Druck.