Harburg
Fussball

Buchholz erwartet den Pokalknaller

Stets klare Vorstellungen von der Spielweise seiner Mannschaft hat Thorsten Schneider (r.). Auf unserem Bild bringt der 08-Trainer diese Can Kömürcü näher.

Stets klare Vorstellungen von der Spielweise seiner Mannschaft hat Thorsten Schneider (r.). Auf unserem Bild bringt der 08-Trainer diese Can Kömürcü näher.

Foto: Markus Steinbrück

Nordheider gegen Eintracht Norderstedt und Dersimspor gegen den SC Victoria kämpfen um den Einzug ins Oddsetpokal-Viertelfinale.

Buchholz/Harburg.  Große Jahresendrallye im Hamburger Amateurfußball mit zwei Vereinen aus der Region. Die Partie zwischen dem TSV Buchholz 08 und FC Eintracht Norderstedt (Sonntag, 13 Uhr) auf der Otto-Koch-Kampfbahn im Achtelfinale des Oddsetpokals ist der Knaller am Wochenende, für das der Wetterdienst Temperaturen um den Gefrierpunkt mit leichtem Schneefall voraussagt.

„Egal, ob es regnet, friert oder der Boden tief ist – wir wollen spielen“, lautet die vom Buchholzer Trainer Thorsten Schneider ausgegebene Parole. Aus dem Ligabetrieb verabschiedeten sich die Nordheider vor zwei Wochen mit einem fulminanten 5:1-Heimsieg gegen SV Curslack-Neuengamme. Diesen Schwung will Schneider, der den Kontrahenten am vergangenen Sonntag beim 1:6 gegen den Regionalliga-Spitzenreiter und Aufstiegsaspiranten VfL Wolfsburg II beobachtet hat, auch in den Pokalfight gegen die nördlich der Hansestadt beheimatete Eintracht mitnehmen.

Schneider hat Norderstedt beim 1:6 gegen Wolfsburg II beobachtet

Dabei hat er ein „ganz anderes Tempo als in der Oberliga“ registriert, „deshalb müssen wir eng an den Gegenspielern sein, ihnen keine Räume lassen. Wir dürfen Norderstedt nicht Fußball spielen lassen.“ Doch der Trainerfuchs dürfte auch die eklatanten Schwächen der Norderstedter Innenverteidigung nicht übersehen haben, die binnen weniger Minuten drei Kopfballtore nach Flanken zuließ. Befragt, ob das ein taktisches Mittel sei, um ins Viertelfinale einzuziehen, antwortet der Coach lakonisch: „Ich habe keinen Kopfballspieler.“

Trotz dieses Mankos lief es bisher gut im Pokal. In der ersten Runde drehte Buchholz kurz vor Schluss das Spiel beim Landesligisten Harburger TB und siegte mit 3:2. Doppeltorschütze war Niklas Jonas, der schon 2015 gegen Norderstedt traf. In der zweiten Runde setzte sich der Club mit 3:0 beim FC Türkiye durch. In der dritten Runde kegelte Buchholz den Oberliga-Mitfavoriten Altona 93 mit 1:0 aus dem Wettbewerb, dann folgte ein glanzloses 2:0 bei Viktoria Harburg.

Fragezeichen stehen hinter dem Einsatz von Niklas Jonas und Milaim Buzhala

Im Gegensatz zum aktuellen Kontrahenten Norderstedt, der aufgrund von Verletzungen, Sperren und Abgängen zuletzt nur 14 Spieler im Kader hatte, kann Thorsten Schneider mit wenigen Ausnahmen auf die erste Elf zurückgreifen. Nur Innenverteidiger Andreas Metzler fehlt wegen Urlaubs. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Niklas Jonas, der gerade wieder ins Training eingestiegen ist. Bei Mittelfeldakteur Milaim Buzhala leistet die Physio-Abteilung Schwerstarbeit, um ihn für das Pokalspiel wieder herzustellen. „Es wird aber eng“, so Schneider.

„Im Pokal hat man immer eine Chance, eine Überraschung ist immer möglich, auch wenn der Unterschied zwischen Regionalliga und Oberliga groß ist“, beantwortet Schneider die Frage nach der Chance aufs Weiterkommen. Wenn nicht allzu viele Flocken fallen oder es zu regnen anfängt, hofft Buchholz 08 auf 650 bis 700 Zuschauer. Die Voraussetzungen für eine ansprechende Kulisse stehen nicht schlecht, denn im Landkreis ist fußballerisch sonst nichts mehr los.

Dersimspor erwartet den SC Victoria am Sonnabend auf Naturrasen

Einen Tag früher rollt der Ball im Oddsetpokal bei der Partie des heimatlosen Landesligisten Dersimspor gegen den Oberligisten SC Victoria am Sonnabend um 13.30 Uhr (Sportplatz Winsener Straße in Harburg). „Klar, dass wir gewinnen wollen“, lautet die selbstbewusste Ansage von Dersimspor-Coach Sven Siebert. Er habe „zwei Pläne“, um das kleine Wunder wahr werden zu lassen, sagt der Trainer. Schade nur, dass er die nicht verraten will. Weil sich seine Spieler wegen der katastrophalen Trainingsbedingungen körperlich nicht in einem optimalen Zustand befänden, wolle er das Spiel in 90 Minuten entscheiden, scherzt Siebert.

Die launige Ansage hat einen ersten Hintergrund: Weil das Bezirksamt den Verein von der Sportanlage Baererstraße verbannt hat (das Abendblatt berichtete), halten sich die Spieler bisweilen auf der Straße fit. „Wir laufen dann über den Asphalt und gehen dort duschen, wo wir dürfen“, berichtet Siebert. Alternatives Training findet in Sporthallen und auf Privatgelände statt – für einen Landesligaverein unwürdige Bedingungen.

Nach der Verbannung von der Baererstraße ist der Landesligist heimatlos

Vor diesem Hintergrund ist Siebert auch Viktoria Harburg dafür dankbar, dass der Nachbarverein seine Sportanlage für das Pokalspiel zur Verfügung stellt. „Das rechne ich Viktoria hoch an.“ Dass das Spiel auf Naturrasen ausgetragen wird, passe in sein Konzept, sagt Siebert: „Victoria spielt an der Hoheluft auf Kunstrasen, richtigen Rasen sind die kaum noch gewohnt.“ Ein Plan könnte also lauten: Dem Gegner über den Kampf auf tiefem Boden den Schneid abkaufen, und dann gucken, was geht. Wie auch immer: Hört sich nach einem rassigen Pokalkampf an …