Harburg
Handball

Schwächephasen sind strengstens verboten

Klar zum Entern. Die Handball-Luchse, die an spielfreien Wochenenden gern im Hamburger Hafen unterwegs sind, wollen den Kurpfalz Bären die zweite Saisonniederlage beibringen."

Klar zum Entern. Die Handball-Luchse, die an spielfreien Wochenenden gern im Hamburger Hafen unterwegs sind, wollen den Kurpfalz Bären die zweite Saisonniederlage beibringen."

Foto: Jens Schierenbeck / Studio Gleis11/ Jens Schierenbeck

Zum Spitzenspiel der 2. Bundesliga empfangen am Sonnabend die Handball-Luchse die Kurpfalz Bären in der Nordheidehalle in Buchholz.

Buchholz.  Auf dieses Spiel haben die Liga und natürlich die Fans gewartet. Auch wenn die Saison immer noch jung ist und selbst das Ende der Hinrunde einige Spiele entfernt, kommt der Partie der Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten gegen die Kurpfalz Bären der TSG Ketsch große Bedeutung zu. Der Sieger positioniert sich endgültig als Favorit auf den Meistertitel in der 2. Bundesliga der Frauen. Die Partie wird am morgigen Sonnabend um 19 Uhr in der Nordheidehalle, Holzweg 4, angepfiffen.

Ob mit der Meisterschaft auch ein großer Schritt Richtung Erstliga-Aufstieg getan wird, steht auf einem anderen Blatt. Neben dem sportlichen Erfolg sind dafür viele weitere Voraussetzungen zu erfüllen, allen voran finanzielle. Gerade in der Nordheide hat man nicht vergessen, dass die Handball-Luchse in der vergangenen Saison zwar souverän Zweitligameister wurden, auf den Sprung ins Oberhaus allerdings verzichteten.

Gäste aus Baden-Württemberg haben einmal gegen Beyeröhde verloren

Die Gäste reisen am Sonnabend wie so viele Vereine der Ersten und Zweiten Bundesliga aus Baden-Württemberg an. Ketsch liegt südlich von Mannheim, südwestlich von Heidelberg und ist eine Nachbargemeinde des weitaus bekanntere Hockenheim. Beim Blick auf die aktuelle Tabelle der 2. Bundesliga sind die Kurpfalz Bären ganz oben zu finden. Mit 22:2 Punkten sind sie Spitzenreiter, auch wenn sie im Unterschied zu den Handball-Luchsen bereits eine Niederlage kassiert haben, und zwar vor zwei Wochen im Spitzentreffen gegen den drittplatzierten TV Beyeröhde (29:33). Mit einem Zwölf-Tore-Kantersieg gegen Sachsen Zwickau schossen sie sich anschließend den Frust von der Seele.

Die Luchse aus Buchholz haben neun Siege in neun Spielen auf dem Konto. Weil sie jedoch drei Spiele weniger als die Gäste ausgetragen haben, stehen sie trotz der makellosen Bilanz von 18:0 Punkten „nur“ auf Rang zwei. Auch diese Platzierung würde am Saisonende die sportliche Berechtigung zum Aufstieg beinhalten.

Handball-Luchse hatten in den letzten Spielen mit Schwächephasen zu kämpfen

Vor allem in den letzten beiden Spielen gegen Werder Bremen (33:26) und die Füchse Berlin (28:25) schossen sie ihre Gegner nicht aus der Halle. Vielmehr verlief die eigene Leistung in starken Wellenbewegungen. Beispiel Berlin: nach der frühen 13:3-Führung der Luchse kamen die Füchse Mitte der zweiten Halbzeit auf 19:20 heran. „Meine junge Mannschaft ist momentan noch nicht in der Lage, bei einer hohen Führung die mentale Spannung aufrechtzuhalten. Aber wir arbeiten daran“, sagte Trainer Dubravko Prelcec. Auch Co-Trainer Matthias Steinkamp war heilfroh, weiter ungeschlagen zu sein. „Allerdings werden wir uns solche Schwächen wie im Spiel gegen die Füchse nicht erlauben dürfen, wenn wir weiter erfolgreich sein wollen“, so Steinkamp.

Die Kurpfalz Bären gelten als die routinierteste und eingespielteste Mannschaft in der 2. Bundesliga. Das Team von Trainerin Kate Schneider ist auf allen Positionen doppelt stark besetzt sind. Prunkstück ist der schnelle und wurfgewaltige Rückraum mit Saskia Fackel (62 Saisontore), Carmen Moser (53) und Rebecca Engelhardt (44). In der Kreismitte wird Elena Fabritz häufig gekonnt angespielt und auf den Außenpositionen brillieren Lara Eckhardt (44) und Sina Michels (29). Mit Sabine Stockhorst verfügen die Gäste über die wahrscheinlich beste Torhüterin der Liga.

Fans in der Nordheidehalle sollen das Duell auf Augenhöhe entscheiden

Im Angriff spielen die Bären einen äußerst schnellen Ball, sind beweglich und stark in Eins-gegen-eins-Situationen. In der Abwehr bevorzugen sie einen offensiven Stil und können das Positionsspiel des Gegners schnell unterbinden.

Die große Ausgeglichenheit der Handball-Luchse mit der zuletzt überragenden Spielmacherin Kim Land (42 Saisontore) ist das große Plus der Gastgeberinnen, denn auch Zeliha Puls (48), Sarah Lamp (45) und Lynn Schneider (45) präsentieren sich genauso torgefährlich. Auf das Torhüterinnen-Duo Mareike Vogel und Katharina Filter ist ohnehin Verlass.

Beide Team scheinen also nicht nur tabellarisch nah beieinander zu liegen, die mentale Stärke und die Tagesform könnten am Sonnabend den Ausschlag geben. Noch einmal Matthias Steinkamp: „Uns ist bewusst, dass wir mit einer außergewöhnlichen Leistung über die gesamte Spieldauer agieren müssen, um diesem starken Team, das zurecht ganz oben in der Tabelle steht, auf Augenhöhe zu begegnen. Mit unseren fantastischen Fans im Rücken werden wir die Nordheidehalle zum Beben bringen.“