Harburg
Volleyball

Trotz Außenseiterrolle: SVG Lüneburg setzt auf Sieg

Berlins Paul Carroll (links) versucht im April 2018 in der Max-Schmeling-Halle in Berlin, einen Schmetterball von Lüneburgs Cody Kessel zu blocken.

Berlins Paul Carroll (links) versucht im April 2018 in der Max-Schmeling-Halle in Berlin, einen Schmetterball von Lüneburgs Cody Kessel zu blocken.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Volleyballer wollen am Donnerstag in Neugraben gegen den deutschen Meister Berlin ins Pokalfinale einziehen.

Neugraben.  Es ist der immer wieder reizvolle Kampf David gegen Goliath. Im Halbfinale des deutschen Volleyball-Pokals empfangen die Herren der SVG Lüneburg am Donnerstag um 18 Uhr die scheinbar übermächtigen Berlin Recycling Volleys in der CU-Arena in Neugraben. Dennoch rechnet sich der Underdog Chancen auf einen Einzug in das Pokalfinale am 24. Februar in Mannheim aus.

Die Mannschaft von Cheftrainer Stefan Hübner tritt in dieser Bundesligasaison sehr stark und konstant auf, blieb in sieben Partien nur einmal ohne Punkt (1:3 beim Spitzenreiter Haching) und hat sich nach dem 3:0 in Bühl auf Platz drei festgesetzt. Aus dem homogenen Team ragen meist Diagonalangreifer Ryan Sclater (kanadischer Nationalspieler), Außenangreifer Cody Kessel (USA) und Mittelblocker Noah Baxpöhler (deutscher Nationalspieler) heraus.

Die letzten beiden Heimspiele gegen Berlin konnte Lüneburg gewinnen

Hoffnung macht den Lüneburgern zusätzlich, dass sich Berlin, der deutsche Meister der vergangenen drei Jahre, in diesem Duell stets schwer tat mit der Favoritenrolle – gerade auswärts. Erst eines von sechs Spielen bei der SVG Lüneburg gewannen die Berliner, das war 2016 denkbar knapp mit 3:2 im Play-off-Halbfinale. Die letzten beiden „Heimspiele“ zu Beginn dieses Jahres, jeweils in der CU-Arena in Neugraben, gewann die SVG am 10. Februar mit 3:0 in der Bundesliga-Hauptrunde und am 31. März mit 3:1 im zweiten Spiel des Play-off-Viertelfinals.

Der Hauptstadtclub zeigt Respekt. „Sie haben eine bärenstarke Mannschaft beisammen“, lobte jüngst Kaweh Niroomand, der Macher beim neunmaligen deutschen Meister, viermaligen Pokalsieger und vielfachen Champions-League-Teilnehmer, dessen Kader gespickt ist mit internationalen Stars und deutschen Nationalspielern.

Der deutsche Meister ist bisher nur Sechster der Bundesligatabelle

Dennoch verläuft die Saison für Berlin bisher eher holprig. Schon drei Niederlagen stehen nach sieben Bundesligaspielen zu Buche, Platz sechs hinkt den eigenen Ansprüchen hinterher. Am Dienstag wurde außerdem bekannt, dass sich Außenangreifer Egor Bogachev eine Teilruptur des hinteren Kreuzbandes im rechten Knie zugezogen hat und wahrscheinlich drei bis vier Monate ausfallen wird.

„Es funktioniert bei uns derzeit hinten und vorne nicht. Wir haben so viele Baustellen“, macht Niroomand kein Hehl aus seiner Unzufriedenheit. Aus Lüneburger Sicht könnte die heute Abend gern noch etwas größer werden.