Harburg
Hockey

Heimfelds Hockey-Herren verlieren knapp mit 7:8

Schwer durchzukommen: TGH-Spieler Dennis Sievert (rechts) versucht sich gegen Mattheo Gührs vom Hamburger Polo-Club (links) durchzusetzen.

Schwer durchzukommen: TGH-Spieler Dennis Sievert (rechts) versucht sich gegen Mattheo Gührs vom Hamburger Polo-Club (links) durchzusetzen.

Foto: Karsten Schaar / HA

Spektakuläre Aufholjagd nach 1:7-Rückstand gegen den Hamburger Polo-Club kommt zu spät für einen Punktgewinn.

Heimfeld.  Das war Hallenhockey so ganz nach dem Geschmack des Publikums. In der Sporthalle Kerschensteinerstraße sahen die Fans einen offenen Schlagabtausch in der 1. Bundesliga Nord zwischen den Männern der TG Heimfeld und ihren Gästen vom Hamburger Polo Club. Mit einem furiosen Endspurt der Gastgeber, die nach einem 1:7-Rückstand in den letzten 20 Minuten noch auf 7:8 (1:4) herankamen. „Sogar ein Unentschieden war drin“, sagten übereinstimmend sowohl Angreifer Dennis Sievert als auch Trainer Nikolas Müller.

„Leider waren wir in der ersten Halbzeit zu ungefährlich“, sagte Müller, und auch unmittelbar nach der Pause habe man den Gegner davon ziehen lassen. Dann aber wurde das Spiel emotional; auch dank der Kulisse in der Halle, in der die Heimfelder Fans ihre Mannschaft bis zum Schluss anfeuerten. Die Heimfelder Spieler ließen sich mitreißen. „Beim Stand von 5:8 habe ich dreieinhalb Minuten vor Schluss unseren Torwart aus dem Spiel genommen“, sagte Müller. Der Polo-Trainer reagierte genauso. Aber das Spiel Sechs-gegen-Sechs lag den Heimfeldern besser, die diese Phase mit 2:0 für sich entscheiden konnte.

Beide Trainer wechseln ihren Torwart für einen sechsten Feldspieler aus

Achtzig Sekunden vor Schluss waren die Heimfelder, für die Niklas Reuter in der ersten Hälfte zum 1:3 getroffen hatte, durch Tore von Alexander-Erik Macioszek, Ayke Strotkamp (je 2), Dennis Sievert und Leonard Schöning bis auf einen Treffer an Polo dran. „Da haben wir wie im Rausch gespielt“, sagte Dennis Sievert über die Aufholjagd. Beide Teams hatten am Schluss noch jeweils eine Torchance; ein weiteres Tor aber erzielten sie nicht mehr.

Die Ursache für die knappe Niederlage seien viele unnötige Ballverluste gewesen, befand Nikolas Müller nach dem Spiel. „Auch bei Ecken müssen wir uns noch steigern“, sagte der TGH-Coach. Ein Punkt gegen Polo wäre enorm wichtig gewesen, denn dass die Heimfelder gegen die ersten Drei der 1. Bundesliga etwas gewinnen, ist unwahrscheinlich. Titelverteidiger UHC Hamburg, der Club an der Alster und der Harvestehuder THC scheinen einfach zu stark zu sein.

Das Sonntag-Spiel beim Harvestehuder THC geht deutlich mit 5:13 verloren

Was sich tags darauf im Auswärtsspiel in Harvestehude bestätigen sollte. Müller nach dem 5:13 (1:5): „Es war das erwartet schwere Spiel bei einem Titelanwärter. Aber wir waren bis zur Pause viel zu passiv und haben unsere eigenen Chancen nicht nutzen können.“ Dabei fing es gar nicht mal schlecht an, denn in der dritten Minute traf Niklas Reuter zum 1:0 für die TG Heimfeld. Daraus machte der HTHC bis zur 42. Minute eine 8:1-Führung. Von da an verlief die Partie ausgeglichen.

„Bei Harvestehude hat mit Tobias Haube ein wichtiger Spieler und Vorbereiter gefehlt, der gerade bei der Hockey-WM in Indien sein 300. Länderspiel absolviert hat“, wusste Nikolas Müller. „Leider konnten wir keinen Profit daraus schlagen.“ Die Treffer von Ayke Strotkamp per Siebenmeter zum 2:8 aus Heimfelder Sicht, das 3:9 durch Niklas Reuter oder die beiden abschließenden Tore von Alexander-Erik Macioszek zum 4:12 und 5:12 waren nur Ergebniskosmetik.

TGH-Damen werden beim 4:1 gegen Polo ihrer Favoritenrolle gerecht

Nikolas Müller trauerte auch nach der Niederlage in Harvestehude noch dem Punktverlust vom Vortage nach. Wenn sich der Kampf um den Klassenerhalt ausschließlich auf die beiden Spiele gegen Aufsteiger DTV Hannover reduziert, könnten die Heimfelder leicht den Kürzeren ziehen. Mit 54 Gegentoren nach vier Spielen rangieren sie in der Tabelle schon jetzt hinter dem ebenfalls sieglosen Mitabstiegskandidaten. „Da wäre der eine oder andere Zähler gegen einen der Ligafavoriten und speziell gegen Polo Gold wert gewesen“, meinte Müller. Und man könne ja auch nicht ausschließen, dass auch Hannover gegen Polo oder einen der drei großen Vereine punkten kann.

Ebenfalls mit dem Hamburger Polo Club hatten es die Heimfelder Frauen in der Regionalliga Nord zu tun. Für Trainer Dennis Sievert war es eine Pflichtaufgabe. „Ich hatte einen Sieg fest eingeplant,“ sagte er nach dem 4:1 (3:1)-Erfolg. Öffentlich hatte er vor dem Spiel nur von einer 50:50-Chance gesprochen. Sievert: „Ich wollte den Druck von meiner Mannschaft nehmen“, von der er sagt, dass sie im Moment kaum zu schlagen sei. Luisa Steffen und Paula Seibt waren die Torschützinnen für Heimfeld, das nach dem Sieg über Polo für eine Nacht die Tabellenführung in der zweithöchsten Spielklasse übernehmen konnte.

Punktgleich mit Marienthal auf dem zweiten Platz hinter Braunschweig

Nach dem 8:0 von Eintracht Braunschweig einen Tag später gegen den Marienthaler THC rangieren die TGH-Damen punktgleich mit Marienthal auf Platz zwei. „Das entspricht unserer Erwartung an diese Hallensaison“, sagte Sievert. Dass man aber auf Tabellenplatz eins schiele, räumte er indes auch ein. Zumal Tabellenführer Braunschweig schon geschwächelt hat; und zwar beim 4:4-Unentschieden gegen den Kieler HTC. Sievert: „Die sind auch nicht besser als wir.“