Harburg
Handball

Abenteuer Europa nach der ersten Runde zu Ende

Der BSV buchstäblich am Boden: Lisa Prior beißt sich an der dänischen Abwehr fest.

Der BSV buchstäblich am Boden: Lisa Prior beißt sich an der dänischen Abwehr fest.

Foto: Hans Kall

Handballfrauen des Buxtehuder SV verlieren das Rückspiel gegen Viborg deutlich mit 25:32 .

Buxtehude.  Der Glaube versetzt bekanntlich Berge; wirft aber keine Tore. Das hätten die Bundesliga-Handballfrauen des Buxtehuder SV schon selbst machen müssen, um die drei Tore aus der 24:27-Hinspielniederlage im EHF-Pokal gegen Viborg HK aufzuholen. Doch genau daran hat es gehapert im Rückspiel vor 1200 Zuschauern in der Halle Nord, das mit 25:32 (11:16) verloren ging. Damit ist für BSV-Damen das Abenteuer Europapokal nach einer Runde zu Ende.

Es gibt gute Beispiele dafür, dass es trotz der Hinspielniederlage für den Buxtehuder SV noch zum Einzug in die nächste Runde hätte reichen können. 2014 egalisierten die Handballerinnen sogar einen Neun-Tore-Rückstand gegen das ungarische Team Erd und verblieben wegen der mehr erzielten Auswärtstore im Wettbewerb.

Um sich gegen die Däninnen durchzusetzen, hätte es einer ähnlich starken Leistung bedurft, wie einst gegen die Ungarinnen. Doch dazu waren die BSV-Frauen diesmal nicht in der Lage. Im Gegenteil: Sie gerieten schnell in Rückstand. Der betrug nach einer Viertelstunde beim Stand von 4:10 bereits sechs Tore. Während Viborg im Angriff so gut wie keine Schwächen zeigte, boten die Buxtehuderinnen ihren Fans ein wahres Fehlerfestival. Da reihte sich Ballverlust an Ballverlust, landete der Ball an der Querlatte, wurde noch abgefälscht oder sichere Beute der gegnerischen Torhüterin.

BSV-Trainer Dirk Leun hatte da bereits im Rückraum gewechselt und Mieke Düvel und Isabelle Dölle Verantwortung für die Spielgestaltung übertragen. Für Lea Rühter übernahm Antje Peveling die Position im Tor. Es nützte nicht viel, der Rückstand im Rückstand wuchs auf sieben Tore an; insgesamt waren da zehn Treffer aufzuholen. Mehr als damals gegen Erd. In die Pause ging es mit 11:16, drei der letzten vier Tore des ersten Durchgangs erzielten mit Mieke Düvel, Annika Lott und Isabelle Dölle drei der neuen jungen Spielerinnen im BSV-Team.

Lott und Düvel trafen auch nach der Pause als Erste für den BSV. Ohne die Routiniers Friederike Gubernatis und Lone Fischer kämpften sich die BSV-Frauen auf 15:18 heran. Zwei Paraden steuerte Antje Peveling zu dieser kurzen Aufholjagd bei. Doch aus dem 15:18 wurde alsbald ein 15:23. Wieder bestimmten Ballverluste im Angriff das BSV-Spiel und Isabelle Dölle scheiterte in dieser Phase an der dänischen Torhüterin. Annika Lotts Wurf wurde von der dänischen Innenverteidigung geblockt.

Es dauerte gerade mal fünf Minuten, und die ein letztes Mal aufkeimende Hoffnung auf eine Wende im Spiel war erstickt. Jessica Oldenburg – am Ende mit fünf Toren beste BSV-Werferin –, Lisa Prior, Melissa Luschnat brachten allesamt den Ball nicht im gegnerischen Tor unter, Viborg zog auf 28:18 aus Sicht der Gäste davon.

Die eingewechselte Torhüterin Julia Gronemann zeigte in den Schlussminuten vier Paraden; Kreisläuferin Isabell Kaiser, Jessica Oldenburg und Linksaußen Maike Schirmer sorgten mit den letzten drei Treffern im Spiel für Ergebniskosmetik. Aus dem Lautsprecher in der Halle Nord ertönte nach der Schlusssirene Drafi Deutscher, dessen Song „Marmor, Stein und Eisen bricht“ mit den Worten „Weine nicht, wenn der Regen fällt“ beginnt und wohl Trost spenden sollte.

Während die Spielerinnen ihre Enttäuschung nicht verbargen, versuchte ihr Trainer Dirk Leun schon gegenzusteuern. Zwar bemängelte er auch die leichten Fehler und die vielen vergebenen Torchancen, sagte aber: „Auch wir hatten gute Phasen, in denen wir mithalten konnten.“ Besonders hob Dirk Leun die Leistungen der jungen Spielerinnen – allen voran Mieke Düvel – hervor, die später zur besten Spielerin des BSV gekürt wurde. Leun: „Sie haben ihre Sache sehr gut gemacht.“

Der Blick beim BSV richtet sich jetzt wieder auf die Bundesliga. Am Sonnabend ist der deutsche Vizemeister SG BBM Bietigheim zu Gast in der Halle Nord. „Da haben wir nichts zu verlieren und können befreit aufspielen“, sagte Dirk Leun. Und hofft, dass die verletzte Malene Staal dann wieder dabei ist.