Harburg
Sportpolitik

Heimatloser Club erzielt Teilerfolg

Harburger Fußballverein Dersimspor darf zunächst weiter an der Baererstraße spielen

Harburg.  Einen Teilerfolg hat der Fußballverein Dersimspor e.V. in der Auseinandersetzung mit dem Bezirksamt Harburg errungen. Weil das Bezirksamt die Nutzungsberechtigung für die Sportanlage an der Baererstraße nicht verlängern will (das Abendblatt berichtete mehrfach), hat der Verein jetzt das Verwaltungsgericht angerufen. Daraufhin hat das Bezirksamt seine starre Haltung teilweise aufgeben und dem Verein eine vorläufige, allerdings nur eingeschränkte Nutzung bis einschließlich Sonntag, 7. Oktober, eingeräumt.

„Bis zur vorläufigen Klärung hat sich das Bezirksamt Harburg bereit erklärt, die Austragung der vom Hamburger Fußball-Verband auf dem Sportplatz im Rahmen des Ligabetriebs angesetzten Punktspiele von Dersimspor e.V. sowie das Mittwochstraining bis zum 7. Oktober 2018 zu dulden“, heißt es in einer Erklärung von Bettina Zech, der Pressesprecherin des Bezirksamtes. Dersimspor darf seine Heimspiele folglich auch nach dem 31. August – bis dahin hatte die alte Nutzungsgenehmigung Bestand gehabt– auf dem Kunstrasenplatz an der Baererstraße austragen und bis auf weiteres einmal pro Woche dort trainieren.

Hintergrund der Auseinandersetzung sind mehrere Vorfälle, die das Bezirksamt dem Fußballverein mit türkischen Wurzeln zur Last legt, dazu gehören der unerlaubte Betrieb eines Im­bisswagens, das eigenmächtige Entfernen von Fahrradständern, die unerlaubte Benutzung eines Besprechungsraums, den Einsatz einer Gaspistole während des Trainings einer A-Jugend-Mannschaft, Verstöße gegen das Rauchverbot bis hin zur Beleidigung einer Mitarbeiterin des Bezirksamtes.

Warten auf Einschätzung oder Urteil des Verwaltungsgerichts

Aus all dem hat die Verwaltung den Schluss gezogen, dass Dersimspor kein zuverlässiger Partner sei und die Kündigung der Nutzungszeiten deshalb eine verhältnismäßige Entscheidung sei. Eine Teilkündigung, die zum Beispiel nur die Erwachsenen beträfe und Jugendfußball weiterhin zuließe, würde nicht viel bewirken, heißt es in einer siebenseitigen Stellungnahme des Bezirksamtes vom 12. Juli 2018 an das Landessportamt.

Vonseiten des Vereins wird indes auf viele Ungereimtheiten hingewiesen, das Gros der Vorwürfe wird zurückgewiesen. So habe Dersimspor den Verkaufswagen mit Zustimmung des damals zuständigen Hausmeisters nur während der Spielzeiten betrieben, von einem genehmigungspflichtigen Erwerbszweck könne keine Rede sein. Von einem Schuss oder gar Schüssen aus einer Gaspistole habe der A-Jugend-Trainer nichts mitbekommen und deshalb nicht einschreiten können. Zur gleichen Zeit sei die Sporthalle von einem anderen Verein genutzt worden. Dass ein Vereinsmitglied eine Mitarbeiterin des Bezirksamtes beleidigt habe, wird als unbewiesene Behauptung dargestellt.

Wie es nach dem 7. Oktober weitergeht, dürfte maßgeblich von dem bis dahin zu erwartenden Urteil des Verwaltungsgerichts abhängig sein beziehungsweise von dessen Einschätzung der Rechtslage. Aus dem Schneider ist Dersimspor noch nicht.

Sportlich sind die Harburger als Tabellendritter gut in die neue Landesligasaison gestartet. An diesem Sonntag, 15.15 Uhr, kommt TuS Berne (13. Platz) an die Baererstraße.