Inklusives Sportfest

Das Beste aus der Absage gemacht

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Maybrit Martschin
Auch wenn nur das Spielfest stattfinden konnte, ließen sich die Schüler in der stets gut gefüllten Aula die Laune nicht verderben

Auch wenn nur das Spielfest stattfinden konnte, ließen sich die Schüler in der stets gut gefüllten Aula die Laune nicht verderben

Foto: Maybrit Martschin

Sportivationstag in Buchholz fällt dem Regen zum Opfer. Spielfest mit deutlich weniger Teilnehmern wird in die Schulaula verlegt.

Buchholz.  So hatte sich Martin Ihlius von der Schule An Boerns Soll den Sportivationstag 2018 nicht vorgestellt. Statt strahlendem Sonnenschein plätschert Regen aus dem grauen Himmel über Buchholz und weicht den Sportplatz auf. „Schweren Herzens haben wir uns um sechs Uhr dazu entschieden, das Sportfest abzusagen“, erklärt Ihlius. Besonders die Schüler, die monatelang im Unterricht trainiert hätten, seien enttäuscht.

Der Schulleiter versichert, dass die Sportabzeichenabnahme nachgeholt werde, wenn auch in kleinerem Rahmen. Den Sportivationstag trägt Buchholz seit 2005 im jährlichen Wechsel mit der Lindenschule in Rotenburg aus. Abgesagt worden war die Veranstaltung noch nie.

Zumindest das Spielfest wurde auf die Schnelle in die Aula verlegt: Gymnastikbälle rollen über die Flure, ein Gang ist zur Kegelbahn umfunktioniert, die Hüpfburg steht in der Turnhalle. Eigentlich sollten die Events parallel auf dem Sportplatz ablaufen. Da es beim inklusiven Sportfest vor allem um die Begegnung zwischen Kindern mit und ohne Behinderung geht, sollten die Sportabzeichenabsolventen in ihren Pausen die Angebote des Spielfests nutzen können.

Schulleiter will Abnahme der Sportabzeichenprüfungen nachholen

Von den fast 700 Schülerinnen und Schülern, unter anderem aus Stade, Winsen und Seevetal, kam nach der Absage nur ein Bruchteil – die anderen hatten normal Unterricht. Auch die 60 ehrenamtlichen Helfer und Kampfrichter wurden nach Hause geschickt. Für die als Helfer eingesetzten Elftklässler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Buchholz begann die Arbeit erst richtig.

Ihr Schminkstand war stark frequentiert – bald liefen überall Piraten, Tiger, Schmetterlinge und Spidermans durch das Gebäude. Überhaupt war der Ärger über das schlechte Wetter schnell vergessen. Die neunjährige Amely hat, wenn sie ehrlich ist, drinnen sogar mehr Spaß. Auf der Karte um ihren Hals sind die meisten Spielstationen schon abgehakt, jetzt ist sie auf der Suche nach der Hüpfburg. „Besonders cool fand ich die Schatzsuche. Wenn man die Kugel findet, bekommt man eine Brotdose geschenkt“, erklärt sie und deutet triumphierend auf die rote Dose in ihrer Hand.

Dennis Heiden hatte sich auf seinen Dreikampf mit Kugelstoßen, 100-Meter-Lauf und Weitsprung gefreut. „Klar, man kann trotzdem was machen. Aber es ist schon ein bisschen lahm“, sagt er. Beim letzten Sportivationstag hatte der 18-Jährige aus Neu Wulmstorf eine Medaille gewonnen. Arno Reglitzky konnte sich mit der Absage zunächst nicht anfreunden, trotzdem zeigte der Vorsitzende von Blau-Weiss Buchholz Verständnis „Wegen der besonderen Fürsorgepflicht gegenüber unseren Gästen wäre es einfach zu gefährlich geworden.“

( hpmay )

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