Harburg
Fussball

Pokalfight am Jägerhof und auf der Jahnhöhe

Da nutzt aller Biss nichts. Onur Saglam vom Oberligisten Altona 93 (l.) behauptet den Ball gegen Lamin Minteh vom Bostelbeker SV. In der vergangenen Saison trennten die Clubs fünf Ligen, jetzt sind es noch drei

Da nutzt aller Biss nichts. Onur Saglam vom Oberligisten Altona 93 (l.) behauptet den Ball gegen Lamin Minteh vom Bostelbeker SV. In der vergangenen Saison trennten die Clubs fünf Ligen, jetzt sind es noch drei

Foto: Volker Koch

Zum Auftakt der ersten Runde im Oddestpokal verpasst Bostelbek beim 0:7 gegen Altona 93 eine Überraschung.

Harburg.  Den ersten Südverein hat es bereits erwischt im Pokalwettbewerb des Hamburger Fußball-Verbands. Im diesjährigen Auftaktspiel zum Oddsetpokal, das auf Wunsch des Gegners um zwei Tage vorgezogen wurde, unterlag der Kreisliga-Aufsteiger Bostelbeker SV dem aus der Regionalliga in die Oberliga abgestiegenen Altona FC 93 mit 0:7 (0:6) nicht nur wie erwartet, sondern auch wie erwartet deutlich. Am Wochenende geht es so richtig los mit der ersten Pokalrunde, die nach regionalen Gesichtspunkten ausgelost wurde. Sportliche Highlights im Süden sind am Freitagabend das Derby zwischen dem FTSV Altenwerder und FC Süderelbe und am Sonnabend die Partie des Harburger TB gegen den TSV Buchholz 08.

Etwa 350 Zuschauer waren auf die Sportanlage Am Alten Postweg nach Harburg gekommen. So richtig dürfte nimand an eine Pokalsensation geglaubt haben, dafür war der Klassenunterschied zwischen Bostelbek und Altona einfach zu groß. „Aber wir haben eine Viertelstunde lang gut mitgehalten“, sagte Bostelbeks Fußballobmann Christoph Schmidt nach dem Spiel. Mit einem hervorragenden Freistoß hätte Alexandros Venetis seine Mannschaft sogar in Führung schießen können, doch Gästetorhüter Tobias Grubba konnte den Ball in der dritten Minute an die Latte lenken.

Altenwerder will besser aussehen als beim 1:8 im Harburg-Pokal-Finale

Schmidt: „Nach 20 Minuten haben wir dann versucht mitzuspielen, was Altona prompt mit sechs Toren bis zur Pause bestraft hat.“ Für den Auftritt in der zweiten Halbzeit machte Schmidt seinen Kreisligafußballern ein großes Kompliment. „Sie haben nicht mehr viel zugelassen und vor allem kein zweistelliges Ergebnis kassiert“, sagte er. Altona kam nur noch zu einem weiteren Treffer in der 83. Minute.

So deutlich wie Bostelbek wollen die Bezirksligafußballer des FTSV Altenwerder am Freitag (20 Uhr, Jägerhof) nicht gegen den FC Süderelbe verlieren. Dabei ist die 1:8-Klatsche im Endspiel um den Harburg-Pokal gegen den Oberligisten noch allzu gut in Erinnerung. „Das Ergebnis steht im Raum. Dass wir erst am Ende eingebrochen sind, interessiert nur am Rande. Im Oddsetpokal wollen wir auf jeden Fall ein besseres Ergebnis erzielen“, sagte FTSV-Trainer Daniel Rossa und weiß dabei ganz genau, dass seine Mannschaft auf einen noch stärkeren Gegner als im Harburg-Pokal treffen wird.

Als Trainer sind sie Gegner, in der Familie Cousins

„Sie haben seitdem noch einen Schritt nach vorn gemacht, aber wir können auch eine Schippe drauflegen“, sagte Rossa. „Wir wollen es Süderelbe so schwer wie möglich machen.“ Die Rollen beider Teams vergleicht er mit David und Goliath und schöpft daraus die Hoffnung, vielleicht für eine Pokalsensation sorgen zu können. Allerdings muss Altenwerders Trainer auf seine Neuzugänge von der HNT verzichten. Anton Krauter sowie Dimitri und Eugen Marker sind ebenso im Urlaub wie Markus Stromberger. Waldemar Grigoruk befindet sich in den Flitterwochen.

„Wir sind halt lupenreine Amateure und können als Verein den Spielern ja nicht vorschreiben, wann sie in den Urlaub fahren oder heiraten“, bedauert Daniel Rossa den Ausfall von einigen Leistungsträger. Er hofft auf 150 bis 200 Zuschauer. Auf die vielzitierte Rivalität zwischen Altenwerder und Süderelbe angesprochen, hebt Daniel Rossa lieber das freundschaftliche Verhältnis der Nachbarvereine hervor. Im vergangenen Winter habe man ein Testspiel ausgetragen, das seine Mannschaft mit 0:2 verloren habe. Und dann sei da noch die familiäre Verbundenheit der beiden Übungsleiter. Süderelbes Trainer Markus Walek und Daniel Rossa sind Cousins.

HTB-Coach Steffen Prielipp spielte 150 Mal für Buchholz

Nur eine Liga trennen die Pokalgegner von Sonnabend um 15.30 Uhr auf der Jahnhöhe. Dann trifft der Landesligist Harburger TB auf den Oberligisten TSV Buchholz 08. Beim Buchholzer FC haben die Harburger gerade ein Testspiel mit 1:0 gewinnen können. „Insgesamt läuft die Vorbereitung aber mäßig“, sagte Ligamanager Robert Waliczek und erinnert an das vorige Jahr. „Da haben wir die schlechteste aller Vorbereitungen gespielt, mussten dann auch noch über Nacht unseren Trainer ersetzen und haben am Ende trotzdem eine erfolgreiche Saison absolviert.

Also bloß keine Panik“, sagte er vor dem ersten Pflichtspiel der neuen Spielserie. Bis auf Abdul-Kerim Eken sind alle Spieler fit, einige HTB-Fußballer allerdings noch im Urlaub. HTB-Trainer Steffen Prielipp hat als aktiver Fußballer in sieben Jahren mehr als 150 Ligaspiele für Buchholz 08 absolviert. Er hätte sich gern einen leichteres Los für die erste Oddestpokalrunde gewünscht, verspricht aber: „Wir werden alles in die Waagschale werfen.“