Harburg
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FC Süderelbe mit Kantersieg zum Harburg-Pokal

Jubel mit Kind und Kegel. Der FC Süderelbe genießt den ersten Gewinn des Harburg-Pokals seit 2015

Jubel mit Kind und Kegel. Der FC Süderelbe genießt den ersten Gewinn des Harburg-Pokals seit 2015

Foto: Volker Koch / HA

Nach ausgeglichener erster Halbzeit fegt der Oberligist im Endspiel Bezirksligist FTSV Altenwerder mit 8:1 vom Platz.

Harburg.  Wie heißt es so schön? Man sieht sich immer zweimal im Leben! Manchmal auch binnen zwei Wochen, wie die Fußballer des FC Süderelbe und FTSV Altenwerder, die sich am Sonntagmorgen im Endspiel um den 54. Harburg-Pokal gegenüberstanden und in zwei Wochen in der ersten Runde des Hamburger Oddsetpokals erneut aufeinander treffen. Angesetzt ist das Pokalspiel für Sonntag, 22. Juli, um 15 Uhr.

„Dann spielen wir auf unserem Platz am Jägerhof und werden sicherlich ein oder zwei Schippen drauflegen,“ versprach Altenwerders Trainer Daniel Rossa dem Gegner aus der Oberliga, der im Finale des Harburg-Pokals beim 8:1 (1:0)-Kantersieg besonders klar überlegen war, einen heißen Tanz.

Mit einem 4:1 im Halbfinale gegen den TSV Neuland war Turnierfavorit FC Süderelbe ins Endspiel eingezogen; der FTSV Altenwerder hatte etwas überraschend den Landesligisten Harburger TB mit 2:1 aus dem Turnier befördert. Altenwerder startete mit ordentlich Schwung ins Endspiel und erzielte sogar den ersten Treffer, dem allerdings eine Abseitsstellung vorausgegangen war.

Chance zur Revanche kommt schon am 22. Juli im Oddsetpokal

Daniel Rossa war sichtlich angespannt, dem Trainer des FTSV Altenwerder und seinen Spielern war der Wille, das Endspiel zu gewinnen, deutlich anzumerken. Allerdings geriet der zwei Klassen tiefer spielende Bezirksligist nach zehn Minuten unglücklich in Rückstand, als Süderelbes Marcel Rodrigues einen Eckball direkt verwandeln konnte.

Auf dem Spielfeld ging es ungewöhnlich giftig zu. Beide Seiten gingen konsequent zur Sache in diesem Derby der Nachbarvereine, deren Sportstätten Jägerhof und Kiesbarg in Neugraben-Fischbek nicht weit auseinander liegen. gegen Ende der ersten Halbzeit war der FC Süderelbe, dessen Abwehr zwischendurch einige Schwächen offenbarte, dem 2:0 näher als Altenwerder dem Ausgleich. Die letzte Chance vor der Pause allerdings hatte Altenwerder, als der Ball nach einem Freistoß von Jannick Petersen quer vor dem Tor durch den Strafraum trudelte, aber kein Spieler einen Fuß an den Ball bekam.

Die Akteure beruhigten sich während der Halbzeitpause sichtlich. Altenwerder, immer wieder angefeuert von Daniel Rossa, trug sehenswerte Angriffe vor, die allerdings im und am gegnerischen Strafstoß verpufften. Wie es in Derbys üblich ist, wurde um jeden Ball gekämpft, auch nach dem 2:0 durch Vedat Düzgüner nach einem schnell ausgeführten Einwurf auf Zuspiel von Christopher Mahrt nach knapp einer Stunde.

Dann ging es vor 180 Zuschauern auf der Sportanlage Am Alten Postweg Schlag auf Schlag. Drei Minuten nach dem 2:0 war wieder Düzgüner zur Stelle, markierte das 3:0 durch einen Heber über FTSV-Torhüter Daniel Jedraszczyk hinweg. Fast eine Doublette war kurz darauf das 4:0, diesmal war es Rabil Msalemi, der Altenwerders Tormann mit einem gefühlvollen Heber düpierte.

Zum 5:0 hämmerte Christopher Mahrt einen Freistoß direkt in den Winkel. Der Ehrentreffer für den FTSV Altenwerder war Samet Yükünc vergönnt, ehe Süderelbe durch Gerrit Siegismund und Vitor Branco nachlegte. „Altenwerder ist platt“, kommentierte Ingo Brussolo aus dem Spielausschuss die Endphase. Symbolhaft die Schlusssekunde, als Altenwerders Aron Kolako den Ball im eigenen Netz versenkte.

Samet Yükünc gelingt das Ehrentor für Altenwerder

Trainer Daniel Rossa war nach dem Schlusspfiff bedient. Vor allem die Höhe der Niederlage machte ihm zu schaffen. „Wir wussten ja, dass wir auf einen sehr starken und zwei Klassen höher spielenden Gegner treffen. Aber wie stark sie gegen jeden Ball gespielt haben und wie technisch hervorragend, das war schon etwas unerwartet“, sagte er in seiner Spielanalyse. „Und Süderelbe hat jeden unserer Fehler brutal bestraft.“ Bei allem Siegeswillen des FTSV Altenwerder, der zur Halbzeit noch lange nicht gebrochen war, verhalf Rossa jedem seiner Spieler zu Einsatzzeiten im 54. Endspiel in der Geschichte des Harburg-Pokals.

„Wir sind zusammen ins Endspiel vorgestoßen, dann wollten wir auch zusammen dieses Finale spielen,“ sagte Altenwerders Coach. Sein Gegenüber war Timucin Gürsan. Süderelbes Chefcoach Markus Walek macht Urlaub und kehrt erst am Donnerstag zurück. Gürsans Turnierfazit fiel fast nüchtern aus. „Insgesamt ist es gut gelaufen für uns“, sagte er nach drei Wochen Saisonvorbereitung mit einem viertägigen Trainingslager in Mecklenburg-Vorpommern und zwei Testspielen gegen den Oberligisten Todesfelde (2:0) und den Regionalligisten Lüneburger SK (1:5).

Gürsan betonte den „Derbycharakter“ dieses Endspiels und vermied es so, die teilweise unangemessene Härte anzusprechen: „Wir haben schwer ins Spiel gefunden, konnten in der zweiten Halbzeit aber alles umsetzen, was wir uns in der Pause vorgenommen hatten.“ Als Vedat Düzgüner den Siegerpokal in die Höhe stemmte, war der achte Erfolg des FC Süderelbe im Harburg-Pokal endgültig perfekt. Für Altenwerder bleibt es bei einem Erfolg aus dem Jahre 2001.

Jetzt fiebern die Harburg-Pokal-Finalisten von 2018 ihrer nächsten Begegnung am 22. Juli am Jägerhof entgegen.