Harburg
Volleyball

Erfolgsteam bleibt zusammen

Fünf-Jahres-Plan Trainer und sportlicher Leiter von SVG Lüneburg verlängern ihre Verträge bis 2023

Lüneburg.  „Ich bin stolz wie Bolle.“ Andreas Bahlburg, Geschäftsführer der SVG Lüneburg, hat einen Coup gelandet und macht keinen Hehl daraus, dass er mit sich selbst zufrieden ist. Dass Chefcoach Stefan Hübner und der sportliche Leiter Bernd Schlesinger ihr Engagement bei den Lüneburger Bundesliga-Volleyballern vorzeitig auf weitere fünf Jahre bis 2023 ausdehnen, nannte Andreas Bahlburg „ein klares Bekenntnis.“

Und es ist ein deutliches Zeichen in alle Richtungen und nicht nur im jeweiligen Innenverhältnis der Vertragspartner. Es ist vor allem auch ein Signal nach außen; etwa in Richtung anderer Vereine, die schon bei Stefan Hübner vorstellig geworden waren, den 42 Jahre alten Trainer für sich gewinnen wollten. Selbst der deutsche Serienmeister Berlin Recycling Volleys soll seine Fühler ausgetreckt haben, als es Mitte der vergangenen Saison kriselte und die Hauptstädter sich für den Endspurt im Kampf um die deutsche Meisterschaft der Dienste des in Deutschland erfolgreichsten Trainers aller Zeiten, Stelian Moculescu, sicherten, der 13 deutsche Meisterschaften und 13-mal den DVV-Pokal gewinnen konnte und einmal sogar die Volleyball Championsleague. Bahlburg: „Wir sagen ganz klar: Hände weg von unserem Trainer!“

Stefan Hübner sagte, er habe gar nicht lange überlegen müssen. „Ja, es gab Anfragen anderer Vereine, darunter auch ganz interessante und namhafte Clubs. Aber ich finde hier in Lüneburg das für mich perfekte Umfeld vor, in dem es mir großen Spaß macht, zu arbeiten.“ Zudem blickt Stefan Hübner zuversichtlich in die Zukunft. „Wir sind hier in Lüneburg auch nach vier Jahren noch lange nicht am Ende der Entwicklung angekommen und ich spüre noch den Drive, etwas erreichen zu wollen.“ Dazu brauche man allerdings auch Geduld, betonte der SVG-Chefcoach. „Gute Sachen brauchen ja bekanntlich etwas längere Zeit“.

Und weil auch Hübners Frau Angelina und die beiden kleinen Söhne längst in Lüneburg heimisch geworden sind, wurde er sich mit Andreas Bahlburg „ziemlich schnell einig“. Für die nächsten Jahre wollen die Hübners in Lüneburg sesshaft werden; um die Welt gereist sind Stefan Hübner und seine Frau in ihrer Zeit als aktive Leistungssportler genug. Er spielte unter anderem neun Jahre in Italien, sie war – unter ihrem Mädchennamen Grün – in Italien, der Türkei, Russland und Aserbeidschan zehn Jahre lang aktiv.

Auch der sportliche Leiter Bernd Schlesinger musste nicht lange nachdenken. Der 59 Jahre alte Schlesinger, auch Co-Trainer der Bundesligamannschaft und erfolgreicher Coach im Beachvolleyball , ist bereits seit 2011 im Verein. Seit Stefans Hübners Einstieg im Jahr 2014 arbeiten beide als ein Duo zusammen, zwischen das kein Blatt Papier passt.

Weiter zum Staff bei der SVG Lüneburg gehören der 1. Co-Trainer Eugenio Dolfo sowie Scout, Statistiker und Co-Trainer Malte Stolley und das Physiotherapeuten-Duo Thomas Kuke und Michaela Möller sowie die Ärzte Dr. Thomas Buller und Dr. Andreas Luedt­ke, von denen bei den Heimspielen immer einer in der Halle anwesend sein muss. Bei Auswärtsspielen stehen zudem bei Bedarf Sönke Hinz als Co-Trainer sowie die Physios Hans Joseph Groth und Ulf Nitschke zur Verfügung.

Apropos Sporthalle: Stefan Hübner glaubt fest daran, dass es nun wirklich vorangeht mit dem Bau einer modernen Sportarena. „Gerade die jüngste Entwicklung lässt mich hoffen, dass diese Angelegenheit jetzt doch wirklich Fortschritte macht. Wenn ich nicht daran glauben würde, hätte ich es nicht gemacht“, sagte er mit Blick auf seine Vertragsverlängerung. Andreas Bahlburg erwartet, dass nach einer neuen, zweiten öffentlichen Auschreibung mit der Errichtung der Arena noch in diesem Jahr begonnen werden kann.

„Wir müssen unbedingt raus aus unserem Schuhkarton“, betonte Stefan Hübner die Notwendigkeit einer volleyballgerechten Heimspielstätte, weil die Deckenhöhe in der Gellersenhalle nicht ausreicht und dort deshalb weder vernünftig trainiert werden kann noch etwa Playoff-Spiele ausgetragen werden dürfen und internationale Begegnungen etwas in einem Europapokalwettbewerb schon mal gar nicht. „Wie gut wir wirklich sind, haben wir immer dann gezeigt, wenn wir, wie beispielsweise in Hamburg-Neugraben, unter uneingeschränkten Bedingungen aufschlagen konnten.“

Doch nicht nur im Umfeld sieht Andreas Bahlburg die SVG Lüneburg für die Gegenwart gut und für die Zukunft besser aufgestellt. Auch der Kader für die kommende Bundesligasaison stehe bereits. Neben Spielern, die ohnehin noch einen gültigen Vertrag besitzen, haben beispielsweise Mannschaftskapitän Matthias Pompe und Raymond Szeto ihre Verträge schon verlängert. „Das Gros der Mannschaft bleibt zusammen, die Neuverpflichtungen werden wir in den kommenden Tagen bekanntgeben“, sagte Henrik Morgenstern.