Harburg
Tennis

HSC-Tennisturnier hat noch eine Chance

Carsten Berend vom Harburger TB gewann 2017 die Einzelkonkurrenz der Herren 45. Zu gern würde er auch 2018 bei den HSC Open aufschlagen

Carsten Berend vom Harburger TB gewann 2017 die Einzelkonkurrenz der Herren 45. Zu gern würde er auch 2018 bei den HSC Open aufschlagen

Foto: Volker Koch / HA

Ein Friedensgipfel am 27. März soll die Traditionsveranstaltung am Harburger Rabenstein doch noch ermöglichen.

Harburg.  Rettet uns die HSC Open! So laut, so fordernd muss man wohl zusammen fassen, was zur Zeit im Tennis der Senioren für hitzige Debatten sorgt. „Vorschriften kippen Tennisturnier“, unter dieser Überschrift hatte das Hamburger Abendblatt in der Wochenend-Ausgabe vom 10./11. März das drohende Ende für das Sommerturnier des Harburger Sport-Clubs (HSC) angekündigt. Turnierchef Karsten Weber hatte Teilnehmer und Freunde der HSC Open verärgert per E-Mail wissen lassen: „Wir sehen uns leider gezwungen, das Turnier für 2018 und wahrscheinlich auch für 2019 abzusagen!“

Seitdem ist heftig was los. Im Hamburger und im Norddeutschen Tennisverband ohnehin; der Sturm der Empörung hat auch den Deutschen Tennis Bund (DTB) erreicht. Der Vizepräsident Sport des Hamburger Verbandes musste in einem offenen Brief mitteilen, „dass uns ein Shit-Storm von E-Mails erreichte“.

Verbände machten einen externen Oberschiedsrichter zur Auflage

Was den Ersten Vorsitzenden der HSC-Tennisabteilung und seine Mitstreiter zu der radikalen Ankündigung getrieben hat, sind neue Vorschriften der Verbände, die den ehrenamtlichen Organisatoren ihre Arbeit und die Finanzierung ihrer Turniere erschweren. Zu den neuen Regelungen, die für höherrangige Turniere eingeführt werden sollen, gehören zum Beispiel eine Obergrenze für die Startgelder der Teilnehmer. Auch ein Katalog mit Ordnungsgeldern wurde zusammengestellt. Neu ist auch, dass ein Oberschiedsrichter für den zivilisierten Umgang der Senioren sorgen soll.

„Bei deutschen Meisterschaften mögen Oberschiedsrichter sinnvoll sein“, nimmt Paul Schorn Stellung. Er ist vielfacher Hamburger und aktuell norddeutscher Meister der Herren 70 und war auch die Nummer 1 in der Regionalligamannschaft des Harburger Tennis- und Hockeyclubs (HTuHC). „Aber bei Turnieren wie den HSC Open reicht die Kompetenz der Veranstalter völlig aus. Das Ganze ist doch ein Trauerspiel und nicht das erste im Seniorentennis in Norddeutschland.“

Diskussionen rufen auch den Deutschen Tennis Bund auf den Plan

Als aktiver Turnierspieler will Peter Ulferts (Stader TC) – er ist Stammgast beim HSC und norddeutscher Meister der Herren 65 – Karsten Weber beistehen. „Es darf nicht sein, dass zu bezahlende Oberschiedsrichter und Leistungsklassen-Führerscheine zur Pflicht gemacht werden. Es ist doch Breiten- und Amateursport, meine Damen und Herren im Verband.“

Genau das trifft den Kern der Auflehnung. Wer als Gastgeber viel Freizeit und Arbeit investiert, damit andere ihren Spaß bei Turnier-Herausforderungen haben, will nicht durch noch mehr Regeln und Bestimmungen zusätzlich belastet und eingeengt werden. Selbst beim internationalen Tennisturnier am Rotherbaum ist es nicht allzu lange her, dass in den ersten Runden ohne Schiedsrichter gekämpft, gestritten und gesiegt wurde. Es kann doch nicht sein, dass beim Freizeitsport erwachsener Menschen sportliche Fairness mit einem dicken Regelwerk erzwungen werden muss.

Die HSC-Open haben die höchste Einstufung im norddeutschen Raum

„Das Tennisturnier beim HSC gehört zu den besten in ganz Norddeutschland“, lobt Dauergast Wolfgang Burmester. Und Paul Schorn mahnt: „Ich hoffe, dass wieder Vernunft einkehrt und Norddeutschland nicht noch mehr Turniere verliert.“

Auch der Hauptorganisator Weber hofft inzwischen wieder, dass die HSC Open – als Turnier der Kategorie 3 das ranghöchste in Norddeutschland – wie ursprünglich geplant am 28. Juni 2018 auf der Tennisanlage am Rabenstein beginnen können. Der Hamburger Verband hat nicht nur sein Entgegenkommen signalisiert, es gibt sogar einen Friedenstermin.

„Am 27. März werden wir uns mit Verantwortlichen des Hamburger und des Schleswig-Holsteinischen Verbandes zusammensetzen“, bestätigt Karsten Weber. „Auch der Deutsche Tennis Bund schickt einen Vertreter. Ich hoffe, dass ich danach allen per E-Mail mitteilen kann: Wir freuen uns, wenn wir Euch bei den HSC Open 2018 wieder begrüßen dürfen.“