Harburg
Handball

Luchse sind zurück in der Erfolgsspur

Kreisläuferin Lynn Schneider nahm Bremens Beste, Merle Heidergott, durch kurze Deckung aus dem Spiel und erzielte selbst noch vier Tore

Kreisläuferin Lynn Schneider nahm Bremens Beste, Merle Heidergott, durch kurze Deckung aus dem Spiel und erzielte selbst noch vier Tore

Foto: Karsten Schaar / HA

Der Zweitliga-Tabellenführer besiegt Werder Bremen mit 34:26 und lässt dabei noch zahlreiche Chancen ungenutzt.

Buchholz.  Die Handball-Luchse haben zurück in die Erfolgsspur gefunden und ihren Ruf als Spitzenteam der 2. Frauen-Bundesliga bestätigt. Mit dem deutlichen 34:26 (17:12)-Heimsieg gegen Werder Bremen reagierten die Zweitliga-Handballerinnen von Buchholz 08-Rosengarten auf die Auswärtsniederlage in Herrenberg und untermauerten ihren Anspruch auf die Meisterschaft. Einziges Manko waren die vielen ungenutzten Tormöglichkeiten.

Sportlich bleibt die Saison 2017/2018 eine Erfolgsgeschichte, obwohl im Umfeld des Damenteams zuletzt reichlich Unruhe herrschte, nachdem zuerst der erfolgreiche Trainer Maximilian Busch gehen musste und danach seine Nachfolgerin Tanja Logvin nach weniger als drei Monaten hinschmiss. Dazu kam die monatelange Ungewissheit, ob der Verein seine Aufstiegsoption in die 1. Bundesliga wahrnehmen würde oder nicht. Nach dem Verzicht auf den Aufstieg aus wirtschaftlichen Gründen herrscht nun ein Stück weit Klarheit.

Trainer Martin Hug betreut die Mannschaft bis zum Saisonende

Und auch die Trainerfrage ist vorerst geklärt. „Martin Hug macht es bis wir eine abschließende Lösung gefunden haben“, stellte Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau vor dem Spiel gegen Werder Bremen klar. Wobei nicht auszuschließen ist, dass Martin Hug selbst die Lösung über die aktuelle Saison hinaus sein könnte. Im Moment ist er durch sein Engagement bei den Handballmännern des TV Fischbek doppelt belastet. „Ich kann nicht jede Trainingseinheit bei den Luchsen leiten“, räumte Martin Hug ein, dass noch keine optimale Lösung gefunden wurde. Sven Dubau versicherte: „Wir arbeiten dran.“

Dubau und Hug haben jetzt drei Wochen Zeit, weitere Weichen zu stellen. Erst am Sonntag, 8. April, geht es in der 2. Bundesliga weiter mit dem Auswärtsspiel beim SV Union Halle-Neustadt, dem einzigen Zweitligaverein, der für die kommende Saison für die 1. Liga gemeldet hat. Und bei dem pikanterweise Tanja Logvin zum 1. Juli 2018 als Trainerin angeheuert hat. Ob Martin Hug mit auf die Reise nach Halle gehen kann, ist eine von vielen ungeklärten Fragen bei den Handball-Luchsen. Auf jeden Fall würde der Trainer vorher gern noch ein Testspiel absolvieren. „Manche Spielerin habe ich noch gar nicht in Aktion gesehen“, so der Interimstrainer.

Land, Heldmann, Lamp und Luschnat werfen jeweils sechs Tore

Gegen Werder Bremen deutete sich die Abschlussschwäche früh an. Nach dem 4:2 beispielsweise scheiterte Sarah Lamp einmal am Pfosten, leistete sich gleich darauf einen Ballverlust und Zeliha Puls warf einen Siebenmeter hoch über das Tor. Die Gäste konnten ausgleichen, ihre Torfrau Meike Anschütz hielt in Serie die nächsten Bälle von Puls, Johanna Heldmann und Kim Land. Aber auch Luchse-Torhüterin Mareike Vogel hielt ihr Team mit tollen Paraden im Spiel. Allmählich erarbeiten sich die Luchse eine Führung. Nach dem 9:8 versenkte Melissa Luschnat vier Siebenmeter in Folge zum 13:8 und Mareike Vogel parierte bei 14:8 einen Siebenmeter von Alina Otto.

Fünf Tore Vorsprung bei Halbzeit war ein wenig zu wenig. Die Luchse hatten in der Summe zu viele Chancen liegengelassen, um dem zweiten Durchgang entspannt entgegen zu sehen. Doch nach der Pause setzte Mareike Vogel mit zwei weiteren gehaltenen Siebenmetern sofort zwei Ausrufezeichen. Und krönte später mit dem Treffer zum 30:22 ins leere Gästetor ihren starken Auftritt. Die taktische Maßnahme von Gästetrainer Florian Marotzke, zeitweise die Torhüterin aus dem Spiel zu nehmen und mit einer zusätzlichen Feldspielerin zu agieren, wurde ein zweites Mal durch Kim Land bestraft, die zum 31:22 ebenfalls ins verwaiste Tor traf. „Ihr könnt nach Hause fahr’n“, sangen die Buchholzer Hardcore-Fans unter 373 Zuschauern.

Torhüterin Mareike Vogel trifft ins verwaiste Gästetor

Acht Minuten vor Schluss wechselte Martin Hug Torhüterin Mandy Hoogenboom ein, die ihrerseits die ersten beiden Würfe auf ihren Kasten parierte. Auch wenn Johanna Heldmann und Evelyn Schulz weiter fahrlässig mit den Tormöglichkeiten umgingen, geriet der Heimsieg nicht mehr in Gefahr. Bremens beste Werferin, Rückraumspielerin Merle Heidergott, konnte zwar acht Treffer erzielen, hatte für ihre Verhältnisse aber nur wenige Wurfgelegenheiten. „Wir haben sie immer früh in ihren Aktion gestört. Dadurch konnte sie sich nicht richtig entfalten“, sagte Martin Hug und lobte Lynn Schneider für deren aufopferungsvollen Einsatz gegen die beste Bremerin. „Sie hat Merle Heidergott kaltgestellt.“

Dass mit Kim Land, Johanna Heldmann, Melissa Luschnat und Sarah Lamp gleich vier Spielerinnen der Handball-Luchse jeweils sechs Tore erzielen konnten und Lynn Schneider trotz ihrer defensiven Sonderrolle noch vier Buden machte, spricht für die geschlossene Leistung der Buchholzer Handballfrauen gegen Werder Bremen. Sportlich ist im Rosengarten wieder alles im Reinen.