Harburg
Hockey

Für den Aufstieg fehlt die Routine

Merle Aschenberg (Mitte) im Zweikampf mit Katharina Schütz und Emily Schoen vom Meister Bremer HC

Merle Aschenberg (Mitte) im Zweikampf mit Katharina Schütz und Emily Schoen vom Meister Bremer HC

Foto: Volker Koch / HA

Hockeyfrauen der TG Heimfeld gehen als Vizemeister der Hallen-Regionalliga Nord in die Rückrunde auf dem Feld.

Heimfeld.  Mit einem 7:3 (2:3)-Auswärtssieg beim Bremer Club zur Vahr haben die Hockeyfrauen der TG Heimfeld die Hallensaison in der Regionalliga Nord als Vizemeister beendet und richten den Fokus nun auf die Feldsaison in der 2. Bundesliga. Die Rückrunde der Feldsaison 2017/2018 beginnt am Sonnabend, 21. April, mit einem Heimspiel gegen Klipper THC Hamburg (Am Waldschlößchen). Bis dahin heißt es schwitzen und sich bei Gymnastik und Krafttraining fit halten, denn aktuell ist an Hockeyspielen unter freiem Himmel nicht zu denken.

Die Hallensaison ist Geschichte und kann abgehakt werden. Lange Zeit durften sich die Heimfelder Hockeyfrauen Hoffnungen auf den Bundesliga-Aufstieg machen. Ihre Spielklasse, die Regionalliga Nord, ist in der Halle immerhin die zweithöchste deutsche Liga. Das Damenteam von Trainer Dennis Sievert lieferte sich von Beginn an ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem späteren Meister und Bundesliga-Aufsteiger Bremer HC. Das Spitzenspiel der Hinrunde in Bremen ging knapp mit 3:4 verloren.

Beide Spiele gegen Meister Bremen gehen mit 3:4 verloren

Danach schwächelte der Spitzenreiter und an einem Wochenende hätten sich die TGH-Damen im Kampf um den Erstliga-Aufstieg zurückmelden können. Dazu wären zwei Siege gegen Polo und Marienthal nötig gewesen und es wäre es zu einem „Aufstiegsendspiel“ gegen Bremen gekommen. Doch diese zweite Chance wurde mit zwei Unentschieden vertan; das Rückspiel gegen Bremen, das wie das Hinspiel eine Begegnung auf Augenhöhe war und trotzdem wieder mit 3:4 verloren ging, war sportlich bedeutungslos geworden.

„Wir haben dem Druck nicht stand gehalten“, sagte Dennis Sievert und haderte in dieser Phase vor allem mit der Abschlussschwäche seiner Spielerinnen. „Im Training flogen die Bälle aus allen Lagen nur so in den Kasten. In den Spielen, wenn es drauf ankam, konnten wir das nicht umsetzen.“ Am Ende waren es zehn Punkte Rückstand auf den Bremer HC. „Es war eine gute Saison, aber keine sehr gute“, lautet die Bilanz von Dennis Sievert. „Der Bremer HC war keinen Deut besser, aber in beiden Begegnungen zielstrebiger und konnte einige Prozent mehr geben, die zu zwei knappen Sieg gereicht haben.“

Trotzdem, so Sievert, habe die Hallensaison in Bezug auf die Feldsaison weitergeholfen. „Wir konnten die junge Mannschaft in grundlegenden Sachen weiterentwickeln, fast alle Talente und Neuzugänge hatten Einsatzzeiten und wir sind als Team noch stärker zusammengewachsen.“

Studentin Merle Aschenberg hört mit Spitzenhockey auf

Aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. In der nächsten Hallensaison wollen die TGH-Damen ei­nen erneuten Angriff auf die 1. Liga starten. „Wir haben zur Zeit einen ganz tollen Kader“, findet Managerin Petra Düring. Dennis Sievert kann davon ausgehen, dass er mit diesem Kader auch in die Rückrunde der Feldsaison in den Kampf gegen den Abstieg gehen kann. „Auf dem Feld geht es nur darum, die Klasse zu halten“, sagte er über die eigenen und die Erwartungen der Spielerinnen an die zweite Saisonhälfte in der 2. Bundesliga Nord. Verzichten muss Dennis Sievert auf Merle Aschenberg, die ihr Studium in Lübeck und Spitzenhockey in Heimfeld nicht länger miteinander vereinbaren kann.

„Wir haben eine junge Mannschaft, die sich ein wenig im Umbruch befindet“, sagt der Trainer. Im letzten Spiel der Hallenrunde in Bremen kamen fünf Jugendliche zum Einsatz, das Durchschnittsalter lag bei weniger als 20 Jahren. Einige Nachwuchstalente, hauptsächlich aus dem eigenen Verein, sollen in der Winterpause in den Damenkader integriert werden.

In der 2. Feldhockey-Bundesliga geht es um den Klassenerhalt

Dennis Sievert: „Wir trainieren schon für die Feldsaison und mein Vorbereitungsplan steht auch.“ In der Hinserie holten die Heimfelder Hockeyfrauen aus sieben Spielen lediglich sechs Punkte und rangieren derzeit auf dem sechsten Tabellenplatz unter acht Mannschaften, nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor dem punktgleichen RTHC Leverkusen. Schlusslicht ist ETUF Essen mit drei Punkten. Ihre einzigen beiden Siege erzielten die Heimfelder Frauen gegen Leverkusen (2:0) und Essen (4:2).

Einige knappe Ergebnisse in den Hinspielen geben Zuversicht. So etwa das 0:1 bei Klipper Hamburg, dem ersten Gegner der Rückrunde, und das identische Ergebnis beim Bremer HC. Für diese zwei Niederlagen soll in Heimfeld Revanche genommen werden. Auch Schlusslicht Essen muss auf der Vereinsanlage Am Waldschlößchen antreten. Als weiterer Pluspunkt könnte sich erweisen, dass die Frauen der TG Heimfeld vier ihrer sieben Rückrundenspiele auf eigenem Platz austragen dürfen.