Harburg
Neugraben

Parteien machen Druck auf Hamburger Senat

Die Linken und die Liberalen stellen Anfragen zum Thema Sportversorgung in Süderelbe

Neugraben.  Die Kritik des FC Süderelbe an der seiner Meinung nach „völlig mangelhaften“ Infrastruktur im Stadtteil Neugraben-Fischbek beschäftigt mittlerweile die Hamburger Bürgerschaft. Während die Fraktion Die Linke in einer Kleinen Anfrage dem Senat vorwirft, den Breitensport nicht angemessen zu fördern und die Sportinfrastruktur kaputt zu sparen, weist der Senat den in der parlamentarischen Anfrage vermittelten Eindruck als falsch zurück. Mittlerweile hat sich auch die FDP in der Hamburger Bürgerschaft nach der Sozial-und Verkehrsinfrastruktur in Neugraben-Fischbek erkundigt. Eine Antwort auf ihre Kleine Anfrage haben die Liberalen noch nicht erhalten.

Der Senat geht davon aus, dass geplante Bauvorhaben den Bedarf an Sportstätten im Süderelberaum abdecken werden und beruft sich dabei auf die Auffassung der „zuständigen Bezirksämter“. Das sind das Bezirksamt Harburg und das für das Sportstättenmanagement der gesamten Freien und Hansestadt zuständige Bezirksamt Hamburg-Mitte.

Neuer Kunstrasenplatzsorgt für Entlastung

Demnach würden die geplante zusätzliche Bezirkssportanlage mit Kunstrasen-Großspielfeld und Leichtathletiklaufbahn im Wohnquartier Fischbeker Reethen, das erst entstehen wird, die Sanierung der Uwe-Seeler-Halle auf der Fläche der früheren Röttiger-Kaserne in Fischbek und Einzelmaßnahmen an mehreren Schulstandorten zu einer deutlichen Kapazitätserhöhung führen.

Das von Bäderland Hamburg betriebene Schwimmbad in Neugraben nutzen rund 130.000 Gäste pro Jahr. Eine übermäßige Auslastung lasse sich nicht erkennen. Deshalb geht der Senat davon aus, dass das Bad zusätzliche Gäste aus den neuen Wohnquartieren im Stadtteil Neugraben-Fischbek mit mehr als 12.000 Bewohnern aufnehmen könne.

Auf die Frage nach der Auslastung von Sporthallen und Sportplätzen in Neugraben-Fischbek verweist der Senat auf die öffentlich zugängliche Datenbank des Portals hamburg.de. Unter der Rubrik Sportanlage mit Großfeld zeigt sich, dass die Sportplätze Ohrnsweg montags bis freitags jeweils bis 21 Uhr und Opferberg (an die Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft überlassen) täglich bis 20 Uhr ausgelastet sind.

Forderung nach mehrGeld für Sportförderung

Die Linke-Fraktionsvorsitzende Sabine Boeddinghaus sieht darin die Auffassung ihrer Fraktion bestätigt: “Die Sportplätze sind heillos überbelegt“, sagt sie. „Und wenn jetzt die SPD davon spricht, Außengelände für sportliche Betätigung nutzen zu wollen, dann zeugt das von großer Not und Hilflosigkeit. So geht’s nicht!“, schimpft die Oppositionspolitikerin.

Vertreter der Stadt und des organisierten Sports verhandeln derzeit den neuen Sportfördervertrag für die Jahre 2019/20. Der Hamburger Sportbund (HSB) fordert eine Aufstockung der jährlichen städtischen Zuwendungen auf 13,6 Millionen Euro und damit gut zwei Millionen Euro mehr als bisher. Die aktuelle Finanzierung setzt sich aus dem Sportfördervertrag für 2017/18 (9,6 Millionen Euro) und einem ergänzenden Bürgerschafts­beschluss (2,0 Millionen für 2017, 1,7 Millionen Euro für 2018) zusammen. Im HSB vertritt 810 Clubs mit 525.000 Mitgliedschaften.

Der Senat sieht auch in Zukunft die Kinder in Süderelbe ausreichend betreut. Sechs zusätzliche Kindertagesstätten mit insgesamt 360 Plätzen werden bis 2020 in Neugraben-Fischbek entstehen. Zusätzlich werden im geplanten Wohnquartier Fischbeker Reethen mit etwa 5000 neuen Einwohnern drei bis vier Kindertagesstätten mit insgesamt rund 400 Plätzen hinzukommen. Damit würden ausreichend Kindergartenplätze geschaffen, um die Versorgung im Stadtteil sicherzustellen, so der Senat.