Harburg
Kommentar

100.000 Euro fehlen, es ist ein Jammer

Ach, es ist ein Jammer. Der Aufstieg der Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten scheitert daran, dass ein Großteil der angestrebten 100.000 Euro von Sponsoren fehlen. 100.000 Euro – das ist für viele Menschen viel Geld, aber im Vergleich zu den Millionen, mit denen im Fußball jongliert wird, nur ein Klacks. Dass diese Summe in einem wirtschaftsstarken Landkreis wie Harburg nicht zusammenkam, wirft kein gutes Schlaglicht auf das Bemühen vor Ort.

Sponsoring: Geld verteilen für den guten sozialen, beruflichen oder eben sportlichen Zweck ist im Landkreis zumeist ein Zuteilen mit der Gießkanne. Für jeden etwas und damit für jeden nur ein bisschen. Klar: So erreichen Firmen mit ihren milden Gaben viele, die viel darüber reden.

Das jährlich wiederkehrende Prozedere aber trübt den Blick für die großen Chancen. Jetzt können die Luchse in die 1. Liga aufsteigen und der Region ein Markenzeichen als Zentrum für Spitzen-Damenhandball aufdrücken. Jetzt ist es an der Zeit, gute Arbeit zu belohnen und den Sportlern zu zeigen, dass die Region hinter ihnen steht. Jetzt, jetzt, jetzt.

100.000 Euro: Das muss international oder bundesweit tätigen Unternehmen mit Sitz oder einem Standort im Landkreis zumal im Schulterschluss möglich sein. Beispiele gibt es: Man denke an die Laurens Spethmann Holding in Seevetal oder an Möbel Kraft in Buchholz oder an Amazon mit seinem gerade bezogenen Logistik-Zentrum in Winsen. Es gibt auch einen breit aufgestellten Mittelstand und es gibt gut betuchte Private. Man erinnere sich nur daran, dass in Buxtehude einmal zwei Handball-Verrückte jeweils eine Million stiften wollten für eine neue, größere Arena. Es reichte aber auch hier nicht.

Zurück zu den Luchsen. Die können sich damit trösten, dass auch die Vereine auf den weiteren Plätzen nicht aufsteigen wollen, weil bei ihnen ebenfalls Geld fehlt. Ein schwacher Trost. Ach, es ist ein Jammer.