Harburg
Handball

Luchse verzichten auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga

Geschäftsführer Sven Dubau

Geschäftsführer Sven Dubau

Foto: Markus Steinbrück / HA

Die erforderlichen 100.000 Euro sind nicht zusammen gekommen. Auch einige Spielerinnen wollten nicht mitziehen.

Buchholz.  Die sportlichen Voraussetzungen könnten kaum besser sein, die finanziellen hinken weit hinterher. Die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten werden ein mögliches Aufstiegsrecht in die 1. Bundesliga auch in diesem Jahr nicht wahrnehmen. Bis Donnerstag, 1. März, hätte ein entsprechender Lizenzantrag bei der Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) vorliegen müssen. Auf dem Formular der Luchse war aber nur das Kreuzchen für eine weitere Spielzeit in der 2. Bundesliga zu finden.

Sportlich wäre der souveräne Tabellenführer, der zehn Spiele vor Saisonende unglaubliche 14 Punkte Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz hat, kaum noch aufzuhalten. Doch diese Option wird in Buchholz nicht gezogen. „Die Verantwortlichen der Handball-Luchse haben Chancen und Risiken eines Aufstiegsunterfangens vor dem Hintergrund der lokalen Besonderheiten, der Sponsorenlandschaft und der individuellen und kollektiven Beanspruchbarkeit der Athletinnen bewertet und abgewogen“, heißt es in einer von Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau verbreiteten Mitteilung, „Ergebnis dieser Abwägung ist die jetzt verkündete Entscheidung.“

Meldeschluss für die 1. Bundesliga war am Donnerstag um 18 Uhr

Anfang Dezember hatte man sich dazu entschlossen, zweigleisig zu planen und das Projekt Erstliga-Aufstieg zumindest in die Überlegungen einzubeziehen. Dafür seien, so Sven Dubau seinerzeit, 100.000 Euro an frischem Geld einzuwerben. In der 2. Liga agiert der Tabellenführer mit einem Etat von etwa 200.000 Euro, in der 1. Liga müssten es mindestens 300.000 Euro sein. Die ursprüngliche Deadline 15. Februar war um zwei Wochen verlängert worden. „Zwar gibt es noch keine Zusagen von großen Unternehmen, aber eine ermutigende Entwicklung mit kleinen und mittelständischen Unternehmen“, hieß es vor zwei Wochen.

„Einige Sponsoren sind abgesprungen. Andererseits haben wir einige neue Abschlüsse getätigt“, berichtet der bei den Handball-Luchsen für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Manfred Popp, „aber es reicht einfach nicht. Es fehlt noch eine riesen Summe.“ Neben dem finanziellen Aspekt hätten auch einige Spielerinnen aus dem aktuellen Zweitligakader signalisiert, den Weg in die 1. Bundesliga nicht mitgehen zu wollen. Studium, berufliche Entwicklung oder die persönliche Reflexion, noch nicht das sportliche Niveau für die höchste Spielklasse zu haben, seien Gründe.

Wahrscheinlich wagt kein Zweitligst den Schritt ins Oberhaus

„Diesen beiden Punkte haben Sven Dubau letztlich die Entscheidung treffen lassen, auf den Aufstieg zu verzichten“, so Manfred Popp. Damit bleibt der Verein auch seiner Aussage nach dem letzten Erstliga-Abstieg im Sommer 2016 treu, sich drei Jahre Zeit für einen neuen Anlauf nehmen zu wollen.

Bereits in der vergangenen Saison hatten die Handball-Luchse trotz sportlich erfüllter Voraussetzungen (Vizemeister) auf den Aufstieg verzichtet. Die Entscheidung war seinerzeit schon im Spätherbst getroffen worden. Anschließend war ein deutlicher Stimmungs- und Spannungsabfall zu verzeichnen. Bleibt abzuwarten, wie sich Umfeld, Fans und Spielerinnen in der aktuellen Situation verhalten. Einen ersten Fingerzeig wird man am morgigen Sonnabend, 3. März, im Heimspiel gegen die Füchse Berlin gewinnen können (19 Uhr, Nordheidehalle).

Nächstes Heimspiel am Sonnabend gegen die Füchse Berlin

Mit ihrer Entscheidung stehen die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten nicht allein da. Auch der Tabellenzweite, die Kurpfalz Bären aus Ketsch, hatten kurz zuvor signalisiert, auf einen möglichen Aufstieg zu verzichten. Offenbar gibt es in dieser Saison gar keinen Zweitligaverein, der bereit ist, das Wagnis 1. Bundesliga einzugehen. Was das für die kommende Erstligasaison bedeutet, ist nicht ganz klar.

Die Durchführungsbestimmungen besagen, dass es mindestens einen Absteiger geben muss. Das wäre momentan der HC Rödertal (0:30 Punkte), der vom ehemaligen Buchholzer Coach Maximilian Busch betreut wird. Denkbar ist auch, dass die HBF mit einer unveränderten Besetzung von 14 Vereinen in die Erstligasaison 2018/2019 startet.