Harburg
Handball

Arbeitssieg für die Handball-Luchse

Trotz eines Kopftreffers in der Schlussphase trug Torhüterin Mandy Hoogenboom mit mehreren Paraden wesentlich zum Gesamterfolg bei

Trotz eines Kopftreffers in der Schlussphase trug Torhüterin Mandy Hoogenboom mit mehreren Paraden wesentlich zum Gesamterfolg bei

Foto: Karsten Schaar / HA

Zweitliga-Tabellenführer müht sich in der Schlussphase zum 32:28-Erfolg gegen den Aufsteiger SG 09 Kirchhof.

Buchholz.  „Alle haben ihre Aufgaben erfüllt.“ Was Trainerin Tanja Logvin nach Spielschluss sagte, klang nach Arbeitssieg und ein solcher war das 32:28 (15:15) der Zweitliga-Frauen der Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten gegen die SG 09 Kirchhof auch. Geglänzt hat er nicht, der Tabellenführer, er hatte aber wieder mal das bessere Ende für sich. Und das darf wörtlich verstanden werden.

Es ging gar nicht gut los im Heimspiel vor 350 Zuschauern in der Nordheidehalle gegen den früheren Club von Torhüterin Mareike Vogel, die 2015 aus Kirchhhof in die Nordheide gewechselt war. Nach neun Minuten lagen die Luchse mit 1:6 zurück, weil sie in der Abwehr kaum Gegenwehr leisteten und sich im Angriff zu viele Fehler erlaubten. Negativer Höhepunkt der Anfangsphase war ein nicht verwandelter Siebenmeter von Zeliha Puls beim Spielstand von 1:5, die an der gegnerischen Torhüterin scheiterte. Auch wenn die Abwehr danach wesentlich aufmerksamer agierte und die Frauen aus der Nordheide auf 6:6 (14.) herankamen, konnten sie so schnell nicht in Führung gehen. Vor allem, weil sie mit ihren eigenen Tormöglichkeiten weiter fahrlässig umgingen.

Einzig Torhüter Mareike Vogel vermochte zu überzeugen. Im Angriff versuchten es Evelyn Schulz und Sarah Lamp immer wieder mit Gewalt, lange Bälle nach vorne landeten in den Fängen der Gegnerinnen, dazu gesellten sich technische Fehler. Die erste Führung überhaupt für die Luchse war das 15:14 durch Kim Land in der Schlussminute der ersten Halbzeit, die mit 15:15-Gleichstand zu Ende ging.

In der Pause suchte Trainerin Tanja Logvin das intensive Gespräch mit Lynn Schneider, die es nun richten sollte. Auch Melissa Luschnat und Julia Herbst durften nach dem Seitenwechsel in das Spiel eingreifen. Bei Ballbesitz der Gegnerinnen übernahm Schneider die „Manndeckung“ entweder gegen Kirchhofs Diana Sabljak oder Danique Boonkamp, je nachdem, welche Spielerin gerade das Spiel gestalten sollte. Dann parierte Mareike Vogel noch einen Siebenmeter, aber – symptomatisch für das Spiel – postwendend versiebte Laura Schultze einen Ball von der Strafwurflinie. Es blieb eine enge Angelegenheit bis zum 20:20 (39.).

Tanja Logvin brachte Mandy Hoogenboom als Torhüterin; die Luchse konnten sich nach der 40. Minute auf 23:20 absetzen. Es war wegen der „Manndeckung“ für die Gästespielerinnen praktisch eine Begegnung Fünf-gegen-Fünf. Hoogenboom schloss sich der bis dahin guten Leistung von Vogel nahtlos an, Melissa Luschnat sorgte auf Linksaußen für viel Schwung. Jetzt wurden in der Abwehr auch Bälle abgefangen, Sarah Lamp und Lynn Schneider beteiligten sich an der von Tanja Logvin verordneten Einzeldeckung, wenn Schneider mal eine Pause einlegen musste. In Gefahr geriet der Erfolg nicht mehr, auch wenn es bei 27:25 und 28:26 noch eng wurde.

Laura Schultze ist mit sieben Tore beste Torschützin der Luchse

Am Ende drehten die Gäste den Spieß um und nahmen mit Kim Land und Sarah Lamp zwei Luchse durch Einzelbewachung aus dem Spiel. Doch das nützte nichts mehr, der Sieg der Gastgeberinnen stand praktisch fest, die ihre Spitzenposition in der 2. Frauen-Bundesliga behaupteten. Für Empörung unter den Fans sorgte kurz vor Schluss ein Ball, der Mandy Hoogenboom ins Gesicht geworfen wurde. Die Niederländerin zeigte in der Schlussphase noch mehrere gute Paraden und trug damit wesentlich zum Gewinn von zwei hart erkämpften Punkten bei.

Tanja Logvin fand, dass die taktische Umstellung auf zwei Kreisläuferinnen (Schulz und Schneider) genau die richtige Entscheidung gewesen sei. „Ja, wir haben viele Fehler gemacht, aber meine Mannschaft hat gekämpft und die Unterstützung des Publikums hat uns sehr geholfen,“ sagte sie, und hob die Leistung von Laura Schultze hervor, die mit sieben Treffern beste Werferin war. Kim Land (6) und Melissa Luschnat (5 Tore in 30 Spielminuten) standen ihr kaum nach. Logvin und Gästetrainer Christian Denk waren sich in einem Punkt einig: Kirchhof war an diesem Abend so stark, dass die Nordhessinnen wohl gegen jedes andere Team der 2. Bundesliga gewonnen hätten.

Die Tabelle führen die Handball-Luchse weiter souverän mit neun Punkten Vorsprung auf die Kurpfalz Bären an. Am kommenden Sonntag, 25. Februar, geht es zum Tabellensechsten FSG Waiblingen-Korb nach Baden-Württemberg. Zum nächsten Heimspiel werden am 3. März die Füchse Berlin in der Nordheidehalle erwartet.