Harburg
Rollstuhl-Basketball

BW-Rollis zu jung für die Oberliga

Spielertrainer Thomas Erdrich von Blau-Weiss Buchholz gibt seinem Team in der Halbzeitpause taktische Anweisungen

Spielertrainer Thomas Erdrich von Blau-Weiss Buchholz gibt seinem Team in der Halbzeitpause taktische Anweisungen

Foto: Volker Koch / HA

Ex-Spielertrainer Hans-Werner Süß fegt mit seiner neuen Mannschaft sein früheres Team mit 66:18 aus der Halle.

Buchholz.  Wenn am Sonntag um 15 Uhr die Rollstuhlbasketballer der BG Baskets Hamburg als Dritte der Bundesliga in der edel-optics.de-Arena in Wilhelmsburg den Spitzenreiter RSB Thuringia Bulls empfangen, bekommen die Zuschauer Spitzen-Bundesligasport zu sehen. Unter den Fans auf der Tribüne werden auch wieder einige Rolli-Basketballer von Blau-Weiss Buchholz sein.

„Mindestens die halbe Mannschaft ist bei den Heimspielen der BG Baskets Hamburg im Inselpark immer dabei,“ erzählt Barbara Erdrich, Abteilungsleiterin bei Blau-Weiss Buchholz. „Das Hamburger Bundesligateam und wir sind einander sehr verbunden. Wir haben sogar schon mal ein Gasttraining bei den HSV-ern absolvieren dürfen.“

Die Blau-Weiss-Rollis haben an diesem Wochenende spielfrei, müssen erst wieder am 18. März 2018 in Rostock ran. Dann stehen die beiden letzten Punktspiele in der Oberliga Nord gegen Gastgeber SG Rostock/Stralsund II und Hannover United III auf dem Plan. Es ist für sie zugleich die letzte Gelegenheit, in dieser Saison die ersten Punkte zu holen. Es läuft nämlich nicht richtig rund bei den Blau-Weissen. Die Mannschaft gehöre von ihrem Leistungsvermögen her eigentlich in die Landesliga, sei noch nicht reif für die Oberliga, meint Barbara Erdrich.

Doch als im April vorigen Jahres die Meldungen abgegeben werden mussten, sah das noch anders aus. Barbara Erdrich: „Wir haben damals noch mit zwei leistungsstarken Spielern planen können, die zum Saisonstart dann aber nicht mehr dabei waren“. Zu jung und zu unerfahren seien viele der Buchholzer Rolli-Basketballer. Aber die jungen Spieler hätten sich sportlich in dieser Saison sehr gut weiterentwickelt.

Im Umfeld der Mannschaft haben sich zudem die Strukturen verändert. Neuer Trainer seit Anfang der Saison 2017/2918 ist Thomas Erdrich, seit vielen Jahren der Spielgestalter und Topscorer in Buchholz. Ihm zur Seite steht Ehefrau Barbara Erdrich. Wie sein Vorgänger Hans-Werner Süß, viele Jahre Spieler und Trainer zugleich bei Blau-Weiss, nimmt auch Thomas Erdrich die Doppelfunktion eines Spielertrainers ein. Hans-Werner Süß hatte sich als Spieler zur Saison 2016/2017 dem MTV Braunschweig angeschlossen, Blau-Weiss aber noch ein Jahr lang trainiert.

Am vorletzten Spieltag der Saison war er mit seinem neuen Verein zu Gast in der Nordheidehalle. „Hier fühle ich mich immer noch wie zu Hause“, sagte er. Und Blau-Weiss sei er auch immer noch verbunden. „Ich trainiere in der Woche immer mal wieder mit meiner früheren Mannschaft“, erzählte er. „Aber bei den taktischen Besprechun-gen bin ich natürlich nicht dabei.“ Seinen Wechsel nach Braunschweig be-gründete Süß, der in der Verwaltung der Förderschule An Boerns Soll tätig ist, mit der Suche nach einer neuen sportlichen Herausforderung.

Zuletzt war er vollauf damit beschäftigt, das nun schon elfte Schwimmfest der Schule am Donnerstag dieser Woche im Hallenbad am Holzweg mit 200 Sportlern aus ganz Niedersachsen und Schwimmwettkämpfen nach den Regeln der Special Olympics über 25 und 50 Meter Freistil, Brust- und Rückenschwimmen sowie Wasserläufen für Nichtschwimmer zu organisieren.

Mit 66:18 (36:6) war Süß mit seinen Braunschweigern in der Nordheidehalle klarer Sieger gegen sein früheres Team, das auch gegen Spitzenreiter TSV Achim Lion mit 18:67 deutlich unterlegen war. Der Abstieg von Blau-Weiss aus der Oberliga ist so gut wie sicher. „Wir werden deshalb aber trotzdem weiter an den Ligaspielen teilnehmen,“ sagte Barbara Erdrich.

Und vielleicht übernimmt ja auch Hans-Werner Süß wieder das Training. Barbara Erdrich kann sich das gut vorstellen. Aber gesprochen hätten sie darüber noch nicht. „Aber es ist immer besser wenn der Trainer draußen steht und nicht als Spieler auf dem Spielfeld mitwirkt.“ So wie ihr Mann in dieser Saison.