Harburg
Fussball

FC Türkiye ist für die Aufholjagd gerüstet

Kontinuität zumindest auf der Position des Managers: Klaus Klock vom FC Türkiye aus Wilhelmsburg

Kontinuität zumindest auf der Position des Managers: Klaus Klock vom FC Türkiye aus Wilhelmsburg

Foto: Volker Stahl / HA

Mit dem neuen Trainer Michael Fischer und neun Neuzugängen startet das Oberliga-Schlusslicht in das Fußballjahr 2018.

Wilhelmsburg.  Wenn der Wettergott mitspielt, startet die Fußball-Oberliga Hamburg an diesem Wochenende mit einem kompletten Spieltag in das Jahr 2018. Den Anfang macht am Freitagabend der FC Süderelbe gegen Vowärts-Wacker Billstedt (20 Uhr, Kiesbarg). Am Sonntag treten der TSV Buchholz 08 und der FC Türkiye auswärts beim Wedeler TSV beziehungsweise bei BU an (jeweils 14 Uhr).

Am meisten war in der Winterpause beim Tabellenletzten FC Türkiye los. Fünf Spieler haben den Verein verlassen. Dafür kann der neue Trainer Michael Fischer (50) mit neun Verstärkungen die „Mission Klassenerhalt“ starten (siehe Infoksten). Die Wilhelmsburger eisten den Ex-Profi des FC St. Pauli und von Wacker Burghausen aus seinem Vertrag beim schleswig-holsteinischen Landesligisten VfR Horst nach langem Hin und Her heraus – wohl in der Hoffnung, dass der langjährige Coach des VfL Pinneberg (2005 bis Anfang 2016) über genügend Erfahrung im Kampf um den Oberliga-Klassenerhalt verfügt.

Der neue Trainer spielte als Profi bei St. Pauli und in Burghausen

Unterstützt wird Fischer dabei von Co-Trainer Ömür Kaplan, der – wie sein Chef – zunächst für ein halbes Jahr unterschrieben hat. Fischer ist sich sicher, dass der FC Türkiye das Potenzial hat, um die Klasse zu halten: „In der Hinrunde hat verletzungsbedingt viel Qualität gefehlt.“ Auch Türkiyes Manager Klaus Klock ist überzeugt, dass sein Club den letzten Tabellenplatz bald verlassen wird: „Die Mannschaft hat in der Vorbereitung intensiv mit dem neuen Trainer gearbeitet und in den Testspielen einen guten Eindruck hinterlassen.“ Zu Buche stehen Erfolge gegen Strand 08 (1:0), Dersimspor (3:0) und zuletzt bei Hamm United (1:0).

Das zwischenzeitliche 1:9 beim Regionalligisten Eintracht Norderstedt sei dem Umstand geschuldet gewesen, dass der FC Türkiye nur mit zehn Spielern aus der zweiten und dritten Garde angetreten sei. Dass die vor der Saison als Geheimfavorit gehandelten Wilhelmsburger bis auf den 18. Platz durchgereicht worden sind, sei vor allem der Verletzungsmisere geschuldet, meint auch Klock: „Wir haben fünf langzeitverletzte Stammspieler zu beklagen, darunter die Barlak-Brüder und zuletzt auch Serhat Yapici. So viele Ausfälle kann keine Mannschaft verkraften.“

FC Süderelbe hat einen neuen kreativen Spieler im Zentrum

Doch es zeigt sich ein Lichtstrahl am Horizont: Zumindest Yapici, der an guten Tagen den Unterschied ausmachen kann, wird voraussichtlich in zehn Tagen wieder ins Training einsteigen. „Es sind noch 17 Spiele zu absolvieren. Wenn wir defensiv stabiler werden und die Mannschaft komplett ist, dann werden wir drei Mannschaften hinter uns lassen“, verspricht der Optimist Klock. Der FC Türkiye ist seit jeher eine Wundertüte, in der man oft nicht weiß, was drin ist. Während bei Trainern und Spielern große Fluktuation herrscht, sorgt zumindest der Manager und ehemalige Fußballprofi (Alemannia Aachen, Union Solingen) Klaus Klock für eine gewisse Kontinuität.

Ruhiger ging es beim FC Süderelbe zu. Zwar verließen den Club mit Erdinc Güner und Sandro Greff (beide Ziel unbekannt) zwei Spieler, die FC-Coach Markus Walek gerne behalten hätte, doch mit Alexandar Mucunski, der von Concordia kam, habe er einen „kreativen Spieler im Zentrum“ dazubekommen, der den Spielaufbau verbessern werde, sagt Walek. Mit der Vorbereitung war der junge Trainer sehr zufrieden, auch die Ergebnisse stimmten. So gab es Siege gegen Nikola Tesla (10:0), Dersimspor (6:2) und Boizenburg (3:1). „Wir sind gut im Saft und wollen am Freitag unbedingt spielen, auch wenn der Platz hart ist.“

Buchholz 08 verliert Müller und Fischer an Teutonia 05

Hart getroffen hat den Ligakonkurrenten TSV Buchholz 08 der Verlust von drei Leistungsträgern in der Winterpause: Innenverteidiger Jakob Nordlohne (Studium in Marburg) folgten die Stürmer André Müller und Maximilian Fischer, die ausgerechnet zum Oberligazweiten FC Teutonia 05 wechselten, der, anders als die Nordheider, nicht gerade für Nachhaltigkeit steht. Nicht weniger brisant werden die Wechsel durch den Umstand, dass mit Sören Titze ein ehemaliger Buchholzer die Teutonen trainiert. „Das ist natürlich ein herber Schlag für uns“, kommentierte Co-Trainer Jan-Akira Voss den Abgang der Stammkräfte. Weil mit Altona-Rückkehrer Milaim Buzhala das offensive Mittelfeld verstärkt werden konnte, ist Voss dennoch zuversichtlich, dass die Mannschaft „die Distanz zu den Abstiegsplätzen so schnell wie möglich vergrößern wird“. Wenn Buchholz an die guten Leistungen wie zuletzt gegen Dassendorf anknüpfen kann, sollte das kein Problem sein.