Harburg
Handball

Die Luchse gewinnen das Spitzenspiel

Jubel auf der Luchse-Bank (v.l.): Meike Schult, Zeliha Puls, Lea Rühter, Mandy Hoogenboom, Co-Trainerin Christine Lindemann und Dr. Armin Pauck

Jubel auf der Luchse-Bank (v.l.): Meike Schult, Zeliha Puls, Lea Rühter, Mandy Hoogenboom, Co-Trainerin Christine Lindemann und Dr. Armin Pauck

Foto: Karsten Schaar / HA

Durch den 28:26-Erfolg gegen Verfolger Kurpfalz-Bären baut der Zweitliga-Tabellenführer seinen Vorsprung auf zehn Punkte aus.

Buchholz/Buxtehude.  Eine Meisterleistung war es nicht, was die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten in der Buxtehuder Halle Nord vor 350 Zuschauern im Spitzenspiel der 2. Frauen-Bundesliga abgeliefert haben. Jedenfalls spielerisch nicht. Aber sie gewannen gegen den Verfolger Kurpfalz-Bären Ketsch mit 28:26 (18:16) ebenso knapp wie verdient – und das allein zählt. „Wir haben zwei Punkte gewonnen. Das ist das Wichtigste“, war Trainerin Tanja Logvin wenigstens mit dem Ertrag zufrieden. In der Tabelle haben die Luchse ihren Vorsprung auf die Kurpfalz-Bären auf elf Zähler ausgebaut und den bis dato hartnäckigsten Verfolger abgeschüttelt. Neuer Zweiter und Dritter mit jeweils zehn Punkten Rückstand sind die FSG Mainz 05/Budenheim und der TV Beyeröhde.

Ohne ihre zuverlässige Rückraumspielerin Paula Prior, die sich in Trier am Knie verletzt hatte, fehlte eine feste Konstante in der Spielgestaltung. Und mit der etatmäßigen Nummer eins im Tor, Mareike Vogel, die nach einer kleinen Operation nur auf der Bank saß, jene Spielerin, die mit ihren Paraden für Rückhalt und Motivation sorgt. Ihren Platz zwischen den Pfosten nahm zunächst Mandy Hoogenboom ein, die die Luchse am Saisonende verlässt.

Es war von Beginn an das erwartet enge Spiel. Mit dem besseren Start für die Gäste. Bei 5:5 waren die Luchse dran, aber Zeliha Puls warf einen Siebenmeter über das Tor. Johanna Heldmann, in der Offensive durch eine Verletzung gehandicapt, erzielte mit dem 6:5 die erste Führung für die Handball-Luchse. Doch die Schwäche im Abschluss war damit noch nicht behoben. Evelyn Schulz, bis dahin schon zweimal erfolgreich, scheiterte freistehend vom Kreis an der Torhüterin; Kim Land konnte einen Tempogegenstoß nicht erfolgreich abschließen.

Spielerisch weiß die Mannschaft ihre Trainerin nicht zu überzeugen

Und nach einem Fangfehler von Laura Schultze gerieten die Handballfrauen aus der Nordheide mit 7:9 in Rückstand. Lynn Schneider und Julia Herbst sollen es nun richten, aber Ketsch kommt immer wieder zu leichten Treffern gegen eine viel zu passive Luchse-Abwehr. Kim Land führt ihre Mannschaft mit zwei Treffern immerhin zum 11:11-Ausgleich und trifft auch zum 12:12. Schultze scheitert als zweite von am Ende drei Luchsen beim Siebenmeter. Mit 13:13 geht es in die Pause.

Die Abwehr hatte sich vor der Pause stabilisiert; Lea Rühter war für Hoogenboom ins Tor gekommen und machte auch nach dem Seitenwechsel weiter. Mareike Vogel hatte sich nur vorsichtshalber warm gemacht. „Jetzt geht’s los“, skandierte ein einzelner Rufer von der Tribüne, aber er muss sich noch gedulden. Die Abschlussschwäche hält an, die Kurpfalz-Bären kassieren durch ihre Härte in der Abwehr eine Zeitstrafe nach der anderen. Rühter zeigt eine erste Parade, Melissa Luschnat kann den dritten Siebenmeter nicht versenken. Die Handballfans der Luchse müssen lange auf den herbeigesehnten Schlussspurt ihrer Lieblinge warten, die sogar wieder mit 19:20 in Rückstand geraten.

Dann führt sich Mareike Vogel nach ihrer Einwechslung im Anschluss an eine Auszeit von Tanja Logvin gleich mit einer Parade ein. Lynn Schneider, erneut eingewechselt, zieht im Rückraum zentral die Fäden, erzielt zwei Treffer nacheinander und übernimmt auch die Sonderbewachung für die Ketscherin Saskia Fackel. Die Luchse gehen bei 22:20 mit zwei Toren in Führung, als hätte ihnen die Einwechslung von Mareike Vogel neues Selbstvertrauen verliehen. Wenig später wirft sich die Torhüterin in einen Wurf der Gäste, bekommt den Ball mitten ins Gesicht und bleibt liegen. Diese spektakuläre Rettungstat hat Signalwirkung. Nach dem 27:23 durch einen Siebenmeter von Melissa Luschnat ist der Sieg in diesem Zweitliga-Spitzenspiel praktisch eingetütet. Am Ende können die Luchse einen Zwei-Tore-Vorsprung über die Zeit retten. „Das war spielerisch unser Tiefpunkt“, räumte Tanja Logvin ein; jedenfalls solange sie Trainerin der Luchse sei.

Ein Sonderlob gab es für Kim Land, die mit acht Treffern auch beste Werferin war. Sie stieß immer wieder in die Lücken der gegnerischen Abwehr und sorgte für die größte Gefahr. Und weil die Handball-Luchse dieses schwere Spiel durch großen Kampf doch noch gewinnen konnten, haben sie sich in Buxtehude in dieser Hinsicht doch als ein Spitzenteam präsentiert. Sportlich sind die Weichen jetzt endgültig Richtung Erste Liga gestellt. Jetzt muss Geschäftsführer Sven Dubau noch für den nötigen Etat sorgen. Was hatte er im Vorfeld der Begegnung gesagt? „Unsere sportlichen Erfolge sind die beste Werbung für uns.“ Dubau bleibt deshalb weiter zuversichtlich bei der Suche nach Sponsoren.