Harburg
Fussball

Altona siegt wieder im Elfmeterschießen

Altonas William Wachowski schlägt den Ball vor Hischem Metidji (links), Vereinskamerad Niklas Holz (hinten) und Edison Sa Borges Dju (rechts) aus der Gefahrenzone

Altonas William Wachowski schlägt den Ball vor Hischem Metidji (links), Vereinskamerad Niklas Holz (hinten) und Edison Sa Borges Dju (rechts) aus der Gefahrenzone

Foto: Volker Koch / HA

Der Harburger Landesligist Dersimspor verliert den Pokalkracher wie im April nach der knappsten aller Entscheidungen.

Harburg.  Die Harburger Landesliga-Fußballer von Dersimspor haben dem großen Favoriten Altona 93 einen großen Pokalkampf geliefert, mussten sich nach 120 torlosen Minuten aber mit 2:4 im Elfmeterschießen geschlagen geben.

Vieles erinnerte an der Baererstraße an ein Treffen alter Bekannter. Bereits im April dieses Jahres war es im Oddsetpokal-Viertelfinale des Wettbewerbs 2016/2017 zum Aufeinandertreffen gekommen, Dersimspor verlor nach großem Kampf im Elfmeterschießen. Einer lieferte damals eine Topleistung ab und erhielt einen Vertrag bei Regionalliga-Aufsteiger Altona – Serhat Cayir. Die Fans waren gespannt, ob er von Anfang an spielt? Er spielte!

Nachdem die Freundlichkeiten ausgetauscht waren, ging es zur Sache. Knapp 500 Zuschauer bildeten einen würdigen Rahmen. Schon früh war zu erkennen, dass Dersimspors Trainer Sven Siebert seine Mannschaft blendend auf den Gegner eingestellt hatte. Diszipliniert gingen seine Jungs zu Werke, ließen sich nicht locken. Die Spieler hielten sich an die taktische Marschroute, der große Widersacher fand kaum Lücken in Dersims Abwehr. Die Gastgeber waren in den ersten Minuten sogar die klar gefährlichere Elf. Toller Flankenlauf von Abdessamad Erbibi, Torjäger Edison Sa Borges Dju kommt frei zum Kopfball, drüber. Beide Mannschaften wollen in der Folge ein zu frühes Risiko eingehen. Erneut übernimmt Sa Borges Dju Verantwortung und prüft Altonas Torwart Tjark Grundmann mit einem strammen Schuss in die kurze Ecke. Bei Altona ist die Verunsicherung nach der peinlichen 0:3-Heimniederlage gegen Hildesheim spürbar. Es geht mit einem torlosen Remis in die Halbzeitpause.

Die zweite Hälfte beginnt verheißungsvoll. Altonas Spielmacher Nick Brisevac zeigt bei einem Freistoß seine tolle Schusstechnik. Dersimspors Torwart Tom Pöhls bewahrt mit einer klasse Parade seine Mannschaft vor dem Rückstand. Der Druck der Gäste wird stärker, Altona scheint die frühe Entscheidung erzwingen zu wollen. Brisevac agiert immer wirkungsvoller, kommt über die linke Seite zur Flanke. Dogan Ulas steht mutterseelenallein vor dem Tor und legt den Ball über die Latte. Ist Dersimspor am Ende seiner Kräfte? Der Kopfball von Prince Boateng Styhn, der ganz knapp über die Latte streicht, beantwortet diese Frage mit einem klaren „Nein“.

Die Stimmung unter den Fans ist ausgezeichnet, beide Mannschaften legen eine Schippe drauf. Ein wunderbar faires Spiel, der Respekt untereinander ist großartig. Kurz darauf hämmert Christopher Mahrt den Ball am rechten Pfosten vorbei, Altona ist beeindruckt. Auch die nächste Szene – bereits in der Schlussphase der regulären Spielzeit – gehört Dersimspor. Prince Dzigbede zieht auf der Außenbahn auf und davon, sein Schuss rauscht Zentimeter am langen Pfosten vorbei. Kurz vor dem Ende hätte Altonas Niklas Holz seinen Farben eine Fortsetzung ersparen können, er trifft nur die Latte. So aber kommt es wie im April zur Verlängerung.

Altona erwischt erneut den besseren Beginn. Erst verpasst Max Stolzenburg eine Hereingabe von Jakob Sachs knapp, dann muss Sachs das Tor des Tages machen, aus wenigen Metern schießt er völlig freistehend über das Tor. Dann der Abpfiff des gut leitenden Schiedsrichters Konrad Oldhafer, es geht ins Elfmeterschießen.

Altona in Person von Nick Brisevac beginnt, keine Chance für Torwart Pöhls. Roberto D’urso gleicht aus, es wird immer spannender. Beide Mannschaften treffen, dann vergibt Prince Boateng Styhn für Dersimspor. Sein Schuss ist zu schwach – genau wie im April. Tom Pöhls pariert einen Elfmeter, neue Hoffnung macht sich breit. Christopher Mahrt ist der nächste, aber sein Ball trifft nur den Pfosten. Altonas Mark Hinze bewahrt schließlich kühlen Kopf und bringt seine Mannschaft ins Pokal-Achtelfinale.

Während die Spieler von Dersimspor enttäuscht auf dem Kunstrasen liegen, findet Gästetrainer Berkan Algan lobende Worte für sie: „Dersimspor hat uns erneut alles abverlangt, das war eine große Leistung von ihnen.“ Dersimspor-Akteur Umut Yildiz: „Wir hätten in der regulären Spielzeit alles klar machen müssen.“