Harburg
Leichtathletik

Anfänger treffen auf Olympiastarter

Auf der Zielgeraden läuft Jana Sussmann (von rechts) Maya Rehberg und dem Tempomacher Henning Kunze (beide SG TSV Kronshagen /Kieler TB) davon

Auf der Zielgeraden läuft Jana Sussmann (von rechts) Maya Rehberg und dem Tempomacher Henning Kunze (beide SG TSV Kronshagen /Kieler TB) davon

Foto: Markus Steinbrück / HA

Die Abend-Laufserie der LG Nordheide in Winsen ist für alle Leistungs- und Altersklassen geeignet.

Winsen.  Mehr als drei Runden lang waren sie unzertrennlich. Hinter Tempomacher Henning Kunze liefen Maya Rehberg, die Olympiateilnehmerin von der SG TSV Kronshagen/Kieler TB, und Jana Sussmann, die deutsche Vizemeisterin über 3000 Meter Hindernis, wie ein Zwillingspärchen über die Sportanlage der Berufsbildenden Schulen in Winsen. 220 Meter vor dem Ziel zog Sussmann an ihrer Freundin vorbei, steuerte immer noch lockeren Schrittes dem Ziel entgegen und gewann den 1500-Meter-Lauf in 4:18,61 Minuten mit fast drei Sekunden Vorsprung. Mit dieser Saisonbestzeit schob sich Jana Sussmann – die Winsenerin startet für das Lauf Team Haspa Marathon Hamburg – auf Rang 13 der deutschen Jahresbestenliste, über die Hindernisse ist sie Nummer zwei hinter der überragenden Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier).

Beim Istaf in Berlin will Jana Sussmann Bestzeit laufen

Extra für die Hindernisspezialistinnen hatten die Organisatoren der LG Nordheide die 1500 Meter ins Programm am ersten Abend der Laufserie um den Sparkassen-Cup aufgenommen. „Das haben wir letztes Jahr auch gemacht und ist völlig problemlos“, sagte Tim Tomczak aus dem LG-Vorstand, „die Mädels kümmern sich um Mitläuferinnen und alles weitere.“ Die Ziele waren unterschiedlich. Für Jana Sussmann ging es nach einer Trainingsphase um eine Leistungsüberprüfung. Sie will am Sonntag, 27. August, beim Internationalen Stadionfest (Istaf) im Berliner Olympiastadion ihre im Vorjahr an gleicher Stelle aufgestellte Hindernis-Bestzeit (9:41,05 min.) weiter drücken. „Ganz toll wäre unter 9:40“, sagt Sussmann, für die auch die Kaderzugehörigkeit auf dem Spiel steht.

Mit ihrem Auftritt über 1500 Meter in der Heimat Winsen war sie zufrieden. „Alles unter 4:20 Minuten wäre schön gewesen. Vor allem hinten raus war ich schnell, das motiviert mich“, sagte die 26-Jährige. In Berlin wird sie gemeinsam mit der bei den Weltmeisterschaften in London so unglücklich in einer Sturz verwickelten Krause starten. „Natürlich hab ich mit Gesa mitgefiebert. Es tut mir leid, was ihr passiert ist“, sagte Jana Sussmann, die 2014 bei den Europameisterschaften in Zürich selbst am Wassergraben gestrauchelt war. Besonders traurig, dass sie selbst nicht in London starten durfte, sei sie nicht gewesen. Dafür habe sie die Norm zu deutlich verpasst.

Für Maya Rehberg, die die deutschen Farben bei den Olympischen Spielen in Rio den Janeiro vertreten hatte, ging es in Winsen um den Wiedereinstieg nach zwei Monaten Wettkampfpause. Mitte Juni musste sie die Saison aufgrund einer Gürtelrose-Erkrankung unterbrechen. Vier Wochen Sportpause und fünf Wochen Aufbautraining folgten. „Wir haben den Fokus im Training auf Schnelligkeit und Hürdentechnik gesetzt“, sagte Rehbergs Trainer Andreas Fuchs. „Heute hatten wir uns etwas mehr erhofft. Aber es fehlt hinten raus die Wettkampf- und Tempohärte.“ Weil Maya Rehberg, die in Bad Segeberg zu Hause ist, derzeit nicht das Niveau für 3000 Meter Hindernis hat, wird sie demnächst in Italien ein Hindernisrennen über 2000 Meter, eigentlich die Distanz der U20-Jugend, bestreiten.

Felina Glasa fährt dreimal pro Woche von Neu Wulmstorf nach Stöckte

Im Gegensatz zu den beiden Spitzenläuferinnen steht Felina Glasa ganz am Anfang ihrer Laufkarriere. Die Elfjährige vom HSV Stöckte gewann das erste Rennen der Laufserie 2017, die 2000 Meter der neun bis elf Jahre alten Schülerinnen mit großem Vorsprung in 7:48,77 Minuten. „Das war nicht so gut. Beim Stadtlauf war ich viel schneller und im Training bin ich auch mehr kaputt“, sagte sie selbstkritisch. Felina Glasa besucht die sportbetonte Klasse der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg und machte einst Leichtathletik bei der Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft (HNT).

Seit etwa einem Jahr trainiert sie nun bei Gerd Prüsmann in Stöckte. Dafür fahren ihre Eltern sie dreimal pro Woche vom Wohnort Neu Wulmstorf nach Winsen. „Das ist für mich das beste Training hier“, sagt Felina, die nach den Sommerferien in die sechste Klasse kommt. „7:48 Minuten ist für ihr Alter wirklich schon gut“, lobte Trainer Prüsmann seinen Schützling. Und ein persönliches Ziel erreicht Felina Glasa bei der Laufserie dann doch. „Ich wollte mindestens zwei Läuferinnen überrunden“, sagte sie nach fünf Stadionrunden, „es sind dann ein paar mehr geworden.“