Harburg
Fussball

Finkenwerder kann Pokal-Aus gegen Altona auch genießen

Kai Vollpott (r.) bejubelt seinen Kopfballtreffer zum 1:1-Ausgleich mit seinen Teamkameraden Patrick Behrmann (Nr. 23) und Justin Gutzeit (Nr.4). Altonas Torhüter Tjark Grundmann guckt bedröppelt

Kai Vollpott (r.) bejubelt seinen Kopfballtreffer zum 1:1-Ausgleich mit seinen Teamkameraden Patrick Behrmann (Nr. 23) und Justin Gutzeit (Nr.4). Altonas Torhüter Tjark Grundmann guckt bedröppelt

Foto: Volker Koch / HA

600 Zuschauer staunen über den Bezirksligisten, der dem Regionalliga-Aufsteiger beim 1:3 lange Paroli bietet.

Finkenwerder.  Wie heißt es im Fußball so schön? Der Plan ist aufgegangen! Auch wenn es am Ende nur zu einer 1:3 (1:2)-Niederlage für die Bezirksliga-Fußballer des TuS Finkenwerder gegen den Regionalligaverein Altona 93 reichte, konnten die Außenseiter im eigenen Stadion fast alles umsetzen, was sie sich vor der Drittrundenpartie im Hamburger Oddsetpokal vorgenommen hatten. Ein dritter Sieg im laufenden Pokalwettbewerb gegen einen höherklassigen Gegner wäre das i-Tüpfelchen gewesen, doch damit durfte von vornherein nicht gerechnet werden. Ein bisschen Hoffnung und ganz viel Wunschdenken gab es trotzdem.

Das Spiel und die außergewöhnlich große Kulisse genießen, mehr als 600 Zuschauer waren am Dientagabend ins Uhlenhoff-Stadion gekommen, das hatte Trainer Denis Zepcan seinen Jungs als Empfehlung mit auf den Weg gegeben. „Und das haben meine Spieler dann auch getan“, sagte der Trainer nach dem Spiel. Altona 93 konnte durch einen direkt verwandelten Freistoß von Nick Brisevac schon nach zehn Minuten in Führung gehen und war spielbestimmend, aber auch die Heimmannschaft wusste einen Standard zu nutzen. Thees Köhn spielte einen Freistoß lang nach vorne und Kai Vollpott vollendete in der 33. Minute mit dem Kopf zum 1:1-Ausgleich. Da stand das Uhlenhoff-Stadion Kopf.

20 Minuten Unterbrechung, danach ist Finkenwerder hellwach

„Dieses Unentschieden wollten wir unbedingt mit in die Pause nehmen“, sagte Denis Zepcan. Aber fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff stand der Schütze des ersten Altonaer Treffers mutterseelenallein in Finkenwerders Strafraum und konnte ohne Mühe den Ball einnicken. „Da haben wir überhaupt nicht aufgepasst“, sagte Zepcan. Seine Mannschaft musste also mit einem 1:2-Rückstand in die Kabine gehen, reagierte nach dem Seitenwechsel fast trotzig mit zwei Distanzschüssen von Kris Heitmann. Einmal fischte Altonas Torhüter den aus 18 Metern abgezogenen Ball aus dem Winkel, einmal zischte die Kugel knapp am Gehäuse vorbei. Zepcan haderte mit den ausgelassenen Möglichkeiten. „Wenn nur ein Ball drin ist, nimmt das Spiel einen anderen Verlauf“, sagte er.

An der Tatsache, dass anschließend ein Gewitter den Schiedsrichter zwang, die Partie für etwa 20 Minuten zu unterbrechen, hätte ein zweites Tor für die Heimmannschaft nichts geändert. Im Gegensatz zu den beiden übrigen abgebrochenen Nachholpartien der dritten Pokalrunde in Ahrensburg und Glashütte konnte es in Finkenwerder aber weitergehen, als Blitz und Donner vorübergezogen waren. Der überragende Torhüter Christian Meyer und eine aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft des TuS Finkenwerder sorgten danach für ein Spiel auf Augenhöhe. Denis Zepcan: „Wir waren nach der Fortsetzung der Partie richtig gut im Spiel.“

Erst in der Nachspielzeit macht Altona 93 das dritte Tor

Mit zunehmender Spieldauer und angesichts des knappen Rückstands keimte die Hoffnung auf eine dritte Pokalsensation nach den Siegen gegen den Oberligisten FC Süderelbe und den Landesligisten Harburger TB wieder auf. „Wir haben uns nicht versteckt und dem hohen Gast Paroli geboten“, sagte Zepcan. Der Wille, das Spiel noch einmal auszugleichen, war deutlich erkennbar. Aber es kam, wie es beim Fußball in solch einer Situation kommen musste. Kaum hatte die Nachspielzeit begonnen, da schoss Mark Hinze das dritte Tor für Altona und Finkenwerder aus dem Wettbewerb.

Von Traurigkeit trotzdem keine Spur. „Es sind alle zufrieden“, sagte Denis Zepcan und hatte bei dieser Einschätzung auch den gesamten Pokalwettbewerb im Blick. „Wir haben zwei klassenhöhere Gegner rausgekegelt. Darauf können wir stolz sein.“

Aus dem Hamburger Süden sind in der vierten Runde des Oddsetpokals noch der TSV Buchholz 08, FC Türkiye, Dersimspor, FC Bingöl 12 und TSV Neuland dabei. So gerne Denis Zepcan und seine Mannen im Pokal weitergekommen wären, jetzt können sie sich voll und ganz auf die Bezirksliga Süd konzentrieren. Am Sonntag geht es zum punktgleichen SV Wilhelmsburg (14 Uhr, Vogelhüttendeich 136).