Harburg
Pferdesport

Spitzen-Voltigierer gehen ungewöhnliche Wege

Alle Erfolge der vergangenen Jahre feierte das Team Timeloh Hof mit dem Pferd Dark Beluga. Mit einem zweiten Pferd soll dessen Trainings- und Wettkampfbelastung zurückgefahren werdenm

Alle Erfolge der vergangenen Jahre feierte das Team Timeloh Hof mit dem Pferd Dark Beluga. Mit einem zweiten Pferd soll dessen Trainings- und Wettkampfbelastung zurückgefahren werdenm

Foto: Martin Oldeland / HA

Team Timeloh Hof startet Crowdfunding-Projekt im Internet, um 5000 Euro für ein zweites Wettkampfpferd zu generieren.

Stelle.  Das erfolgreichste Voltigierteam der Region, das Team Timeloh Hof, geht bei der Finanzierung eines neuen Wettkampfpferdes für Einzelvoltigierer und Nachwuchsmannschaften einen neuen Weg. Der Förderverein nutzt Fairplaid, Deutschlands größte Crowdfunding-Plattform für Sport, um sein Projekt im Internet vorzustellen. Etwa 5000 Euro hofft der Förderverein auf diese Art und Weise einzunehmen.

Schon ab fünf Euro können sich Kleinspender und Unternehmen engagieren. Bei Summen von mehr als 25 Euro verspricht das Team Gegenleistungen. Diese reichen von Nachhilfestunden in Mathe, über Reiten in der Lüneburger Heide bis zur Werbung auf dem Pferdeanhänger. „Wir gehen bewusst einen neuen Weg bei der Finanzierung unseres Sports und wollen die vielfältigen Möglichkeiten des Internets für uns nutzen“, sagt Martin Oldeland, der Vorsitzende des Fördervereins.

Seit der Gründung 2012 hat sich das Team Timeloh Hof kontinuierlich in die Spitze des deutschen Voltigiersports vorgearbeitet. 2016 war das bislang erfolgreichstes Jahr mit dem Gewinn der norddeutschen Meisterschaften, der Landesmeisterschaft des Pferdesportverbandes Hannover, der Bezirksmeisterschaft und dem fünften Platz bei den deutschen Meisterschaften. Auch international startet das Team und konnte ein Turnier in Dänemark gewinnen.

Zu verdanken sind die Erfolge nicht zuletzt dem großartigen Pferd Dark Beluga, das im Dezember 2016 zusammen mit Longenführerin Barbara Rosiny zu zwei Weltcupsiegen von Kristina Boe und Jannik Heiland beigetragen hat.

„Sportliches Ziel ist es, als Mannschaft und im Einzel die Erfolge weiter auszubauen und bei bundesweiten und internationalen Turnieren vorn dabei zu sein“, so Trainerin Barbara Rosiny. Im Einzelvoltigieren soll vor allem Nachwuchstalent Marie Dierßen durch das neue Pferd zusätzliche Möglichkeiten erhalten. Marie wurde bei den deutschen Juniorenmeisterschaften 2016 als beste Neustarterin ausgezeichnet und wird im Nachwuchsprogramm des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei (DOKR) gefördert.

All dies ist nur machbar durch ein weiteres leistungsstarkes Pferd, um das derzeitige Hauptwettkampfpferd Dark Beluga zu entlasten und nicht durch weitere Trainings- und Wettkampfeinsätze zu überfordern. Auch gilt es, Vorsorge für etwaige Verletzungen zu treffen, damit das Team mit einem eigenen Ersatzpferd starten kann.

Marie Dierßen gewinnt beim ersten internationalen Auftritt

Abseits der strukturellen Weichenstellungen im Hintergrund ist das Team Timeloh Hof mit den ersten Wettkämpfen in die Saison 2017 gestartet. Den internationalen Auftritt beim CVI Belgien in Moorsele nutzten die Voltigiererinnen vom Reit- und Fahrverein Dachtmissen zur Vorbereitung auf die weiteren nationalen Wettkämpfe. Neben vier deutschen Mannschaften starteten auch Teams aus der Schweiz, den Niederlanden, England, Frankreich und Dänemark. Zum Auftakt der Wettkämpfe musste sich die Mannschaft zunächst in der Pflicht vorstellen. Das Team mit Pferd Dark Beluga und Trainerin Barbara Rosiny erreichte den fünften Platz unter neun Vereinen. Auch nach Abschluss der ersten Kür lag das Team Timeloh Hof auf dem fünften Rang. Mit dem fünften Platz in der zweiten Finalkür reichte es auch im Gesamtergebnis zu diesen Platzierung. „Insgesamt können wir mit dem Ausflug nach Belgien sehr zufrieden sein und gehen voller Zuversicht in die nächsten wichtigen Wettkämpfe“, lautete das Fazit von Trainerin Barbara Rosiny.

Zusätzlich zum Mannschaftsauftritt startete Marie Dierßen erstmalig in der Einzelentscheidung der Juniorinnen. Nach der Pflicht belegte die Lüneburgerin mit 6,584 Punkten den zweiten Platz hinter Fabienne Nitkowski (7,013) und vor Carlotta Preiss (6,496), beide ebenfalls aus Deutschland. Insgesamt waren 16 Juniorinnen am Start. Wenngleich der Rückstand zur Spitze schon recht groß war, gelang es Marie Dierßen mit einer sehr guten Vorstellung in der Kür und der mit Abstand besten Kürnote von 7,647 noch, Fabienne Nitkowski von der führenden Position zu verdrängen – der erste Einzelsieg beim ersten internationalen Auftritt.

Mit der Gesamtwertung von 7,116 Punkten erreichte Dierßen zugleich die Qualifikationsnote für die höchste Leistungsklasse der Junioren und darf daher vom 30. Juni bis 2. Juli beim hochklassig besetzten CVI in Krumke starten. „Marie hat mit diesem Debütsieg einmal mehr gezeigt, dass sie mit zu den besten Juniorinnen gehört und viel Potenzial hat“, sagte Trainerin Barbara Rosiny. „Ein wahnsinnig tolles Gefühl, beim ersten internationalen Start gleich den Sieg zu erreichen“, sagte ein glückstrahlende Marie Dierßen.