Harburg
Handball

Buxtehuder SV gewinnt den DHB-Pokal

Da ist das Ding. Die Handballerinnen des Buxtehuder SV schreien ihre Freude über den überraschenden Gewinn des DHB-Pokals heraus

Da ist das Ding. Die Handballerinnen des Buxtehuder SV schreien ihre Freude über den überraschenden Gewinn des DHB-Pokals heraus

Foto: Hans Kall

Die Handballerinnen zeigen im Halbfinale gegen Bietigheim eine überragende Leistung und besiegen im Finale auch Metzingen.

Buxtehude.  33 Grad, sommerliche Temperaturen und riesen Andrang im benachbarten Freibad. In der EgeTrans-Arena kochten die Emotionen über. Die Handballfrauen des Buxtehuder SV tanzten jubelnd durch die Halle, feierten mit 70 mitgereisten Fans zum zweiten Mal nach 2015 den Gewinn des DHB-Pokals. Eine Sensation – als Deutschlands Nummer vier war das Team von Trainer Dirk Leun zum Final-Four-Turnier nach Bietigheim gereist, als Nummer eins und neuer Pokalsieger kehrte die Mannschaft mit der weitesten Anreise in den Norden zurück. Nachts um halb eins wurde das Team von den daheim gebliebenen Fans mit Sekt an der Halle Nord empfangen. Nach dem Umbruch mit sieben Abgängen krönten die Buxtehuder Handballerinnen ihre mit dem vierten Tabellenplatz in der Bundesliga ohnehin erfolgreiche Saison mit dem Pokalsieg.

In einem spannenden und hart umkämpften Finale gegen die TusSies aus Metzingen setzte sich der BSV mit 24:23 (14:12) durch und sorgte für losgelöste Stimmung vor 2368 Zuschauern. Die Pokalübergabe, die Polonaise zu den Fans, die Fotos mit Goldmedaillen und Pokal waren die Krönung einer überaus erfolgreichen Saison. Am kommenden Wochenende soll der Triumph bei der Mannschaftsfahrt auf Mallorca gehörig gefeiert werden. Buxtehude holte in Bietigheim nicht nur den Pokalsieg, sondern nahm alle Trophäen mit nach Hause. Friederike Gubernatis war die beste Torschützin und Antje Lenz wurde zur besten Torhüterin und auch zur besten Spielerin des Final-Four gewählt.

Schon das Halbfinale am Sonnabend gegen den deutschen Meister und haushohen Favoriten SG BBM Bietigheim war eine Bravourleistung. Der Buxtehuder SV deklassierte die Topmannschaft der Bundesliga mit 30:22 (12:7). Die enttäuschten Gastgeberinnen wussten gar nicht, wie ihnen geschah. In 20 Minuten schaffte das bis dato ungeschlagene Team nur zwei Tore – Trainer Martin Albertsen wirkte genauso ratlos wie die Spielerinnen. Der BSV entfachte ein Feuerwerk, lieferte eine starke Vorstellung ab und belohnte sich mit dem Sensationssieg. Die 70 BSV-Fans waren regelrecht aus dem Häuschen, sie hatten zwar auf eine Überraschung gehofft, doch so recht daran glauben konnten sie nicht. Umso größer war die Freude nach dem deutlichen Sieg. Die Reise nach Baden-Württemberg mit Flugzeug, VW-Bus, Wohnmobil und Privatauto hatte sich mehr als gelohnt – alle zu Hause gebliebenen Fans verfolgten die Sensation via Livestream. Sogar die Fans aus Thüringen und Metzingen unter den 2300 Zuschauern hatten sich im Halbfinale auf die Seite des BSV geschlagen.

Gubernatis beste Torschützin, Lentz beste Torhüterin und Spielerin

Auch im Finale knüpften die Mädels von Dirk Leun an die Leistung des Vortages an. Die TuS Metzingen, die im Halbfinale den Thüringer HC mit 23:22 nach Siebenmeterwerfen ausgeschaltet hatte, war ein ebenbürtiger Gegner und blieb bis zum Schluss auf Augenhöhe. Im Halbfinale gegen Bietigheim gelang dem Buxtehuder SV ein Blitzstart, er führte nach zehn Minuten mit 6:1. Der BSV spielte frech und frei, zeigte keinerlei Respekt vor dem Meisterteam. Lone Fischer und Lynn Knippenborg sorgten schon in der Anfangsphase mit einem sehenswerten Kempa-Trick zum 4:0 für das erste Highlight. Die BSV-Abwehr wirkte über 60 Minuten konzentriert und aggressiv, ließ den Gastgeberinnen kaum Spielraum. Und zwischen den Pfosten stand mit Antje Lenz eine herausragende Torhüterin, die 19 Paraden zeigte.

Trainer Dirk Leun war überglücklich und stolz auf seine Frauen. „Ich habe meiner Mannschaft vorher gesagt, dass sie heute die einmalige Chance hat, etwas zu erleben, dass sie noch ihren Kindern und Enkelkindern erzählen können – einer solchen Spitzenmannschaft die einzige Niederlage der Saison beizubringen“, sagte er und schmunzelte, „ich denke, sie haben viel zu erzählen.“ Der BSV-Trainer vergaß nicht, dem deutschen Meister seinen Respekt auszusprechen, der mit 50 Spielen in dieser Saison auch international viel für den deutschen Handball geleistet hat.

Bietigheims Trainer Martin Albertsen nahm die „Schuld der Niederlage“ auf seine Kappe, gratulierte der „besseren Mannschaft“. Sein Team sei nach einer langen Saison müde gewesen und habe es nicht geschafft, die normale Leistung abzurufen.

BSV-Tore im Halbfinale: Lone Fischer (6/2), Annika Meyer (5), Emily Bölk (4), Friederike Gubernatis (4/3), Jessica Oldenburg, Maxi Hayn (je 3), Lynn Knippenborg, Lisa Prior (je 2) und Isabell Kaiser (1)
BSV-Tore im Finale: Jessica Oldenburg (6), Friederike Gubernatis (6/1), Emily Bölk (3), Michelle Goos, Annika Meyer (je 2), Lone Fischer (2/2), Maike Schirmer, Isabell Kaiser und Maxi Hayn (alle 1)