Harburg
Tischtennis

Vivien und Lotta verstärken den MTV Tostedt

Die neue Mannschaft der Saison 2017/2018 mit (von links) Laura Matzke, Anne Sewöster, den Neuzugängen Vivien Scholz und Lotta Rose sowie Svenja Koch

Die neue Mannschaft der Saison 2017/2018 mit (von links) Laura Matzke, Anne Sewöster, den Neuzugängen Vivien Scholz und Lotta Rose sowie Svenja Koch

Foto: Karsten Schaar / HA

Nach drei Jahren in unveränderter Besetzung werden Maria Shiiba und Caroline Hajok die Zweitliga-Tischtennisfrauen verlassen.

Tostedt.  „Kaizen“ steht in Japan für Veränderung oder Wandel zum Besseren, für eine Lebens- und Arbeitsphilosophie und ein methodisches Konzept für das Streben nach kontinuierlicher und unendlicher Verbesserung. „Kaizen“ hat längst auch Einzug in die philosophische Grundausrichtung westlicher Wirtschaftsunternehmen gehalten. Wie beispielsweise der EWE AG, einem der Hauptsponsoren der Tischtennis-Zweitligafrauen des MTV Tostedt. Oder auch des Sportvereins selbst, dessen Tischtennisabteilung seine Sponsoren und Förderer zum „Japanischen Abend“ eingeladen hatten, auf dem Maria Shiiba von einem mehrmonatigen Besuch ihres Heimatlandes Japan berichtete.

Die in Japan geborene Shiiba wird am Saisonende ebenso aus dem Zweitligateam ausscheiden wie die Jugendliche Caroline Hajok. Für die beiden jüngsten Tischtennisfrauen des MTV Tostedt rücken die 17 Jahre alte Lotta Rose und die 19 Jahre alte Vivien Scholz nach. Ansonsten bleibt das Team beisammen.

„Wir haben jetzt drei Jahre in unveränderter Besetzung gespielt. So viel Kontinuität hat es in all den Jahren selten gegeben. Jetzt stehen Veränderungen an und ich bin mir sicher, dass wir an beiden Neuzugängen viel Freude haben werden“, sagte Tostedts Abteilungsleiter Michael Bannehr Weiter zum Team in der 2. Frauen-Bundesliga gehören Svenja Koch, Laura Matzke und Anne Sewöster. Die Neuen wagen beim MTV Tostedt einen Neustart.

Lotta Rose kommt vom Drittligisten TTK Großburgwedel. Die Jugendliche lebte zuletzt im Sportinternat in Hannover, das sie aus Altersgründen verlassen muss. Sie war Gewinnerin des Top-48-Bundesranglistenturniers für Mädchen und kann auch auf internationale Erfolge, insbesondere mit der deutschen Jugend-Nationalmannschaft bei den Italian Junior Open, zurückblicken. Sie sucht die Herausforderung in der Zweiten Liga beim MTV Tostedt. Vivien Scholz wechselt vom Zweitliga-Absteiger TSV Schwarzenbek nach Tostedt, weil sie weiter in der 2. Liga spielen will. Neu ins Tostedter Trainerteam rückt Nebo Stevanov, der Christiane Praedel nach Kräften unterstützen soll.

Nur sieben Vereine wollen in der Ersten Bundesliga spielen

Caroline Hajok und Maria Shiiba wechseln zu Hannover 96 in die Dritte Liga. Für Hajok beginnt nach dem Abitur ein neuer Lebensabschnitt, in dem Tischtennis zugunsten der beruflichen Ausbildung ein wenig in den Hintergrund treten soll. Maria Shiiba hofft in der Dritten Liga auf mehr Spielanteile, in Tostedt war sie „nur“ die Nummer fünf im Team. „Wir gehen im Guten auseinander“, betonte Michael Bannehr, der Shiiba in einem launigen Interview nach ihren Erlebnissen in ihrem Heimatland befragte. Shiiba, deren Vater Japaner ist, besitzt einen deutschen und einen japanischen Pass, besuchte in Japan unter anderem ihre Großeltern, 77 und 83 Jahre alt. Ihre ersten sechs Lebensjahre hat sie in Japan verbracht.

„Im Kimono bewegst du dich wie ein Pinguin“, erzählte sie. Anfangs musste sie sich, weil sie nicht zweisprachig aufgewachsen ist, mit Händen und Füßen verständigen. Tradition und Moderne stoßen in Japan aufeinander, haben je nach Alter und Bevölkerungsschicht unterschiedlich große Bedeutung in einem Land, wo die Speisen der Restaurants häufig in Silikon nachgebildet und bunt gefärbt in Glasvitrinen ausgestellt werden. Besonders fasziniert haben Maria Shiiba auch die High-Tech-Toiletten. Mehrere der 6000 Inseln und vielen Großstädte in Japan hat sie besucht. „In Tokio würde ich nicht leben wollen“, sagte sie mit Blick auf das turbulente Treiben in der Hauptstadt.

Die Gäste im EWE-Kundenzentrum in Tostedt fühlten sich gut unterhalten und wurden gut verpflegt; der „japanische“ Sponsorenabend mit deutschem Essen lässt darauf hoffen, dass es auch weiterhin hochklassiges Tischtennis in Tostedt geben wird. „Unsere Hauptsponsoren EWE und die Sparkasse Harburg-Buxtehude haben uns ihre Unterstützung für die kommende Saison zugesagt“, freute sich Bannehr, der einen kurzen Blick auf die andauernde Saison warf, in der noch vier Spiele zu absolvieren sind. „Es waren viel toller Sport und noch mehr knappe Spiele“, sagte er.

Besonders erfreulich waren die Erfolge von Caroline Hajok in ihrem letzten Jahr als Jugendliche mit Bronze im Einzel und Gold im Doppel bei deutschen Meisterschaften. Dazu kamen für Hajok internationale Auftritte mit der Jugendnationalmannschaft in Serbien, Südafrika und Indien, gute Landesranglistenplätze für Maria Shiiba (Gold und Silber) sowie zwei Silbermedaillen bei den Niedersachsenmeisterschaften.

Insgesamt gibt es im Spitzen-Tischtennis einen Negativtrend zu verzeichnen. Für die Erste Bundesliga haben nur noch sieben Vereine gemeldet. Zwei haben zurückgezogen, Leipzig steigt freiwillig ab. Für die 2. Bundesliga liegen elf Meldungen für zehn Plätze vor. Daher könnte es sogar zu einem Relegationsspiel kommen, wusste Bannehr zu berichten. Auch die Damen des MTV Tostedt könnte es noch treffen. Auf Platz fünf trennen sie nur fünf Punkte von den Abstiegsplätzen.