Harburg
Handball

Hollenstedt wirft 27 Tore gegen den HSV

Mit zehn Treffern gegen den Handball Sport Verein (HSV) war der 20 Jahre alte Marcel Hebestreit (M.) bester Torschütze des TuS Jahn Hollenstedt

Mit zehn Treffern gegen den Handball Sport Verein (HSV) war der 20 Jahre alte Marcel Hebestreit (M.) bester Torschütze des TuS Jahn Hollenstedt

Foto: Uwe Stelling

Trotz 27:48-Niederlage ist Gastspiel des Drittligisten vor ausverkaufter Halle ein besonderes Erlebnis für die Landesliga-Handballer.

Hollenstedt.  Frank Ottens, Hans-Peter Lehmann und Marc Evermann haben einst für den TuS Jahn Hollenstedt-Wenzendorf zusammen in der Landesliga Handball gespielt. Ottens ist heute Dritter Vorsitzender, Lehmann stellvertretender Jugendobmann und Jugendtrainer. Evermann, dessen Elternhaus in Hollenstedt steht, ist Präsident des Handball Sport Vereins (HSV) Hamburg. „Die Kontakte sind nie abgerissen“, erzählte Lehmann. So kam es, dass die neu formierte HSV-Mannschaft ein dreitägiges Trainingslager in Hollenstedt absolvierte, dessen Auftakt ein Testspiel gegen die heimischen Landesliga-Handballer bildete. Das 27:48 (15:28) war eine klare Angelegenheit, aber auch ein tolles Erlebnis und eine ganz besondere Erfahrung für die Hollenstedter.

Für die vielen Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle sowieso. Frank Ottens begrüßte vor dem Spiel vor allem Lukas Ossenkopp. Der zurzeit verletzte Rückraumspieler spielte in der C-Jugend zwei Jahre in Hollenstedt. Ein weiterer guter alter Bekannter ist Florian Meier, einst Torwart der C- und B-Jugend des Vereins und heute HSV-Torwarttrainer. Der in Heidenau wohnende Meier ist Handballfans auch als Torwart des VfL Fredenbeck in guter Erinnerung. Den größten Applaus erhielt mit HSV-Rechtsaußen Stefan Schröder jedoch ein ehemaliger Nationalspieler und Champions-League-Sieger.

Mit den stürmischen Hanseaten mithalten konnte zu Beginn nur Rückraumspieler Marcel Hebestreit, der die ersten drei Tore gegen HSV-Keeper Dominik Plaue erzielte. Hollenstedts Torwart Sebastian Thomas verhinderte mit etlichen Paraden einen höheren Pausenrückstand als 15:28. Hollenstedts Trainer Martin Kuligowski war bis dahin nur mit dem Angriff zufrieden. „Aber 28 Gegentore bis zur Pause, das war einfach zu viel“, sagte er, „zum Glück haben wir das in Halbzeit zwei besser gemacht.“

Der HSV machte Dampf und hinterließ Eindruck. Hollenstedts mit zehn Treffern bester Werfer, Marcel Hebestreit, fasste seine Eindrücke so zusammen: „Der HSV hat sich in richtig guter Verfassung präsentiert und in der ersten Halbzeit ein hohes Tempo vorgelegt. Sie waren körperlich unheimlich präsent.“ Stolz war Hebestreit auf die 27 Tore, die seine Mannschaft dem Drittliga-Dritten einschenken konnte. „Das schaffen wir nicht einmal in jedem Landesligaspiel.“ Der Plan war es, das hohe Tempo der Hamburger möglichst lange mitzugehen. In der zweiten Hälfte gelang das nicht mehr so gut, aber auch der HSV ließ nach und wechselte viel durch. Als Hollenstedts Linksaußen Manuel Cohrs zum 24:40 traf, schimpfte HSV-Trainer Jens Häusler zum ersten Mal mit Torhüter Jonah Born. Der dreifache Torschütze Cohrs war in Durchgang zwei unbestritten der Publikumsliebling, gleich zwei Bälle „zauberte“ er per Dreher am HSV-Torwart vorbei ins lange Eck.

Die Hamburger wurden mit tosendem Applaus verabschiedet, während die Heimmannschaft im Kreis tanzte und sich selbst feierte. Es war ein gelungenes Handballfest und für TuS Jahn Hollenstedt Werbung in eigener Sache. Martin Kuligowski und sein Team wünschen sich, dass der eine oder andere Handballfan mehr auch bei Landesliga-Heimspielen vorbeischauen möge, um sein Team im Bestreben, mittelfristig in die Oberliga aufzusteigen, zu unterstützen.