Harburg
Faustball

Jetzt wird in der Halle geschmettert

Auf Weltmeisterin Theresa Schröder lastet beim TV Jahn Schneverdingen die Verantwortung im Angriff

Auf Weltmeisterin Theresa Schröder lastet beim TV Jahn Schneverdingen die Verantwortung im Angriff

Foto: Jahn Schneverdingen/TSV Bardowick / HA

Für die Faustballfrauen des TV Jahn Schneverdingen und TSV Bardowick beginnt die Bundesligasaison.

Bardowick.  Am Sonntag starten die Damenteams der Faustball-Bundesliga in diesem Jahr mit etwas Verspätung in die neue Hallensaison, weil einige Nationalspielerinnen erst kürzlich aus Brasilien zurückgekehrt sind, wo sie erneut die Weltmeisterschaft gewinnen konnten.

Die Bardowicker Frauen spielen in der Halle unter ihrem neuen Trainer Falk Fedders, der den aus beruflichen Gründen ausscheidenden Florian Reukauf ersetzt. Ziel ist für Trainer und Mannschaft der Klassenerhalt. Vor einer besonders großen Herausforderung stehen die Faustballfrauen des TV Jahn Schneverdingen.

Sogar von einer neuen Zeitrechnung spricht Olaf Neuenfeld, Trainer der deutschen Faustball-Nationalmannschaft der Männer, der aus Schneverdingen kommt und dem Verein als Pressewart dient. Zum Start in die Bundesligasaison sind die frisch gekürten Weltmeisterinnen Cindy Ristel und Aniko Müller nicht mehr dabei. Hinrike Seitz steht in der Hallensaison wegen eines Auslandsaufenthalt ebenfalls nicht zur Verfügung.

Cindy Ristel und Aniko Müller bildeten zuletzt das erfolgreiche Angriffsduo des TV Jahn Schneverdingen, das in der Feldsaison großen Anteil am Gewinn der deutschen Meisterschaft hatte. Ristel wird in ihrem Wohnort Hannover zukünftig in der zweiten Bundesliga beim TK Hannover aufschlagen. Müller spielt wie im vergangenen Winterhalbjahr wieder für ihren Heimatverein SG Stern Kaulsdorf.

Damit liegt der größte Teil der Verantwortung auf Weltmeisterin Theresa Schröder, die im Angriff die Fäden ziehen wird und mit 21 Jahren die Älteste im Team ist. Unterstützung erfährt sie von der 15 Jahre alten Helle Großmann, die zum ersten Mal in der Bundesliga auflaufen wird.

Ebenfalls neu im Team ist Alina Karahmetovic aus der erfolgreichen Talentschmiede des TV Jahn. Komplettiert wird der Kader von den beiden U18-Weltmeisterinnen Laura Kauk und Merle Bremer, sowie von Luca von Loh und Leonie Vogelhubert. Trainerin Christine Seitz kann alle Spielerinnen flexibel auf allen Abwehrpositionen einsetzen und will sich noch nicht auf eine Stammformation fest legen.

„Mein junges Team soll in jedem Spiel lernen und sich weiter entwickeln. Erfahrung kann man nur durch eigenes Erleben sammeln. Daher wird jede Spielerin ihre Einsatzzeiten bekommen. Wir werden voraussichtlich viel Lehrgeld zahlen, aber wir wollen diesen Weg mit eigenen Spielerinnen so gehen“ , ist sich Seitz der Schwere der Aufgabe bewusst.

Schwer dürfte die kommende Bundesligasaison auch für den TSV Bardowick werden, der zufrieden auf die vergangene Saison zurückblickt. Als Aufsteiger konnte die Klasse gehalten werden. Zu den Veränderungen in der Saison 2016/17 zählt der Wechsel auf dem Trainerposten. Ebenfalls neu ist Mira Humpert, die vom TSV Mildstedt an die Ilmenau gewechselt ist.

Fehlen werden dagegen Jannika Häbry (berufliche Gründe) und ihre Schwester Jenny (Auslandsaufenthalt). Beim Bardowicker Ilmenau-Cup bewies die Mannschaft bereits, dass sie in Bestbesetzung mit anderen Bundesligavereinen mithalten kann. Dennoch ist nichts anderes als der Klassenerhalt als Ziel ausgerufen.

Am Sonntag treffen zum Auftakt der Bundesligasaison in der Halle „Am Timmerahde“ im zweiten Spiel die Nachbarvereine TV Jahn Schneverdingen und TSV Bardowick aufeinander. Erster Gegner für Schneverdingen ist um 11 Uhr die SG Stern Kaulsdorf mit Aniko Müller.

Die Berlinerinnen wollen dieses Mal unbedingt zur deutschen Meisterschaft fahren und haben die Punkte gegen Schneverdingen fest eingeplant. Gegen Bardowick geht es für den TV Jahn dann selbst um wichtige Punkte gegen einen direkten Kandidaten um den Klassenerhalt.

In Schneverdingen trifft der TSV Bardowick im ersten Saisonspiel auf die SG Kaulsdorf. Die Berlinerinnen haben im Vorjahr beide Begegnungen für sich entscheiden können und auch am Sonntag wird es für den TSV schwer werden, wenn Kaulsdorf mit Aniko Müller als Hauptangreiferin spielt.

Aber vielleicht sollten die TSV-Frauen einfach mit viel Selbstvertrauen und mutig die Partie angehen, dann könnte auch ein Sieg möglich sein, glaubt Heinz Lux, der einst die Faustballabteilung seines Vereins gründete. Im zweiten Spiel gegen den Gastgeber und ewigen Rivalen wird es darauf ankommen, so Lux, Theresa Schröder auszuschalten. Gelingt das nicht, wird es wohl eine Niederlage geben. Trainer Falk Fedders wird alle taktischen Maßnahmen anwenden müssen, um erfolgreich zu sein.

Die übrigen Gegner in der 1. Bundesliga Nord sind Aufsteiger TV Brettorf, der zweite Liganeuling TSV Essel, MTVS Selsingen, der Ahlhorner SV, VfL Kellinghusen und der SV Moslesfehn.

Kader TSV Bardowick: Kathrin Wolter, Michaela Grzywatz, Janina von der Lieth, Julia von der Lieth, Kim Reukauf, Katharina Kropp, Franziska Heinemann und Mira Humpert Kader TV Jahn Schneverdingen: Helle Großmann, Laura Kauk Theresa Schröder, Leonie Vogelhubert, Alina Karahmetovic, Merle Bremer und Luca von Loh