Harburg
Handball

MTV Tostedt verzweifelt an Janine Schwarz

Anfangs kam Tostedt zu leichten Torerfolgen. Hier hat Anna-Lena Wagener Winsens Kirsten Land (Nr. 7) und Catherine Teege (r.) abgeschüttelt. MTV-Kreisläuferin Friederike Kröger (l.) braucht nicht einzugreifen

Anfangs kam Tostedt zu leichten Torerfolgen. Hier hat Anna-Lena Wagener Winsens Kirsten Land (Nr. 7) und Catherine Teege (r.) abgeschüttelt. MTV-Kreisläuferin Friederike Kröger (l.) braucht nicht einzugreifen

Foto: Markus Steinbrück / HA

Landesliga-Tabellenführer rettet 22:20-Auswärtssieg gegen starke Torhüterin der HG Winsen über die Zeit.

Tostedt/Winsen.  Illusionen gibt sich Andreas Peikert nicht hin. Auch wenn die Handballerinnen des MTV Tostedt die Tabelle der Landesliga Lüneburg nach dem siebten Spieltag mit der makellosen Bilanz von 14:0 Punkten anführen, ist von Meisterschaft und Aufstieg keine Rede. „Der Spielplan hat es gut mit uns gemeint“, sagt der 52 Jahre alte Trainer. Bisher musste Tostedt noch nicht gegen die unmittelbaren Verfolger und härtesten Konkurrenten spielen. Das ändert sich an diesem Sonnabend, 26. November, wenn es zum Gipfeltreffen von Spitzenreiter Tostedt gegen den Zweiten HV Lüneburg (14:2 Punkte) kommt. Spielbeginn ist um 18 Uhr im Schulzentrum Schützenstraße in Tostedt. In den nächsten Wochen folgen Spiele gegen MTV Ashausen-Gehrden (4. Platz/10:4 Punkte) und SV Altencelle (3. Platz/12:2).

Danach werden Peikert und sein Team, das in der vergangenen Saison die Vizemeisterschaft hinter der zweiten Vertretung der SGH Rosengarten-Buchholz gefeiert hatte, wissen, wo sie stehen. „Bisher sind wir voll im Soll“, sagt Peikert, der über eine vielversprechende Mischung aus jungen und erfahrenen Spielerinnen verfügt. „Wir wollen oben mitspielen und haben uns Platz eins bis drei als Ziel gesetzt“, berichtet der Übungsleiter, der mit Rückkehrerin Justine Daniel eine echte Verstärkung zur Verfügung hat. Nach einem einjährigen Auslandsaufenthalt in Neuseeland verkörpert Daniel perfekt die Tostedter Spielweise des schnellen Umschaltspiels nach Ballgewinn in der Abwehr. Im Sommer aus der aufgelösten Mannschaft des TV Jahn Schneverdingen neu hinzugekommen sind Kreisläuferin Maren Tödter und Rückraumspielerin Kira Nijland.

Dass die Tostedter Mannschaft gelegentlich noch erheblichen Leistungsschwankungen unterlegen ist, war im letzten Spiel bei der HG Winsen zu sehen. Die Anfangsphase in der Winarena gehörte eindeutig den Gästen. Nach acht Minuten stand es 5:0, nach 17 Minuten 9:1 und nach 20 Minuten 11:3. Man musste Schlimmes für die HGW befürchten, die viel zu ängstlich agierte und sich von den körperbetont auftretenden Tostedterinnen den Schneid abkaufen ließ. „In dieser Form hatten wir nichts in der Landesliga zu suchen“, schildert Trainer Jan Land seine Eindrücke. Nur langsam kam seine Mannschaft in die Partie und konnte bis zur Halbzeit immerhin auf 6:13 verkürzen. „In der Pause haben wir in der Abwehr von 5:1 auf 6:0 umgestellt. Dadurch sind wir sicherer geworden“, berichtet der 28-jährige Winsener Coach. Die HG Winsen konnte die individuellen Fehler reduzieren und das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüterin weiter verbessern.

Verfolger HV Lüneburg kommt am Sonnabend nach Tostedt

Keeperin Janine Schwarz hatte in der ersten Hälfte als einzige HG-Spielerin Normalform gezeigt. Nach dem Seitenwechsel brachte sie die MTV-Werferinnen schier zur Verzweiflung. Bestes Beispiel: Tostedt bekam insgesamt neun Siebenmeter zugesprochen, nur viermal musste Schwarz hinter sich greifen. „Das war für uns eine ganz neue Erfahrung, derart an einer einzelnen Person zu scheitern“, sagte Tostedts Trainer Andreas Peikert. „Durch die vielen Fehlwürfe haben wir resigniert, das Rückzugsverhalten hat gelitten und es zog totale Verunsicherung ein.“ In den bisherigen Saisonspielen hatte der MTV Tostedt durchschnittlich mehr als 30 Tore pro Partie geworfen, diesmal waren es nur 22.

Die HG Winsen verkürzte innerhalb von vier Minuten nach Wiederanpfiff auf 9:13, ließ sich auch vom 12:17 (44.) und 14:20 (49.) nicht entmutigen und kam durch den Treffer von Merle Ziehe zum 19:20 (57.) tatsächlich bis auf einen Treffer heran. Nur der Ausgleich wollte auch nach dem 20:21 (59.) durch das zehnte Tor von Saskia Goes, davon allein acht in der zweiten Hälfte, nicht gelingen. Maike Orth machte den 22:20 (13:6)-Auswärtssieg für Tostedt schließlich perfekt.

Saskia Goes ist gemeinsam mit Fenia Herzig und Torhüterin Luisa Lowin eine von drei, erst 17 Jahre alten Talenten, die neu im Landesligakader der HG Winsen sind. In der vergangenen Spielzeit spielten sie noch in der Landesliga-B-Jugend. Weil Winsen in dieser Saison keine A-Jugend hat, rückten die Drei direkt in die erste Damenmannschaft auf.

Trainer Jan Land ist mit 6:10 Punkten nach acht Spielen und Tabellenplatz sieben in der Zwölferstaffel „eigentlich ganz zufrieden. Vor der Saison hätte ich das sofort unterschrieben. Rückblickend wäre mehr drin gewesen“, so Land, der den knappen Niederlagen in Heidmark (24:27) und Eyendorf (18:19) nachtrauert. Nach dem Auswärtsspiel in Wietze empfängt die HG Winsen am Sonntag, 4. Dezember, den Oberliga-Absteiger MTV Ashausen-Gehrden zum Nachbarschaftsderby (15.10 Uhr, Berufsschule).

Tore für Winsen: Saskia Goes (10), Ann-Kathrin Kanebley (4), Alina Farschchi (2), Kirsten Land (2/1), Fenia Herzig, Merle Ziehe (je 1)
Tore für Tostedt: Dorothee Kröger (6/3), Natalie Mencke (4), Justine Daniel (4/1), Maike Orth (3), Anna-Lena Wagener (2), Friederike Kröger, Kira Nijland und Svantje Palm (alle 1)