Harburg
Handball

TV Fischbek gewinnt das Derby mit 19:14

Fischbeks Kristin Fock überwindet den Block von Catharina Nicolodelli (verdeckt). Charlin Engwer (Nr. 73) ist mit Kreisläuferin Henrike Stanislawski beschäftigt

Fischbeks Kristin Fock überwindet den Block von Catharina Nicolodelli (verdeckt). Charlin Engwer (Nr. 73) ist mit Kreisläuferin Henrike Stanislawski beschäftigt

Foto: Markus Steinbrück / HA

Im Handball-Landesligaspiel bei der SG Harburg kommt diesmal aber keine besondere Stimmung auf.

Harburg/Fischbek.  Etwas war anders als im vergangenen Jahr. „Gegen Harburg zu spielen, ist zwar immer etwas Besonderes, aber richtiges Derby-Feeling kam nicht auf“, sagte Natalia Bogucka, die im dritten Jahr die Handballfrauen des TV Fischbek trainiert, nachdem sie sich selbst eine Fußverletzung zugezogen hatte. Vielleicht war der Leistungsunterschied dieses Mal einfach zu groß. Die TVF-Handballdamen gehören in der Hamburger Landesliga zu den Spitzenteams, die jungen Damen der SG Harburg kämpfen den schweren Kampf gegen den Abstieg. Entsprechend deutlich war das Ergebnis; der TV Fischbek setzte sich mit 19:14 (10:6) in der Sporthalle Kerschensteinerstraße durch.

Von einem ganz normalen Arbeitssieg sprach Natalia Bogucka nach dem Spiel. Den hatte sie nach der Tabellensituation mindestens erwartet. „Wir hätten sogar viel höher gewinnen müssen“, sagte sie, und vor ihrem geistigen Auge tauchten die vielen vergebenen Torchancen auf. „Wir haben die Harburger Torhüterin berühmt geschossen“, benutzte sie den üblichen Handballjargon, um zu beschreiben, dass ihre Spielerinnen immer wieder an Elena Breitsprecher scheiterten, die einen großartigen Tag erwischt hatte. Auf der anderen Seite stand Fischbeks Torfrau Kathrin Dörrbeck ihrem Gegenüber in nichts nach. Bogucka: „Sie hat gehalten, was zu halten war – und mehr – und die gegnerischen Angreiferinnen immer wieder zur Verzweiflung getrieben.“

Kein Wunder also, dass relativ wenig Tore fielen in diesem Südderby der Hamburger Landesliga Gruppe 2, in der sich der TV Fischbek auf den dritten Tabellenplatz verbesserte, während die SG Harburg gleichauf mit Eimsbütteler TV II auf Rang acht notiert wird. „Wir könnten sogar besser dastehen“, sagt Bogucka, „wenn da nicht die unglückliche Niederlage mit nur einem Tor gegen Bramfeld gewesen wäre.“ Mit 19:20 hatte ihre Mannschaft in eigener Halle das Nachsehen gehabt.

In der Heimspielstätte der Harburgerinnen genügte eine durchschnittliche Leistung, um den Pausenvorsprung sicher ins Ziel zu bringen. Besonders freute sich Natalia Bogucka darüber, dass sich jede eingesetzte Feldspielerin auch in die Torschützenliste eintragen konnte. Die Gastgeberinnen von Trainer Harald Feindt liefen lange einem Rückstand hinterher, glichen in der 25. Minute zum 6:6 aus, mussten bis zum Halbzeitpfiff des allein leitenden Schiedsrichters Jan Habben (Moorburger TSV) aber noch vier Gegentore hinnehmen.

Offizielles Saisonziel des TV Fischbek ist eine bessere Platzierung als vorige Saison. Das wäre mindestens Platz zwei, der unter normalen Umständen die Relegation zur Hamburg-Liga bedeutet. „Platz eins“, so Bogucka, „ist sowieso vergeben.“ Der gebührt ihrer Meinung nach dem AMTV Hamburg II, der die Landesliga mit sieben Siegen in sieben Spielen anführt und so etwas wie die „Übermannschaft“ ist. Gegenüber den 14:0 Punkten des Spitzenreiters wirken die 10:4 Zähler der Frauen aus Fischbek fast schon bescheiden. „Wir denken, was die Endplatzierung anbetrifft, von Spiel zu Spiel. Der Auf-stieg darf gerne in dieser Saison passieren, muss aber nicht“, nimmt Natalia Bogucka den Druck von ihrem Team. Dass sie mit der Hamburg-Liga liebäugelt, ist kein Geheimnis. Bogucka: „Wir müssen uns ja Ziele stecken und die Hamburg-Liga ist viel attraktiver als die Landesliga.“ Vergangene Saison hätten sie als Tabellendritte auf die Teilnahme an der Relegation verzichtet. „Wir waren noch nicht bereit für diesen Schritt“, begründete die Trainerin den Verzicht. Das ist dieser Saison anders. Eine wichtige Voraussetzung für sportlichen Erfolg ist zweifelsohne gegeben: der Kader ist groß genug, um Ausfälle kompensieren zu können. „Wir haben bei fast jedem Spiel 14 Spielerinnen dabei“, nennt die Trainerin eine Zahl. Davon kann Trainerkollege Harald Feindt nur träumen, der mit einem kleinen Kader antreten musste.

Am Wochenende geht der Kampf um Punkte und Platzierungen weiter, am Sonntag spielt der TV Fischbek um 16 Uhr in der Halle am Neumoorstück gegen den SC Alstertal-Langenhorn III. Dann geht es um den begehrten zweiten Tabellenplatz. Noch liegt der nächste Gegner mit einem Spiel weniger und 10:2 Punkten vor den Fischbeker Damen, die bisher nicht nur einmal mit einem Tor verloren haben, sondern auch schon zwei Saisonsiege mit jeweils nur einem Treffer Differenz feiern konnten. Die Frauen der SG Harburg müssen am Sonnabend auswärts beim Tabellennachbarn Bramfelder SV antreten (17 Uhr, Steilshoop, Gropiusring 43).