Harburg
Hockey

Gegentreffer in der Schlussminute

Spektakulär: Heimfelds Tim Schäfer (r.) beim Torschuss. Hannovers Abwehrspieler Maximilian Keim (l.) kann die Kugel nicht mehr stoppen

Spektakulär: Heimfelds Tim Schäfer (r.) beim Torschuss. Hannovers Abwehrspieler Maximilian Keim (l.) kann die Kugel nicht mehr stoppen

Foto: Hans Kall

Hockeyherren der TG Heimfeld verpassen Heimsieg gegen Zweitliga-Spitzenreiter Düsseldorf um zehn Sekunden.

Heimfeld.  „Da fehlte uns einfach noch die Souveränität“, ärgerte sich Trainer Alexander Otte nach dem späten Gegentreffer zum 3:3 (1:2) der Hockeyherren der TG Heimfeld gegen den Düsseldorfer HC, Tabellenführer der 2. Bundesliga Nord. Mit der letzten Aktion, etwa zehn Sekunden vor Ablauf der 70 Spielminuten, schoss der Düsseldorfer Linus Müller in Heimfeld am Waldschlößchen das 3:3 und bewahrte den Spitzenreiter vor der ersten Saisonniederlage.

„Ein doofes Tor“, fand Alexander Otte. Es sei vor allem auf die Hektik in den Schussminuten zurückzuführen. „Wir hatten wohl Angst vor dem Gewinnen.“ Dass Düsseldorf das bessere Team gewesen sei, stellte Otte nicht in Abrede. „Das war unglücklich“, fand Spieler Philipp Roloff, „Düsseldorf hatte außer einer Ecke keine echte Torchance in den letzten Minuten.“ Für Roloff war der späte Ausgleichstreffer keineswegs die Folge eines immer größer werdenden Drucks der Gäste.

In der ersten Hälfte hatte Düsseldorf die Partie weitgehend diktiert. Der 2:1-Pausenvorsprung, den Alexander Vogel mit dem 1:0 nach zwei Minuten und Julius Heimanns in der 34. Minute herausgeschossen hatten, gab die Kräfteverhältnisse wieder. Zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich hatte Max Bonz eine Minute vor dem erneuten Rückstand getroffen. In der zweiten Halbzeit erkämpfte sich Heimfeld mehr Spielanteile. Mit einem Doppelschlag drehten Lasse Simson und erneut Bonz Mitte der zweiten Halbzeit binnen zwei Minuten das Resultat zur Heimfelder 3:2-Führung. Den Sieg vor Augen, musste sich Gastgeber dann aber doch mit einer Punkteteilung begnügen. „Nüchtern betrachtet ist ein Punkt gegen Düsseldorf eine gute Sache“, lautete das Fazit von Philipp Roloff.

Im zweiten Spiel des Wochenendes sah Spielertrainer Alexander Otte sein Team nochmals verbessert. „Das war kämpferisch ein Schritt nach vorne“, sagte er nach dem 5:3 (3:0)-Sieg gegen Hannover 78. „Wir waren dominanter und unser Sieg nie gefährdet“, freute sich Otte, der selber maßgeblich zum Erfolg beigetragen hatte. Auf sein Konto gingen die ersten beiden Tore. Noch vor der Pause legte Dennis Stiller zum 3:0 nach. Unkonzentriertheiten und ein aufkommender Gegner brachten die schon verloren gegangene Spannung zurück. Hannover verkürzte durch Chris Dolge und Lennart Eschler auf 2:3. Otte: „Aber wir haben Moral bewiesen und die Dinge rasch wieder zurechtgerückt.“ Vier Minuten später traf Leo Schöning zum 4:2. Zwei späte Tore durch erneut Otte für Heimfeld und Dolge für Hannover ergaben den 5:3-Endstand. „Nach schwierigen Auswärtsfahrten waren das ganz wichtige Punkte“, freute sich Alexander Otte über ein gelungenes Heimwochenende mit vier Zählern.

Das zu Saisonbeginn ausgefallene Heimspiel gegen Blau-Weiß Köln wird am Sonntag, 16. Oktober, nachgeholt. Otte: „Das kam für uns überraschend.“ Den Kölnern war gemäß Verbandsentscheidung nicht vorzuwerfen, dass sie den Stau auf der Autobahn hätten vorhersehen können. Darüber kann Otte nur den Kopf schütteln, alle anderen Hockeyteams aus dem Westen, die an diesem Wochenende in Hamburg antreten mussten, hatten verkehrsbedingte Verzögerungen eingeplant und waren zeitgerecht angetreten. Ärgern wollte sich Otte nicht. „Dann spielen wir eben gegen Blau-Weiß und versuchen, die Punkte sportlich zu gewinnen,“ sagte der Spielertrainer der Männer, der auch bei den Frauen der TG Heimfeld das Sagen hat.

Sie ernteten nur einen Zähler beim 2:2 (1:1) im Auswärtsspiel beim DHC Hannover, mit dem sie sich als Tabellenzweite der Regionalliga Nord in die Winterpause und damit in die Hallenrunde verabschiedeten. Jeweils in Führung gegangen, das Spiel dominiert, aber zu wenig daraus gemacht; so könnte das Fazit nach dem letzten Feldhockeyspiel des Jahres lauten. Für die Tore in Hannover sorgten Constanze Schumann-Plekat und Kim Klee, der DHC Hannover hatte nach einem Konter einen umstrittenen Siebenmeter bekommen und einen weiteren Konter ebenfalls mit Tor abschließen können. Das nennt man effiziente Chancenverwertung, denn die Gastgeberinnen kamen nur selten in den Kreis der TG Heimfeld, die selbst einen Siebenmeter nicht verwandeln konnte. Die Kugel klatschte an den Pfosten. Für die Heimfelder Hockeyfrauen beginnt jetzt die Vorbereitung auf die Hallenrunde.