Harburg
Fussball

Elbmarsch-Damen peilen Klassenerhalt an

Foto: Celina Bunk / HA

Nach langem Durcheinander am Ende der Vorsaison und einer verfrühten Aufstiegsfeier starten die Eintracht-Damen in ihre erste Landesliga-Saison.

Drennhausen.  Am 19. Juni 2016 um 18.48 Uhr war es endlich vollbracht: Die Fußballfrauen der Eintracht Elbmarsch waren erstmals in die Landesliga aufgestiegen. Nach einem 2:1-Erfolg in der Relegation gegen den TuS Fleestedt auf dem Winsener Jahnplatz war der Aufstieg perfekt. Gefeiert hatten sie diesen tollen Erfolg bereits zwei Wochen vorher.

Doch zu früh gefreut. Der ATSV Scharmbeckstotel zog sich aus der Oberliga zurück und beanspruchte einen Platz in der Landesliga. Dadurch wurde das Relegationsspiel zwischen den Elbmarsch-Frauen und dem Kreisrivalen TuS Fleestedt überhaupt erst erforderlich. Dessen Damen hatten sich auch schon auf die neue Liga gefreut. Doch das ist heute unrühmliche Geschichte.

Pikant allerdings, dass die Eintracht-Frauen bei ihrem Start in die neue Liga ausgerechnet auf jenen ATSV Scharmbeckstotel trafen, der ihnen den ganzen Schlamassel eingebrockt hatte und dort auch noch mit 0:2 (0:1) unterlegen war. Auch das zweite Pflichtspiel in der neuen Liga ging mit 2:3 (1:3) gegen die SV Eintracht Lüneburg verloren.

Das Durcheinander im Vorfeld der neuen Fußballsaison spukt immer noch im Kopf von Eintracht-Trainer Jan Flindt herum. „Wir erfuhren vor dem letzten Spieltag aus der Zeitung, dass wir direkt aufgestiegen sind, was auch der Staffelleiter bestätigte. Das gleiche galt auch für den TuS Fleestedt aus der Parallelstaffel.

Daher haben wir auch schon den Aufstieg ausgiebig gefeiert und unsere Abschlussfahrt nach Mallorca geplant. Die Ankündigung des Relegationsspiels war für uns ein Schock“, sagte Jan Flindt. Trotzdem habe man die Zeit auf Mallorca genossen – mehr oder weniger entspannt.

Nach zwei weiteren Trainingseinheiten ging es ins Relegationsspiel; mit einem Happy-End. Bis dahin war es ein steiniger Weg. Flindt: „Davor waren wir immer Dritter oder Vierter geworden, einmal Tabellenzweiter. Da gab es aber keine Relegation. Jetzt hatten wir endlich mal eine stabile Runde gespielt.“ Vor allem die Derbys gegen Eintracht Lüneburg blieben in Erinnerung.

„Wir wollen nur den Klassenerhalt“

Das Ziel von Jan Flindt und den Elbmarscher Fußballfrauen ist klar. „Wir wollen nur den Klassenerhalt“, stellt der Trainer klipp und klar fest. Nach vorher sechs Jahren in der Bezirksliga Ost wollen sie ihren Erfolg in der neuen Liga auskosten. Jan Flindt: „Jetzt kommen viele unbekannte Gegner auf uns zu. Aber ich denke, solange alle Spielerinnen dabei sind, können wir in der neuen Liga gut mithalten“.

Helfen soll auch Janne Schröder, die als Neuzugang aus Scharnebeck zur Eintracht Elbmarsch kam. Flindt: „Sie ist eine Spielerin, die sowohl sportlich, als auch menschlich super ins Team passt.“ Nicht ganz in die Kategorie Neuzugang passt Vanessa Plieschke. Die Stürmerin laborierte in den letzten beiden Spielzeiten an Knieverletzungen, konnte aber die bisherige Vorbereitung komplett durchziehen. Und bewies gleich wieder ihre Torjägerqualitäten, war die erste Torschützin der Eintracht Elbmarsch-Frauen mit dem Treffern zum 1:0 gegen Eintracht Lüneburg in der zweiten Minute.

Treffer zwei ging auf das Konto von Annika Blecken, der fiel allerdings fünf Minuten vor Schluss zu spät, um dem Spiel noch eine Wende zu geben. Außer der Torschützin Vanessa Plieschke kehrte Anne Wübbenhorst aus einer Babypause zurück. Nicht mehr dabei sind Nina Fabian (schwanger) sowie Liska Franke, Finja Szkaratkiewicz, Svenja Meyn und Alicia Flüggel. Die vier Nachwuchsspielerinnen sollen bei der SG Ochtmissen/Reppenstedt/Handorf Spielpraxis sammeln.

Insgesamt betrachtet hat Jan Flindt mit einer eingespielten Mannschaft das Neuland Landesliga betreten. Einzig die Physis erscheint bei den Elbkickerinnen als große Schwäche, doch ein Mittel hat der Elbmarscher Coach bereits gefunden: „Wir müssen so schnell und so gut Fußball spielen, dass wir uns in möglichst wenig Zweikämpfe verwickeln. Mit unserer taktischen Flexibilität und spielerischen Klasse haben wir allemal das Zeug dazu.“ Sollte diese Zielsetzung gelingen, steht dem Klassenerhalt wohl nichts entgegen – und es kann im kommenden Sommer wirklich in Ruhe der Saisonabschluss auf Mallorca gefeiert werden.

Allerdings muss das Elbmarsch-Damenteam nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt schnell in die Spur finden. Am Sonnabend um 16 Uhr ist der TuS Harsefeld zu Gast an der Handwerkerstraße in Drennhausen.